Die 100-Euro-Wohnung ist ausgestattet mit Koch-, Schlaf-, Arbeits-, Wohn- und Duschbereich (Quelle:
Video: Abendschau | 10.03.2017 | Susanne Papawassiliu

20 Mini-Häuser im Bauhaus-Garten - So sieht eine "100-Euro-Wohnung" von innen aus

Wie kann man auf kleinem Raum für wenig Geld leben? Die Antwort des Architekten Van Bo Le Mentzel sind die Mini-Häuser "Tiny-Houses". 20 davon werden jetzt im Berliner Bauhaus-Garten gebaut - als Begegnungsorte für Diskussionen über das Miteinander in der Großstadt.

Im Museumsgarten hinter dem Bauhaus-Archiv an der Klingelhöferstraße in Berlin sollen in den kommenden zwölf Monaten bis zu 20 unterschiedliche "Tiny Houses" (Mini-Häuser) entstehen. Sie sollen Denkanstöße für ein neues und gerechtereres Wohnen in der Stadt geben. Ein "Tiny House" ist eine Raumstruktur auf Rädern mit einer Grundfläche von etwa 10 Quadratmetern.

 

Architekt Van Bo Le-Mentzel erläutert im Bauhaus-Archivs seine Idee der sogenannten "100 Euro"-Wohnung (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Architekt Van Bo Le-Mentzel erläutert im Bauhaus-Archivs seine Idee der sogenannten "100 Euro"-Wohnung

"Tinyhouse University" will soziale Nachbarschaft

Zum Start des Projekts hat das Bauhaus-Archiv am Freitag die "100-Euro-Wohnung" im ersten "Tiny House" vorgestellt. Sie gilt als kleinste Wohnung Deutschlands. In dem kleinen Holzhaus auf Rädern finden Kochecke, Dusche, Schlafkoje und Schreibstisch Platz. Es reicht gerade so für eine Person. Entworfen wurde die "100-Euro-Wohnung" von Van Bo Le-Mentzel. Der Architekt nimmt an, das man Wohnungen dieses Typs für 100 Euro im Monat mieten könnte - daher der Name.

Hinter den "Tiny Houses" steckt die "Tinyhouse University", ein Berliner Kollektiv aus Gestaltern, Bildungsaktivisten und Geflüchteten. Es wurde 2015 vom Architekten Van Bo Le-Mentzel mit dem Ziel gegründet, soziale Nachbarschaft auf kreative Weise zu erforschen. Le-Mentzel hat laotische Wurzeln und ist im Berliner Wedding aufgewachsen. Bekannt wurde er bereits vor einigen Jahren mit von ihm entworfenenen "Hartz-IV-Möbeln", die kostengünstig und einfach zusammenzuschrauben sind.  

"100-Euro-Wohnung" passt zur Bauhaus-Tradition

Die Direktorin des Bauhaus-Archivs Annemarie Jaeggi sagte zum Projekt 100-Euro-Wohnung: "Dieses Experiment passt zum historischen Bauhaus als schulische Institution, in der bereits vor 100 Jahren neu über soziale Fragen des Wohnens nachgedacht wurde". Das Bauhaus, eine legendäre Kunst-, Design- und Architekturschule, war 1919 vom Architekten Walter Gropius gegründet worden.

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    Der Erfolg eines Tinyhouse zu geringen Kosten steht und fällt mit der Energieeffizienz. Ganzjährig bewohnbar ohne zu frieren oder zu schwitzen. Dazu muss der Raum maximal genutzt werden. Diese Kombination geht nur mit einem Passivhausstandard U-Wert <0,15 bei nur 10cm dünnen Wänden. Auf diese Weise spart man auch die teure Heiztechnik, dazu viel Platz und erreicht Baukosten unter 1500€/qm Wfl. Geht nicht ? - geht doch ! mit einer neuartigen Vakuum gedämmten Hülle.

  2. 20.

    10 qm sind etwas knapp. Mit 12-14 qm kann eine Kleinstwohnung besser funktionieren ohne Platzangst, mit 20 qm auch schon mit etwas Komfort und Bewegungsfläche.
    Die Flexibilität durch den transportablen Aufbau hat auch etwas für sich. Aber warum mieten? So ein Kleinstobjekt ist doch ideal um es selbst zu besitzen und zu bewirtschaften, um unabhängig vom Mietmarkt zu werden. Denn bei Wohnungsknappheit wird insbesondere für sehr kleine Wohnungen ein hoher Mietzins aufgerufen werden, allein weil man ihn am Markt durchsetzen kann. 10 Euro je qm für eine Holzhütte finde ich persönlich - sehr sportlich.

  3. 19.

    Die Tiny Hose Bewegung ist schon ein alter Hut. Seit Jahren versuche ich für so ein Projekt ein passendes Grundstück zu bekommen für 5 Objekten.Ist bis jetzt an den ganzen Auflagen der Behörden gescheitert.

  4. 18.

    Der angegebene Mietpreis von EUR 100,00 ist unrealistisch niedrig. Für mein 10 QM-Zimmer in Karlsfeld bei Dachau habe ich EUR 300,00 Miete gezahlt. In dieser Größenordnung (mit steigender Tendenz) dürfte sich in Ballungsräumen der Mietzins für die Schachtel bewegen.

  5. 17.

    Welche Wohnfläche haben diejenigen, die das Projekt initiiert haben und die Befürworter des Projektes denn selbst in ihren eigentlichen Wohnungen zur Verfügung? Das ist freilich schön, wenn man ein Jahr lang zur Probe wohnt, und das als Projekt und beruflich betreibt, es also eigentlich gar nicht wirklich ernst und auf Dauer ist. Oder zum Zwecke des Beweises, dass ein Existenzminimum weit unter dem Hartz IV Satz auskömmlich ist, wie vor ein paar Jahren durch eine Professor geschehen. Wetten, die meisten Nutzer sind Studenten, die noch ihr Zimmer daheim bei Mami und Papi in deren Eigenheim haben, wo dann auch ein Keller/Speicher für die eingelagerten persönlichen Gegenstände zur Verfügung steht, die man im Tinyhouse gerade vorübergehend nicht gebrauchen kann. Sozusagen "wir spielen mal auf 10 Metern toll zu leben". In der Realität würde aus so einem Bereich eher eine Art Ghetto entstehen, wenn man alle, die sich keine höhere Miete leisten können,zusammenpfercht.

  6. 16.

    Ein wirklich interessantes Projekt. Für die weniger begüterten ist dann ja auch das Tiny-Doppel-House denkbar. Ansonsten ist die Idee nicht unbedingt neu. Bereits vor über 100 Jahren als Bau(m)haus bekannt.

  7. 15.

    Was die (Wohnungs)Not so ein klein wenig erträglicher macht, stabilisiert sie auch und ändert nichts am eigentlichen Problem. Und dazu Slogans wie "soziale Nachbarschaft" oder "Ort der Begegnung" auf 4x2,5m?
    Da lach ich mich kaputt.

  8. 14.

    Da würde ich sofort eine solche Wohnung als Zweitwohnung in Berlin anmieten.
    Wann und wo ist das möglich?

  9. 13.

    Tja, da wurde doch tatsächlich der Wohnwagen ganz neu erfunden.......

  10. 12.

    so hart kann es nicht sein, der rbb ist voll von Kommentaren von Ihnen beiden und anderen, bleibt also noch genug Zeit für Schwachsinn....

  11. 11.

    Gibt aber halt noch die, die überhaupt nicht hart arbeiten und Geld verdienen können, weil krank oder was auch immer...die haben dann halt Pech gehabt. Um über den Tellerrand gucken zu können muss sich der eine oder andere halt noch n bisschen Strecken.
    Zum Thema: Ich finde die Idee witzig, aber mehr als Experiment oder kurzzeitige Lösung. Ich glaube über einen längeren Zeitraum können die wenigsten in so einem Häusle leben.

  12. 10.

    Sie haben völlig recht. ...
    Wie kann sich so ein realer Macher und Schaffer sich erdreisten eine Meinung zu haben. Dazu noch Seine.

  13. 9.

    Ich finde die Idee nicht schlecht. Man beschränkt sich auf das Wesentliche, kann wegziehen, wenn die Nachbarn nerven und lebt seine eigene Freiheit aus.

  14. 8.

    Oh, hart malochender Meister gegen Geisteswissenschaftler.....mehr steckt nicht hinter Ihrer Aussage....und gaaaanz viel Angst vor Unbekanntem!

  15. 7.

    So primitiv kann nur Berlin sein.
    Stellt doch die Buden vor Mrrkels Hütte

  16. 6.

    Einfach Arbeiten gehen und Geld verdienen! Dann klappt es auch mit der Wohnung.Alle wollen in der City wohnen und die Uni gleich um die Ecke. Es ist nun mal kein platz für alle da! Wohnt etwas ausserhalb und macht eine Fahrgemeinschaft oder eben S+U Bahn.Ich habe mein Meister übrigens neben der Arbeit gemacht und hatte 2,5 Jahre absolut nichts vom Leben außer Arbeiten Büffeln und Schlafen. Von nix kommt nix!

  17. 5.

    Potentiell gute Umnutzung von Parkplätzen. Eine Massenproduktion und -nutzung würde in Berlin den Druck zum Bau von ausreichend bezahlbaren Wohnungen erhöhen. Könnte auch den ruhenden Autoverkehr (Parkplätze) verdrängen. Doch wohl nur vorübergehend für effektive Altruisten und Singles geeignet. Als Experiment könnte es jedoch große Wirkung entfalten, wenn die tiny houses tatsächlich massenhaft temporär für viele Prekarisierte in der Innenstadt nutzbar werden. Zum Beispiel in Berlin von Studenten zu Semesterbeginn, .... Dann würde die reale Not im Stadtraum real sichtbarer! Viel Erfolg weiterhin damit.

  18. 4.

    "Tiny Houses" (Mini-Häuser)... mit Kochecke, Dusche, Schlafkoje und  Schreibtisch.
    -- > Dazu kommt mir in den Sinn, dass ich meine Frau frage, immer wenn sie ein besonders
    "idyllisches" Anwesen unterwegs bestaunt: ... Und wohin geh'n Die kacken ?!
    Danach fängt meine Frau an zu grübeln und sagt: "Ach, was Duuu immer hast !!!"

  19. 2.

    Naja, einige junge Leute oder Kreative würden so ein Wohnen bestimmt sogar in Betracht ziehen. Persönlich würde ich mir in diesem halben Glaskäfig sehr unprivat vorkommen. Aber unabhängig von Geschmack ist es mMn. zu experimentell, um eine realistische Erweiterung des, meinetwegen alternativen, Wohnen zu sein.

    Soziale Teilhabe und (Wohn-)Gerechtigkeit für Menschen mit weniger Geld lassen sich nicht durch abgetrennte Zusatzbereiche erreichen. Die Sozialpolitik einer jeden Kommune hat für Sozialwohnungen zu sorgen, mit einem großen Interesse, deren Einwohner so stark wie möglich nach Einkommen zu durchmischen. Denn aus den Sozialbauten vieler Städte sind leider Zentrierungen von Armut geworden, in denen teils ausschließlich finanziell Schwache leben.

    Es sind leider nur Experimente in einem Bauhaus-Park.

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