Graf Hermann von Pückler im Park von Schloss Branitz (Quelle: imago-Archivbild von 2008/Christian Thiel)
Audio: Antenne Brandenburg | 18.05.2017 | Anja Kabisch

Im Alter von 77 Jahren - Hermann Graf von Pückler gestorben

Er war der Urgroßneffe des Gartengestalters und Schlossherren Fürst von Pückler - und wie sein berühmter Vorfahr hat er bis zuletzt im Cottbuser Schlosspark gelebt: Am Donnerstag ist Hermann Graf von Pückler im Alter von 77 Jahren gestorben.

Sylvius Hermann Graf von Pückler ist tot. Wie die Stadt Cottbus berichtet, starb der Urgroßneffe des Gartengestalters Fürst von Pückler-Muskau am Donnerstag im Alter von 77 Jahren.

Eine Kindheit im Schlossgarten

Hermann Graf von Pückler hatte seine Kindheit im Schloss Branitz verbracht. 1945 musste die Familie fliehen und ihren Besitz zurücklassen. Nach der Wende wollte sie den alten Familienbesitz in Cottbus zurück, bekam aber nur bewegliche Sachen wie die Bibliothek, Kunstgegenstände und Bilder. Heute sind diese als Dauerleihgaben im Schloss zu sehen. Der Nachfahre des Fürsten Pückler sanierte das verfallene Parkinspektorenhaus denkmalgerecht als seinen Cottbuser Wohnsitz.

Von Pücklers berühmter Vorfahr von Pückler-Muskau (1785 - 1871) hatte in Branitz seinen Alterssitz eingerichtet. Um das Schloss herum entwarf der exzentrische Adlige einen riesigen 600 Hektar großen Landschaftsgarten. Der Adlige ist dort auch beigesetzt: In einer Erdpyramide mitten in einem See. Es ist heute das Wahrzeichen von Cottbus. Es gibt einen weiteren Pückler-Landschaftspark in Bad Muskau, der zum Weltkulturerbe zählt.

Landespolitiker bedauern Verlust

"Durch ihn hat Cottbus einen wunderbaren Ort in großer Pracht zurückgewonnen, an dem sich die Menschen der Stadt und ihre Gästen erfreuen", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über den Gestorbenen. Dafür gebühre ihm "großer Dank". Auch Kulturministerin Martina Münch sprach von einem großen Verlust: "Er hat als Branitzer Botschafter die Strahlkraft von Schloss und Park Branitz national und  international zum Leuchten gebracht", sagte die SPD-Politikerin.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch würdigte von Pückler in seinem persönlichen Schreiben als verlässlichen, streitbaren, dabei immer fairen und inspirierenden Begleiter, Partner und Ratgeber. Herman Graf von Pückler soll Ende des Monats in Branitz beigesetzt werden.

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1 Kommentar

  1. 1.

    " ... als verlässlichen, streitbaren, dabei immer fairen und inspirierenden Begleiter, Partner und Ratgeber."

    Jenseits einer Huldigung, die mir persönlich fern liegt:
    Solche Menschen mit solchen Eigenschaften braucht es:
    1. In der Politik, wo viel zu oft an den Lippen der Führenden drangehangen wird, weil die eben tatsächlichen oder vermeintlichen Erfolg haben,
    2. in der Wirtschaft, wo das bloß Oberfläche, die wahllose Aufhäufung von Geld, zum Maßstab aller Dinge geworden ist, unabhängig davon, was eigentlich hergestellt wird,
    3. zuzeiten des vorherigen Staatssozialismus, bei dem das Anschließen an die Parteimeinung höher galt als der kritische, kreative und vor allem inspirative Geist. Mach´, was alle machen und dann kannst Du nichts falsch machen.

    Alle drei Bereiche leiden bzw. litten am Mitläufertum. Ausweg daraus ist und wäre der Eigensinn.

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