Schauspielerin Charlize Theron winkt am 17.07.2017 in Berlin den Fotografen zu (Quelle: AP/Michael Sohn)
Audio: Inforadio | 17.07.2017 | Alexander Soyez

Weltpremiere in Berlin - Charlize Theron spielt die brutale Blonde

Sie schlägt härter zu als jeder Mann: Charlize Theron spielt in "Atomic Blonde" eine Spionin im Kalten Krieg, die sich in Berlin brutal durch die Welt von ausländischen Agenten prügelt. Am Montag war Premiere am Potsdamer Platz - in Berlin. Wo sonst? Von Alexander Soyez

Eine weibliche Spionin, die nach den gleichen Regeln und Bedingungen wie ein Mann spielt - das war es, wonach Charlize Theron gesucht hat. Herausgekommen ist dabei der Film "Atomic Blonde", eine bunt-brutale Mischung aus Comic und John le Carré. Die Schauspielerin spielt darin eine heiße Blondine im Kalten Krieg, eine MI6-Agentin kurz vor dem Mauerfall in Berlin und eine, die sich nicht dafür entschuldigt, eine Frau zu sein.

"Frauen in solchen Actionsettings werden oft viel zu viel erklärt, als müsste man begründen, warum sie tun, was sie tun", sagte Charlize Theron dem rbb. "Genau das wollte ich hier nicht. Sie sollte einfach nur da sein - in dieser Zeit, an diesem Ort, als Mensch, ohne große Erklärungen."

Charlize Theron in Atomic Blonde (imago/Jonathan Prime)
Charlize Theron in "Atomic Blonde"

Brutale, schmerzhafte Schlägereien

Charlize Theron muss sich auf der Suche nach einem Doppelagenten durch ein Getümmel aus russischen, englischen und amerikanischen Spionen schlagen. Sie schlägt fester zu als jeder Mann. Und die Kampfszenen mit Charlize Theron fühlen sich eben nicht wie Showeinlagen an, sondern wie brutale, schmerzhafte Schlägereien, bei denen die Kamera ganz nah dran war.

Und genau das macht diesen Kampf dann so interessant: Weil man das Gefühl hat, dabei zu sein. Einmal hatte Theron in einer Kampfszene eine heftige Kollision mit der Kamera.
Diese Echtheit auf der einen Seite wird allerdings immer wieder von bunt-poppigen und oder neonleuchtenden Momenten aufgelockert, Berlin-Flair der 80er Jahre.

Inspiration durch Untergrundkultur Ostberlins

Drehort war auch Berlin. "Wir haben uns Bilder aus der Untergrundkultur Ostberlins angeschaut die waren intensiv, lebendig und farbenfroh", so Theron. "Viele dieser Bilder haben uns inspiriert für den lebendigen Look des Designs des Films."

Wobei diese bunt-poppigen Momente natürlich an den Comic- beziehungsweise Graphic-Novel-Ursprung erinnern sollen. Und für den besonderen Kick dieser Spionageaction sorgt neben Charlize Theron dann auch noch der 80er Jahre Soundtrack, den sie selbst ebenfalls im Herzen trägt.

"Wir müssen auch einen Depeche-Mode-Song dabeihaben"

"Ich bin da schon nostalgisch", so Theron. "Ich bin in den Achtzigern aufgewachsen - in jedem dieser Musikstücke im Film stecken auch Erinnerungen von mir selbst. Und ich hatte auch meinen Ego-Moment, in dem ich meinte, wir müssen auch eine Depeche Mode-Song dabeihaben."

Weltpremiere von Atomic Blonde ist um 18 Uhr im Theater am Potsdamer Platz. Angesagt dazu haben sich auch Til Schweiger und Barbara Sukowa. Am 24. August startet der Film in den Kinos.

Beitrag von Alexander Soyez

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