La Ribot © Caroline Morel Fontaine
Audio: Inforadio | 12.08.2016 | Auftakt von "Tanz im August"

"Tanz im August" startet - Hier sprechen die Körper

Sie kann mit Hilfe eines Klappstuhls einen Orgasmus tanzen: Das Festival "Tanz im August" widmet seine diesjährige Retrospektive der spanischen Tänzerin La Ribot. Ab Freitag zeigen außerdem 150 Künstler aus 20 Ländern zeitgenössischen Tanz und Performances.

70 Mal zeitgenössischer Tanz und Performances: Am Freitag ist in Berlin das Festival "Tanz im August" gestartet. Den Auftakt gab das neue Stück des Choreografen Serge Aimé Coulibaly aus Burkina Faso. In "Kalakuta Republik" will er den Zusammenhang zwischen Kunst und Revolte erforschen. Am Eröffnungswochenende tritt unter anderem auch der Afrobeat-Musiker Fela Kuti auf, außerdem feiert das Stück "Fun!" der Berliner Choreografin Lea Moro seine Deutschlandpremiere.

Über 150 Künstler aus rund 20 Ländern

Bis zum 2. September zeigt das Festival nicht nur zeitgenössischen Tanz und Performances, sondern auch Publikumsgespräche und Film-Vorführungen. Insgesamt sind rund 70 Vorstellungen geplant. Die Vorführungen sind unter anderem im Haus der Berliner Festspiele und im Hebbel am Ufer (HAU) zu sehen.  

Die Intendantin Annemie Vanackere erklärte im rbb, Tanz sei auch ohne spezielle Vorkenntnisse zugänglich. Tanz sei die Kunstform, die am direktesten zeigt, "was es bedeutet, in einem Körper zu leben". Man schaue Körper auf der Bühne an, die "Geschichte haben, eine Biographie, Wissen - und da kann ich mich eigentlich immer mit verbinden." Besonders leicht zugänglich seien Stücke, die sogenannte traditionelle Tänze, wie Flamenco oder Tango, in eine zeitgenössische Form bringen.

Retrospektive über La Ribot: "Occuuppatiooon!"

Den eigenen Namen tanzen können viele, aber es gibt wahrscheinlich nur eine Frau, die einen Orgasmus mithilfe eines Klappstuhls tanzen kann: Maria Ribot, oder La Ribot. Das Festival widmet der spanischen Choreografin eine umfangreiche Retrospektive ihrer Arbeiten von 1993 bis 2017 - unter dem Titel "Occuuppatiooon!".

Der Titel sei vieldeutig, erklärte Maria Ribot dem rbb: "Es könnte sich auch auf eine Besetzung, eine Vereinnahmung der Herzen, der Gedanken, der Körper beziehen." Aber, so Ribot weiter, man könne auch an Aktionen denken, "bei denen Menschen gegen die Mainstream-Politik demonstrierten und zu Alternativen im gesellschaftlichen Zusammenleben aufriefen", wie beispielsweise der Occupy-Bewegung.

"Pionierin des zeitgenössischen Tanz"

Der Zugang zur Künstlerin La Ribot sei nicht ganz einfach, sagte die Kuratorin der Retrospektive, Andrea Niederbuchner dem rbb. Für Ribot hätten sie sich entschieden, weil sie eine "Pionierin des zeitgenössischen Tanz" sei, die in Berlin bisher noch nicht so präsent war.

Die Arbeit von Ribot bewegt sich zwischen zeitgenössischem Tanz, Live Art, Video und Performance. Im Jahr 2000 wurde sie mit dem spanischen Nationalpreis für Tanz ausgezeichnet, 2016 erhielt sie die Goldmedaille für Verdienste in den bildenden Künsten.

Sendung: rbb aktuell, 11.8.2017, 11:00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Mit Klappstuhl einen Orgasmus tanzen... Ja, nee, is klar. "Quatsch in schöner Gestalt, wobei letztere auch noch fehlt." (Friedrich Luft) Sorry, aber die immer weiter zunehmende Sexualisierung unserer Gesellschaft, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Nein, ich möchte nicht mit ansehen müssen, wie eine 55-Jährige einen Orgasmus tanzt. Ich möchte mir das nicht mal vorstellen.

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