Mit einem Feuerwerk wird am 01.01.2017 in Berlin das neue Jahr am Brandenburger Tor begrüßt (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Video: Abendschau | 01.01.2017 | Rainer Unruh

Party am Brandenburger Tor - Hunderttausende begrüßen friedlich das Jahr 2017

Es war eine "ausgesprochen friedliche Feier": Hunderttausende Menschen haben am Brandenburger Tor in Berlin das neue Jahr begrüßt - mit Feuerwerk und einem vollen Bühnenprogramm. Es kam nur zu kleineren Zwischenfällen.

Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor haben zahlreiche Menschen in Berlin das neue Jahr begrüßt. Der Veranstalter und die Polizei sprachen am frühen Sonntagmorgen gegenüber rbb|24 von mehreren hunderttausend Besuchern auf Deutschlands größter Silvesterparty.

Besucher schauen sich am 31.12.2016 in Berlin auf der Festmeile vor dem Brandenburger Tor das Bühnenprogramm an (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bis nach 2 Uhr morgens feierten die Menschen am Brandenburger Tor.

Sechs Anzeigen wegen sexueller Belästigung

Nach Angaben der Polizei verlief die Feier "ausgesprochen friedlich". Wie Polizeisprecherin Daniela Pfaender rbb|24 sagte, gab es angesichts der großen Zahl von Besuchern nur wenige Festnahmen. Neben diversen Strafanzeigen unter anderem wegen unerlaubter Pyrotechnik, Körperverletzungen und Taschendiebstahl wurden in der Nacht auch sechs Anzeigen von Frauen wegen sexueller Belöstigung erstattet. Sie seien auf der Festmeile oder auf dem Weg dorthin an intimen Körperstellen angefasst worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In zwei Fällen werde ermittelt wegen möglicher sexueller Belästigung. Zwei Frauen konnten den jeweiligen Tatverdächtigen den aufnehmenden Polizisten zeigen. Ein 20-Jähriger und ein 26 Jahre alter Mann wurden daraufhin festgenommen.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben am Samstagabend auch einen Mann fest, nachdem er auf der Festmeile "Bombe, Bombe, Bombe" gerufen hatte. "Er feiert nun #Welcome 2017 bei uns", twitterte die Polizei. Das Deutsche Rote Kreuz meldete zunächst 80 Hilfeleistungen, wie der Veranstalter mitteilte.

Großer Andrang - Partymeile zeitweise geschlossen

Die Partymeile am Brandenburger Tor in Berlin war kurz vor 22 Uhr wegen des großen Andrangs geschlossen worden. Vor allem in der Stunde vor Beginn des Bühnenprogramms waren noch viele Menschen zur Silvesterparty gekommen. Die U-Bahn-Linie 55 stellte den Betrieb ein. Im S-Bahnhof Brandenburger Tor hielten keine Züge mehr.

Dort und an den anderen Bahnhöfen der Stadt war die Bundespolizeidirektion Berlin nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Beamten im Einsatz, rund 60 mehr als im Vorjahr. Auch sie zog am Sonntag eine positive vorläufige Bilanz der Nacht.

Um 20.15 Uhr startete das Hauptprogramm - zum Start sang der Liedermacher Max Giesinger "80 Millionen". Danach traten Jermaine Jackson, DJ BoBo, Marianne Rosenberg, Rainhard Fendrich, Bonnie Tyler, Peter Schilling, Fun Factory, La Bouche, Venga Boys, Ray Wilson und die Hermes House Band auf.

Um Mitternacht wurde traditionell das größte Feuerwerk Berlins über dem Wahrzeichen der Stadt abgefeuert. Danach stieg eine Neujahrsfeier, bei der mehrere DJs auflegen. Nach dem Ende des Bühnenprogramm wurde die Party gegen 2:10 Uhr vom Veranstalter beendet.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Nach dem LKW-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, bei dem vor Weihnachten zwölf Menschen starben, waren die ohnehin schon strengen Sicherheitsvorkehrungen für die Silvesterparty noch einmal erhöht worden. Um die Feiernden zu schützen, wurden an den Eingängen zur Partymeile Betonklötze und gepanzerte Fahrzeuge aufgestellt. Böller und Raketen waren auf dem eingezäunten Gelände - wie schon in den Jahren zuvor - verboten. Auch Glasflaschen und alkoholische Getränke sowie große Taschen und Rucksäcke mussten draußen bleiben. An allen Eingängen fanden strenge Sicherheitskontrollen statt, die Besucher wurden abgetastet.

Insgesamt waren rund um die Feier am Brandenburger Tor 1.700 Polizisten im Einsatz, wie vorab mitgeteilt wurde. Dazu kamen 700 Helfer von privaten Diensten und Organisationen wie dem Roten Kreuz. Der Veranstalter selbst setzte eigenen Angaben zufolge rund 550 Sicherheitskräfte ein. In ganz Berlin waren den Angaben zufolge 2.500 Polizisten aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

Insgesamt hat die Berliner Polizei eine positive Bilanz zum Jahreswechsel gezogen. Zwischen 18 und 6 Uhr gingen bei der Einsatzleitzentrale 3.123 Notrufe ein, 465 weniger als im Vorjahr. Insgesamt mussten die Beamten 1.669 Einsätze bewältigen - darunter am häufigsten Fahrten zu Schlägereien, Streitigkeiten, verletzten Personen, Sachbeschädigungen und Einsätze wegen des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik.  

Berlinweit knapp 1.600 Feuerwehreinsätze

Die Feuerwehr war für die ganze Stadt mit 1.579 Helfern im Einsatz - so viele wie im Vorjahr, weil sie eigenen Angaben zufolge schlicht nicht mehr Leute hat. Die Einsatzkräfte hatten etwas mehr zu tun als in der Silvesternacht im Jahr zuvor,. Zwischen 19:00 und 6:00 Uhr rückten die Feuerwehrleute zu insgesamt 1585 Einsätzen aus. Das seien 2,5 Prozent mehr gewesen als beim vorigen Jahreswechsel, sagte Branddirektor Wilfried Gräfling dem rbb.

Trotzdem zeigte sich die Feuerwehr relativ zufrieden mit der arbeitsreichsten Nacht des Jahres: "Berlin ist mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Feuerwehr-Sprecher Andreal Ohlwein. Einen Notfall mit schrecklichen Folgen habe es nicht gegeben. Anders als in den vergangenen Jahren habe es zudem in diesem Jahr "keinen einzigen" Übergriff auf Einsatzkräfte gegeben, sagte Gräfling in der rbb-Abendschau.

Die Feuerwehr musste vor allem zu Rettungseinsätzen (1.067) ausrücken, in 433 Fällen brannte es. Sehr häufig sei es zu Bränden auf Balkonen gekommen, wahrscheinlich durch verirrte Silvesterraketen. Viele Verletzungen und Brände seien auf den fahrlässigen Umgang mit Feuerwerk zurrückzuführen, so die Feuerwehr.

Wie Brandamtmann Björn Radünz rbb|24 sagte, wurde die Feuerwehr lediglich zu einem größeren Einsatz in Kreuzberg gerufen - in der Ritterstraße löschten rund 60 Kräfte ein brennendes Auto in einer Tiefgarage. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden 15 Menschen aus dem darüberliegendenn Wohnhaus vorsorglich in Sicherheit gebracht. Zudem brach gegen 6 Uhr morgens in einem Hotel am Rosenthaler Platz ein Brand aus. 114 Gäste und Angestellte mussten das Hotel verlassen. 70 Feuerwehrleute löschten den Brand. Wie verschiedene Medien berichten, war das Feuer im Bereich des Daches, wohl in einem Hotelzimmer, ausgebrochen. 

Silvesterparty zwischen Polizeistreifen und Betonpollern

Kommentar

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40 Kommentare

  1. 40.

    Ich kann dir nur Recht geben. Die Kölner Innestadt glich dem eines Hofes für Gefangnisinsassen. Und trotzdem gabe es Probleme mit einer Gruppe Nordafrikaner. Traurig das wir so geschützt werden müssen. Totale Überwachung ist angesagt. Als nächstes werden Sie die Versammlungsfreiheit kürzen. Die Meinungsfreiheit ist schon lange weg.

  2. 38.


    Man kann wirklich Angst bekommen vor linken Fanatikern.
    Unbelehrbar wüten Sie gegen jeden, der nicht genauso denkt wie Sie selbst.
    Worin unterscheiden sich solche Menschen eigentlich noch von den rechten Fanatikern ?

  3. 36.

    Hallo Andrea die meisten Deutschen hassen keine richtigen Flüchtlinge was soll also Deine Laberei

  4. 35.

    Ob das wohl noch unser Land ist wenn wir nur noch hinter Gittern feiern können unser Land und Politiker sind einfach nur Dummschwätzer

  5. 34.

    Generell alles Gute für 2017 an alle Menschen. Meinen besonderen Dank möchte ich aber an die vielen ehrenamtlichen Helfer weitergeben, die sich in den vielen Bereichen des täglichen Miteinanders engagieren. In einer Gesellschaft in der sich die verantwortliche Politik von ihren Aufgaben verabschiedet hat und sich auf dem Ehrenamt ausruht, bzw. auf das Ehrenamt verlässt, kann man diesen Menschen gar nicht genug DANKE sagen. Und meine lieben Politiker / Verantwortlichen, dass sollte etwas mehr Wert sein als eine "Dankurkunde".

  6. 33.

    Nun, warten wir ab, welche Meldungen in den nächsten Wochen "hereinplätschern". Deutschland besteht nicht nur als Köln, Hamburg oder Berlin. Insgesamt empfinde ich es wahnsinnig traurig, mit welchem Aufwand so etwas geschützt werden muss und mit welchem Preis. Dieses Land ist mir fremd geworden in Bezug auf Sicherheit. Wir bauen bereits ab, ohne es wirklich zu ahnen. Wohin soll das führen? Für mich ist jeder hier willkommen, der sich friedlich, freundlich, aufgeschlossen, gesetzestreu verhält und Kinder und Mädchen in Ruhe lässt. Alle anderen, die das nicht einhalten, sind mir nicht willkommen. Und bei dieser, meiner eigenen festen Meinung, bleibe ich auch in Zukunft.

  7. 32.

    Supi ...... Schön hinterm zaun feiern ..... Wären die sklaven in deutschland ausgebeutet werden ....klasse ...die medien pushen ales auf .... Wodurch angst und hass verbreitet wird ....gleichzeitig lassen wir uns imer mehr kontrolieren bis wir entgültig in einer volkomenen überwachung ( zu unserem schutz) aufwachen ......ich freu mich schon auf 2017 wahrscheinlich ein weiteres jahr in dem man uns angst macht und weiter ausbeutet ......

  8. 30.

    welche Sicherheit? etwa die der Grenzen? wenn die nicht geschützt sind, ist keiner mehr sicher.

  9. 27.

    Die einen können feiern, die anderen müssen arbeiten, sind auch für unser aller Sicherheit da. Ihnen allen, auch den Redaktionsmitarbeitern des Rbb24 gebührt unser Dank. Ihnen allen wünsche ich ein glückliches Jahr 2017, beruflich wie privat.

  10. 26.

    Die Betonpoller und martialisch ausgerüstete Polizeibeamte dienen nur der Beruhigung der Masse und dem suggerieren eines Sicherheitsgefühls. Sollte es wirklich knallen (kein Feuerwerk), dann können die guten Leute eh nichts ausrichten.
    Von daher sollte man das nicht so überbewerten.
    Sollte ein Anschlag wirklich geplant sein, dann ist dieser längst in Papier und Tüten und wird sicher nicht durch Poller, Maschinenpistolen oder Einlasskontrollen aufzuhalten sein. Oder glaubt jemand ernsthaft, sämtliche Getränkecontainer etc. auf der Partymeile wurden auf Inhalte überprüft?
    100%ige Sicherheit gibt es nicht, das ist halt Fakt. Leider.

  11. 25.

    Dann empfehle ich Ihnen sich einfach mal mit dem Personal der Berliner S-Bahn zu unterhalten, aber nicht diejenigen, welche im Büro sitzen, sondern Triebfahrzeugführer und Bahnhofspersonal. Letzteres muss man aber schon suchen, da es aus Kostengründen massig reduziert wurde.

  12. 24.

    Wie uns diese Sylvesterparty am .......................vorbeigeht!

  13. 23.

    Mir ist gar nicht bewußt, "rechts krakeelt" zu haben. Ich bezog mich auf das totale Versagen jeglicher Sicherheitsmechanismen sowohl in Köln, wo die Polizei bei der Bearbeitung der Anzeigen und bei der Deeskalation völlig versagt hat, und anschließend alles unter den Teppich gekehrt wurde und niemand für dieses Desaster verantwortlich ist; sowie auf die Anschläge, bei denen der vermutliche Täter unter Beobachtung stand, aber das Verbrechen trotzdem, trotz mannigfacher Vorwarnungen, ausführen konnte.

    Weder bei den Vorfällen letzten Silvester, noch beim Weihnachtsmarkt steht bislang fest, wer die / der Täter war(en), da kaum einer der Fälle der letzten Silvesternacht aufgeklärt wurde, und auch beim Weihnachtsmarkt nicht einmal der Täter, geschweige denn die Hintergründe, sicher feststehen. Die Maßnahmen nach dem Anschlag waren laienhaft, verglichen mit RAF-Anschlägen in den 70ern.

    Das Vertrauen in die Sicherheit unseres Landes hat darunter stark gelitten.

  14. 22.

    Interessant wie diese Kommentare immer und immer wieder das gleich ausgangsthema finden, Flüchtlinge! Mir geht das langsam auf den Nerv. Zu dem eigentlichen Bericht, ick freu ma auf did fest heute, troz hoher Kontrollen. Guten rutsch euch allen und der Rest der noch was auszusetzen hat bleibt zu hause ! ;)

  15. 21.

    Genau so ist es, die Taliban. IS, und Boko Haram sind keine richtigen Muslime, und die legen den Koran falsch aus. Und überhaupt Islamn bedeutet übersetzt Frieden. Folglicherweise gibt es keine islamischen Terorrstaaten, und wer etwas anderes sagt ist" braun".

    So einfach ist die Welt aber nicht.

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