Direkt neben dem Bundesministerium für Forschung und Bildung steht am 13.09.2017 der neue Futurium-Bau in Berlin. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Audio: Inforadio | 13.09.2017 | Interview mit Futurium-Sprecherin Monique Luckas

Neuer Ausstellungsort in Berlin - Futurium am Hauptbahnhof öffnet für einen Tag

Ernähren wir uns in Zukunft von Insekten? Wie wohnen wir in 20 Jahren? Und woher beziehen wir Energie? Um solche Fragen soll es im Futurium gehen. In dem Gebäude zwischen Hauptbahnhof und Reichstag sollen Politik, Wissenschaft und Bürger in Dialog kommen.

Im Berliner Regierungsviertel ist am Mittwoch das Futurium an die Betreiber übergeben worden. Unter seinem Dach soll es auf mehr als 3.000 Quadratmetern künftig beispielsweise eine Ausstellung, ein Mitmachlabor und ein Veranstaltungsforum geben. Dahinter stehen das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wissenschaftsorganisationen und Firmen.

Das Futurium, direkt an der Spree zwischen Hauptbahnhof und Reichstagsgebäude platziert, solle "ein Ort für alle werden, die Lust auf die Gestaltung von Zukunft haben", erklärte Direktor Stefan Brandt nach der Schlüsselübergabe am Mittwoch.

Fragen, um die es in der Einrichtung gehen soll, sind nach Angaben auf deren Webseite etwa: "Wie wollen und werden wir künftig leben? Welche Herausforderungen und Chancen sind mit künftigen Entwicklungen verbunden? Wie können Wissenschaft und Forschung dazu beitragen, Mega-Trends zu verstehen und zu gestalten?"

Erstmals am Samstag für Bürger geöffnet

Das Futurium wolle Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürger zusammenbringen, heißt es dort. Ziel: "Gemeinsam eine wissenschaftsbasierte, gesellschaftliche Diskussion über wissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Entwicklungen von nationaler und internationaler Bedeutung für die Gestaltung der Zukunft zu führen."

Das dreistöckige Gebäude mit einer Außenhülle aus Glas steht Interessierten erstmals an diesem Samstag offen; geplant sind etwa Vorträge, Zukunftsfilme und interaktive Installationen.

Insekten kosten und Performances

Danach wird eine Ausstellung eingebaut, die in Programmwochen im Frühjahr 2018 vorgestellt werden soll. Darin soll es laut Direktor Stefan Brandt vor allem um die drei Dimensionen des künftigen Lebens gehen, "um unser Verhältnis zur Technik, unser Verhältnis zur Kultur, und unser Verhältnis zu uns selbst, also zur Gesellschaft". Dort sollen Besucher etwa erkunden können, wie wir in zehn oder 20 Jahren wohnen und arbeiten. Oder wie wir uns ernähren und welche Energieformen wir nutzen. Abwechselnd stehen Technik, Natur oder Gesellschaft im Mittelpunkt.  

Im Labor sollen die Besucher etwa Techniken wie 3D-Drucker oder Lasercutter kennenlernen können. Außerdem könnten sie beispielsweise testen, ob Insekten die Ernährung von morgen sei oder bei einem Hackathon gemeinsam Software programmieren. Das Veranstaltungsforum soll neben Vorträgen etwa Workshops, Future Slams oder Theaterperformances bieten.  

Die Gesamt-Eröffnung des Futuriums ist für das Frühjahr 2019 geplant. Stefan Brandt ist erst im Juni zum Futurium gewechselt. Zuletzt war er Geschäftsführer der Hamburger Kunsthalle, davor als Musiker und Sänger sowie als Unternehmensberater tätig.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Recht banal gesehen findet die Zukunft immer statt. Allerdings ist es die Frage, wie das aussieht, was uns - das eine mehr, das andere weniger - bevorsteht. Sind wir eingeschworen auf geradlniige Entwicklungen, wie die Nachkriegs-Fortschrittsverheißung oder die Fortschrittsverheißung gemäß von Karl Marx, dass eine Stufe unabdingbar nach der anderen folgen würde? Oder sind größere Gruppen von Menschen bereit zur Abwägung, was mehr getan werden solle und was weniger? Im Sinne eines offeneren Prozesses?

    Das wäre ja Gestaltung, anstatt einer "irgendwie gearteten Entwicklung" immer nur hinterherzulaufen und dieser Entwicklung ein bloßes PR-Mäntelchen überzuhelfen bzw. bloßen Theorien das Gewand der Wissenschaft überzuhelfen.

    Ich bin gespannt, was die Gestalter und Organisatoren des Futuriums entwickelt haben. Wie offen sie die Entwicklung in der zukünftigen Zeit sehen, wie stark sie zur Offenheit ermuntern.

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