Illegales Zeltlager neben dem Club Berghain in Berlin-Friedrichshain am 05.09.2017 (Quelle: imago/Bernd Friedel)

Areal an legendärem Club in Berlin-Friedrichshain - Bezirk berät über Obdachlosen-Camp am Berghain

Seit Monaten campieren dutzende Wohnungslose neben dem legendären Partyclub Berghain - in einem Park, der dem Bezirk gehört. Anwohner beschweren sich schon länger über die unhygienischen Zustände. Am Dienstag berät der Bezirk über eine Lösung.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will am Dienstag über eine Lösung für die Bewohner eines illegalen Zeltlagers im Bereich Helsingforser Straße zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße beraten. Das sagte Bezirkssprecherin Sara Lühmann rbb|24. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) werde mit ihren Stadträten beraten, wie man den Bewohnern Alternativangebote machen könne. Möglicherweise müsse man dabei auch das Land um Unterstützung bitten, erklärte Lühmann, denn im Bezirk gebe es wenig räumliche Reserven, sagte die Bezirkssprecherin.

Bereits seit mehreren Monaten campieren rund 70 wohnungslose Menschen in einem Park neben dem legendären Partyclub Berghain. Dort sei mittlerweile ein Lager aus Zelten und selbst gebauten Hütten entstanden, wie man sie aus Slums armer Länder kenne, berichtet die "Berliner Zeitung".   

Anwohner beschwerten sich

Die Männer und Frauen leben dort ohne behördliche Erlaubnis und ohne fließend Wasser sowie ohne Toiletten. Viele der Camper sollen aus Osteuropa stammen. Mittlerweile haben sich zahlreiche Anwohner beim Bezirk über die unhygienischen Zustände beschwert. Das Gelände neben der Helsingforser Straße gehört dem Bezirk, er hat dort das Hausrecht.   

Auch der CDU-Bezirksverordnete Kurt Wansner sieht den Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) in der Verantwortung. "Der Park gehört dem Bezirk. Als Hausherr darf er dieses wilde Zeltlager nicht dulden", sagte Wansner der Zeitung.

Der Bezirk sieht in einem Platzverweis wenig Sinn. "Wenn man die Menschen an diesem Ort vertreibt, suchen sie sich irgendwo anders einen Platz im öffentlichen Raum Berlins", sagte Bezirkssprecherin Sara Lühmann rbb|24. Wohnungslosigkeit sei ein wachsendes Problem in der Hauptstadt, so Lühmann: "Man muss den Menschen andere Möglichkeiten anbieten."

Illegales Zeltlager neben dem Club Berghain in Berlin-Friedrichshain am 05.09.2017 (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Seit mehreren Monaten campieren rund 70 wohnungslose Menschen in dem Park.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Was Sie schreiben, mag sein.

    Es gibt jedoch noch andere Gründe für Obdachlosigkeit. Etwa schwere Depressionen, ausgelöst durch Arbeitsplatz-beziehungsweise Partnerverlust (oft unverschuldet), schwere Krankheit, Verzweiflung an den weithin unzivilisierten, von Gewalt, Egoismus (und der auch noch strukturell, egal, ob man das Ding "Kapitalismus" oder "soziale Marktwirtschaft" nennt) und oft schreiender Dummheit geprägten Welt, Mobbing (etwa aus Hass auf Hochbegabte oder Homosexuelle), dadurch Alkohol-und Drogenmissbrauch, Überschuldung, Wohnungsverlust. Es kann schnell gehen. Viele Betroffene schämen sich ihrer Depressionen und gehen nicht rechtzeitig zum Arzt. Psychiatrie und ihr politischer Missbrauch sind ohnehin ein Kapitel für sich, nicht nur in der DDR. Die Stifung Anerkennung und Hilfe für Opfer der Kinder-und Jugendpsychiatrie (www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de) gibt es nicht umsonst.

    Sind Sie Gott? Was gibt Ihnen das Recht, pauschal über die Betroffenen zu richten?

  2. 9.

    Nach eigenständiger Internetrecherche muss ich mich korrigieren: Der vollständige Name der Hilfsorganisation lautet Habitat for Humanity Deutschland e. V., die Internetadresse www.hfhd.de.

    Ich habe heute über www.berlin.de/Verwaltung, Politik, Bürger/Bezirksämter/Friedrichshain-Kreuzberg/Kontaktformular das zuständige Ordnungsamt Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg meine Anregung zu einem Freiwilligenprojekt übermittelt. Meine Nachricht und die elektronisch unmittelbar erstellte Empfangsbestätigung liegen mir ausgedruckt vor.

  3. 8.

    Lieber A.P.,

    der Beitrag der Abendschau ist oben drin im großen Bild zu sehen.

    Beste Grüße aus der Redaktion

  4. 7.

    Mir erschließt sich nicht warum ausgerechnet bei diesem kniffligen Thema der rbb-Abendschau-Einspieler hier nicht zu sehen ist. Da konnte man gestern abend folgendes beobachten: entspannter Umgang mit dem Phänomen - die Anwohner; Ablehnung wegen "Belässtigung" - ein Hostelbetreiber!

  5. 6.

    Niemand mit gültigen Papieren braucht in Berlin wohnungslos sein.
    Wer aus privaten Gründen natürlich bewusst untertauchen muss und will, was ich wohl denke, braucht aber die Gegend aber nicht vollsiffen.
    Ich finde es einfach nur abartig. Die Regierung des Bezirks hat die Pflicht diese Sache schnellstens zu beseitigen.

  6. 5.

    "Habitat" heisst die Organisation, derend Namen mir zunächst nicht einfiel, kann also jetzt gegoogelt werden.

  7. 4.

    Die Kirche / the church? Keine US-Organisation. Die gibt's hier auch. Und machen auch einiges. Zum Beispiel in der Stadtmission. Es gibt aber Menschen, die bereits mit Kirche und/oder Staat auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, vielleicht auch in Unterbringungen für Obdachlose, wenn dort eben nicht durchgesetzt wird, dass da Gewalt, Prostitution, Drogen sowie übermäßiger Alkoholkonsum nicht geduldet sind. Sprich, wenn Mitarbeiter/innen selbst lieber schweigen, oder zu viel Angst haben, oder das sonstwie mind. dulden. Dann sind da nämlich die Betroffenen davon wieder in der Position, sich selbst irgendwie entweder Wohnraum suchen und finden zu müssen, auf der Straße zu sein, oder Gewalt und/oder Prostitution und/oder Missbrauch von Rauschmitteln gegen sich auch in staatlich finanzierten Unterkünften über sich ergehen lassen zu müssen, ob sie arbeiten, lernen, oder nicht. Wir müssen die Probleme, die Menschen (auch von hier) obdachlos machen angehen, bevor sie obdachlos werden.

  8. 2.

    Es ist für mich absolut unverständlich, wie ein von den Grünen verwalteter Bezirk solche menschenunwürdigen Zustände entstehen lassen kann und nicht einmal in der Lage ist, Toilettencontainer aufstellen zu lassen und dazu auch die Zerstörung einer Grünanlage billigend in Kauf nimmt. Wahlkampfplakate und Wirklichkeit klaffen hier mal wieder weit auseinander. Auch Obdachlose haben ein Recht auf Menschenwürde, und der Steuerzahler hat einen Anspruch auf ein ordentlich verwaltetes Umfeld!

  9. 1.

    In den USA gibt es christliche Organisationen, die mit den Obdachlosen und freiwilligen Helfern Wohnraum schaffen. Die Obdachlosen sind verpflichtet, ein zuvor vereinbartes Kontingent an Arbeitsstunden mit zu arbeiten. Anschliessend werden Mietverträge geschlossen, Angebote für ein sinnvolles Leben im christlichen Bereich und Freizeitangebote unterbreitet. Eine erneute Verwahrlosung der Wohnung wird nicht geduldet. In Deutschland gibt es die Möglichkeit in den Sozialgesetzbüchern II und XII, die Miete und die Abschläge für Elektroenergie direkt vom Amt an den jeweiligen Gläubiger zahlen zu lassen, wenn es nicht anders geht(www.gesetze-im-internet.de/gesetze-und-verordnungen/S/SGB_...) Besagte US-Organisation arbeitet auch in Deutschland - aber ich komme jetzt einfach nicht auf ihren Namen.

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