Illegales Zeltlager nebem dem Klub Berghain in der Helsingforser Straße am 05.09.2017 (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Video: Abendschau | 12.09.2017 | Vanessa Kockegei

Areal neben Club Berghain - Noch kein Termin für Räumung von Obdachlosen-Camp

Seit Monaten zelten dutzende Wohnungslose neben dem Berliner Partyclub Berghain - in einem Park, der dem Bezirk gehört. Schon länger gibt es Beschwerden über die unhygienischen Zustände. Ein Termin für die Räumung steht noch nicht fest.

Das illegale Obdachlosenlager im Bereich Helsingforser Straße zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain soll aufgelöst werden. Das sagte Bezirkssprecherin Sara Lühmann dem rbb am Dienstag. Ein Termin für die Räumung steht allerdings noch nicht fest.

Erste Meldungen, wonach das Lager am Mittwoch geräumt werden soll, sind laut Bezirksamt nicht korrekt.

Keine Toiletten, kein fließend Wasser

Seit Monaten leben in der Grünanlage Wriezener Park rund 70 Menschen in Zelten und Holzbuden, ohne fließendes Wasser und ohne Toiletten. Es gebe Probleme mit der Müllentsorgung sowie eine Rattenplage, so Lühmann. Zudem sei das Aufstellen von Zelten und Hütten im öffentlichen Raum verboten. "Um diese Aufräumaktion durchführen zu können, werden natürlich Platzverweise ausgesprochen werden müssen, da eben das geräumt werden muss, was sich auf dieser Fläche befindet."

Bezirk weicht von früheren Aussagen ab

Noch am Montag sah der Bezirk in einem Platzverweis wenig Sinn. "Wenn man die Menschen an diesem Ort vertreibt, suchen sie sich irgendwo anders einen Platz im öffentlichen Raum Berlins", sagte die Bezirkssprecherin rbb|24. Inzwischen heißt es aber von Seiten des Bezirks: Jeder könne sich zwar auf öffentlichen Grünflächen aufhalten, tags und nachts. "Das Problem sind die Aufbauten, man darf kein Zelt aufschlagen auf einer öffentlichen Grünfläche", so Lühmann. Damit weicht der Bezirk von früheren Aussagen ab, erst einen neuen Standort für die Wohnungslosen zu finden.

Die Männer und Frauen leben dort ohne behördliche Erlaubnis. Viele der Camper sollen aus Osteuropa stammen. Mittlerweile haben sich zahlreiche Anwohner beim Bezirk über die unhygienischen Zustände beschwert. Das Gelände neben der Helsingforser Straße gehört dem Bezirk, er hat dort das Hausrecht.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, das Obdachlosencamp solle am Mittwoch geräumt werden. Das ist falsch. Ein Termin für die Räumung steht noch nicht fest.

Illegales Zeltlager neben dem Club Berghain in Berlin-Friedrichshain am 05.09.2017 (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Seit mehreren Monaten campieren rund 70 wohnungslose Menschen in dem Park.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ich wohne selber dort und die zustaende sind nicht so wie in der sogenannten PRESSE. ES ist eine unverscheamtheit was in den Medien berichtet wird. Man sollte nicht alle Menschen ueber einen Kamm scheren. Armes Deutschland.....

  2. 6.

    Bitte räumen, aber nicht zu uns nach Pankow schicken.

  3. 5.

    Na, Frau Hermann,
    wieder einmal zu lange weggeschaut und jetzt keine Lösung des Problems in der Schublade.
    Was ist denn mit der G.H.- Schule, die könnten doch die Obdachlosen aufnehmen. Ach so, geht ja nicht, da haben Sie ja einen Räumungstitel. Wie lange eigentlich noch warten. Richtig, bis nach den Wahlen, könnte ja sonst Stimmen kosten.
    Übrigens, der große "Buhmann" werden dann wieder die Polizisten sein, die dann das Zeltlager räumen müssen. Die werden dann wieder den Kopf hinhalten müssen.

  4. 4.

    Dazu müssten die Obdachlosen ihre Pässe vorzeigen und sich outen wer sie sind.
    Wenn sie das nicht möchten, und die Tarnung auffliegt?
    Hartz-VI-Wohnung (Sozialwohnung) gibt's doch schon für jeden, das wär nicht das Problem.
    Und mit H-IV lässt sich auch in Land Brb eine Wohnung beschaffen da sie ja keine Arbeit suchen...

  5. 3.

    Vielleicht könnte man den Obdachlosen auch so unkompliziert Unterkünfte beschaffen wie in 2015 den ca. 1,2 Millionen Flüchtlingen? Oder ist das zuviel verlangt von unseren Politikern? Und man möge jetzt nicht damit kommen, dass es keinen Wohnraum gibt oder es an Freiwilligen mangelt, die sich darum kümmern könnten. Denn der Staat kümmert sich ja anscheinend um nichts mehr - außer den monatlichen Blick auf ihr Gehaltskonto, ob die fetten Diäten eingegangen sind...

  6. 2.

    Bezahlbare Wohnungen wäre vielleicht mal eine Aufgabe für diesen Senat. Mein Sohn sucht seit Monaten, ist im geschützten Marktsegment und was sagen die Wohnungsbaugesellschaften? Sie würden gar keine freien Wohnungen dem Amt mehr melden. Das wäre doch mal ne Aufgabe für unsere Politiker. Bezahlbare Wohnungen schaffen damit die Bürger wieder ein zu Hause haben.

  7. 1.

    >> Damit weicht der Bezirk von früheren Aussagen ab << mal hü , mal hott
    >> Viele der Camper sollen aus Osteuropa stammen. << sollen..?. und das ist nicht festzustellen ?
    und wo beginnt Osteuropa ? östlich der Oder ? östlich der Weichsel ? oder gar am Ural ?
    "Wenn man die Menschen an diesem Ort vertreibt, suchen sie sich irgendwo anders einen Platz im öffentlichen Raum Berlins", sagte die Bezirkssprecherin rbb|24. " und wohin werden sich diese Menschen nun begeben ?
    Fragen über Fragen und der Beigeschmack, dass die Berliner Behörden hoffnungslos überfordert sind ( und wohl auch bleiben ) etwas eindringlicher hätte der rbb schon nachfragen können....

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