Masterplan der Betreibergesellschaft des BER zur Erweiterung des Flughafens (Quelle: FBB)
Video: Abendschau | 28.08.2017 | Dorit Knieling

Flughafengesellschaft legt Pläne für Erweiterung vor - BER-Kapazität soll sich bis 2040 mehr als verdoppeln

Der neue Flughafen BER wird bei seiner Eröffnung zu klein sein, soviel steht fest. Nun hat die Flughafengesellschaft ihre Ausbaupläne konkretisiert – auch um den Tegel-Befürwortern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Dass der neue Flughafen BER angesichts der rasant gestiegenen Passagierzahlen in Berlin bereits bei der Eröffnung an seine Kapazitätsgrenzen stoßen wird, ist kein Geheimnis. Nicht zuletzt mit diesem Argument werben die Tegel-Befürworter für ein Offenhalten des alten Flughafens.

Nun hat die Flughafengesellschaft dem Aufsichtsrat ihre Ausbaupläne geschickt. Mit ihnen soll sichergestellt werden, dass die erwarteten Passagierzahlen bewältigt werden können. Der Ausbau soll demnach bis 2040 in mehreren Stufen erfolgen.

Baumaterial liegt im Ankunftsbereich des neuen Hauptstadtflughafens BER (Quelle: dpa/ Ralf Hirschberger)

Parkhäuser sollen umgewandelt werden

Zunächst sollen bis 2021 vorhandene Gebäude, zum Beispiel Parkhäuser, auch für den Flugbetrieb genutzt werden. In einem ersten Schritt (Nummer 1 in der Grafik) soll durch den Einbau von Gepäckbändern die Kapazität um fünf Millionen Passagiere gesteigert werden. Zuerst berichtete darüber der "Tagesspiegel" (Montag). Außerdem wird bis 2021 das Erweiterungsterminal T1-E in Modularbauweise entstehen (Nummer 2).

Der Nordpier (Nummer 3) soll verlängert werden, hier operieren dann die Billigfluglinien. Sie könnten ihre Flugzeuge dicht am Pier parken, Passagiere würden dann zu Fuß zu den Maschinen gelangen. Auf Busfahrten könnte so verzichtet werden, was die Kapazität wiederum steigert.

Neue Halle bis 2025

Als weiteres Element ist eine kostengünstige Halle aus Fertigteilen an der Ostseite des Willy-Brandt-Platzes geplant (Nummer 4). Sie reicht für noch einmal zehn bis zwölf Millionen Passagiere. Außerdem soll der Pier Nord weiter verlängert werden (Nummer 5) und ein Personen-Transport-System entstehen (Nummer 6). Nach diesem Konzept könnte so die Kapazität bis 2025 auf 43 bis 45 Millionen Passagiere steigen.

Bis 2030 könnte dann noch, so erforderlich, das Hauptterminal T2 (Nummer 7) nach Norden und Süden erweitert werden, unter anderem mit einem sogenannten Satelliten (Nummer 8) zwischen den beiden Rollbahnen. Die Kapazität steigt damit laut den Berechnungen bis 2040 auf 58 Millionen Passagiere.

Masterplan der Betreibergesellschaft des BER zur Erweiterung des Flughafens (Quelle: FBB)

2,3 Millionen soll der Ausbau kosten

FDP und CDU kritisieren, dass der neue Flughafen schon bei seiner Eröffnung zu klein sein wird. Am 24. September sollen die Berliner deswegen über die Offenhaltung des Flughafens Tegel abstimmen. Die Pläne zum Ausbau des Flughafens BER seien aber nicht bewusst vor dem Tegel-Volksentscheid veröffentlicht worden, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im rbb Fernsehen. Die Arbeit am Masterplan für die BER-Erweiterung habe schon im Jahr 2015 begonnen.

Dennoch warnte Lütke Daldrup am Montag vor einem langen Hin und Her um den Airport Tegel nach dem Volksentscheid. Unsicherheit in dieser Frage könne das Unternehmen nicht gebrauchen, sagte er. "Deshalb mein Appell an die Eigentümer, schnell zu einer Entscheidung zu kommen."

Derzeit ist der BER für 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Im vergangenen Jahr hat die Flughafengesellschaft in Tegel und Schönefeld 33 Millionen Passagiere abgefertigt. Die Gesamtkosten für den Ausbau des BER werden auf 2,3 Milliarden Euro veranschlagt. 1,6 Milliarden Euro davon sind bisher noch offen. Nach Angaben von Lütke Daldrup sollen sie auch aus den Einkünften kommen, die der BER in Zukunft erzielen will. Einen neuen Eröffnungstermin für den Flughafen will Lütke Daldrup Ende des Jahres bekanntgeben - Stand jetzt jedenfalls.

Sendung: Abendschau, 28.08.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

25 Kommentare

  1. 25.

    Welche S-Bahn- und Express-Verbindungen meinen Sie? Welche für Tegel, wo man außer mit dem Auto nur mit dem (Eindecker-) Bus hinkommt?

    Wenn Sie die BER-Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln für "extrem schlecht" halten, wie bewerten Sie dann die Anbindung des Flughafens Tegel?

    Bitte informieren Sie sich über die bereits vorhandenen Bahnanschlüsse des BER, welche die Deutsche Bahn AG seit nunmehr sechs Jahren betriebsbereit hält (und dafür von der Flughafengesellschaft auch schon Geld haben wollte), sowie über die weitere Strecke nach Schönefeld, die in Kürze quer durch Marienfelde und Lichtenrade gebaut wird.

  2. 24.

    Die 62 Starts und Landungen sind auch wieder Fake News herausgegeben von Ryanair, die nicht auf den BER wollen. Die wollen lieber nach Eberswalde-Finow, was sie wegen der 1 Flughafen Strategie nicht dürfen.
    Offiziell sind es 78 Starts und Landungen.
    Die Zahl mit der der Flughafenchef um sich wirft ist 90, was er mit Optimierungen des Verkehrs auf den Flugfeldern schaffen will ist wohl auch eher Fakenews.
    Am Tag darf der BER 16 Stunden mit 2 Landebahnen und zusätzlich 3 Stunden mit einer Landebahnen betrieben werden, mach wenn man es auf zwei Bahnen rechnet 17,5 Stunden.
    2016 sind in Tegel und Schönefeld zusammen 32,9 Millionen Passagiere bei rund 282.000 Starts und Landungen transportiert worden, das sind rund 116 pro Flugbewegung.
    62 x 17,5 x 116 x 365 = 45938900
    78 x 17,5 x 116 x 365 = 57794100
    90 x 17,5 x 116 x 365 = 66685500
    Das könnte klappen.
    Die Frage ist ob die Flugrouten Abstände zwischen den Flugzeugen von 93s (78 Bewegungen) bzw. 80s (90 Bewegungen) zulassen.

  3. 23.

    Würde sich alles gut anhören - wenn die SPD-geführten Regierungen von Berlin und Brandenburg beim Bau des BER seit 2006 nicht so eklatant versagt hätten!
    Und , nein, es hat ja absolut nichts mit dem anstehenden Volksentscheid zu tun, dass die Prognosen (Masterplan genannt) gerade jetzt veröffentlicht werden! Wer es glaubt...
    Wenn es keinen Zusammenhang gäbe hätte Herr Lüttke-Daldrup doch auch einen festen Eröffnungstermin nennen können?
    Übrigens läuft die Betriebsgenehmigung für Tegel 2019 aus - BER noch nicht eröffnet.
    Berlin wird Provinz ohne Flughafen werden! ? Toll gemacht von den Herrschaften der SPD-Regierungen in Berlin und Brandenburg (die haben sich nämlich immer wieder mit ihren Änderungswünschen durchgesetzt und alles verzögert - nicht der Bund)

    Schlimm wie der Bürger weiterhin für dumm verkauft wird.
    Und es war die Bonner SPD-Politik, die eine bessere Tegel-Anbindung und die Erweiterung Tegels damals zu Mauerzeiten torpediert hat. Danke SPD!!!!!

  4. 22.

    Nichts als Sandkastenspiele. Solange der BER nicht eröffnet ist und beweist, dass er überhaupt im Realbetrieb funktioniert, wäre es mehr als skandalös weitere Mittel für einen Ausbau zu bewilligen. Von mir aus können die gern einen Freizeitpark daraus machen und an anderer Stelle versuchen einen Flughafen zu bauen. Billiger wird das allemal.

  5. 21.

    Soll hier...,
    soll da...
    Wie wäre es mal mit der Aussage: "wird sich vergrößern".
    Und natürlich "Parkhäuser sollen umgewandelt werden", damit auch ja nicht auf die Idee kommst mit dem Pkw zum Flughafen zu fahren, bzw. dein Auto während des Urlaubs da gegen Entgelt parkst. Und schon wieder für mich persönlich ein klitzekleiner Grund, meinen Haken beim Entscheid für den Erhalt Tegel zu tätigen. Die lernen es nicht...

  6. 20.

    Architektonisch ist der BER nicht besonders schön, aber vielleicht effektiv. Was jetzt allerdings als Ausbauplan vorgestellt wurde, verunstaltet den Flugplatz komplett und läßt auch keine klaren Strukturen mehr erkennen. Das wird Murks mit Ansage. Wieso hält man sich nicht an den früheren Original-Erweiterungsplan mit den dem Hauptpier vorgesetzten Erweiterungsbau I und/oder II zwischen der nördlichen und südlichen Start- und Landebahn? Anscheinend fehlt immer noch ein wegweisendes Konzept und das richtige Personal dazu.

  7. 19.

    Die Planung hätte im laufenden Verfahren immer angepasst werden müssen - das wurde versäumt. Festhalten an den gesetzten Zielen ohne Flexibilität ist wohl eine typisch Preußische Tugend.
    Der Problem-BER wird weiter vor sich her dümpeln, die Öffnung wird weiter verzögert, die Anwohner aller betroffenen Gebiete werden weiterhin verarscht und über´s Ohr gehauen.
    Ob ein Müller, ein Lütke-Daldrup oder wer auch immer davor: der Realitätsverlust der Granden ist mit dem der Volkskammer 1989 gut zu vergleichen. Damals blieb die Mauer in 50 und in 100 Jahren bestehen, heute wird der BER, seit zig Jahren ungenutzt, als Heiligtum betrachtet, dass es nicht in Frage zu stellen geziemt - jeder, der etwas anderes behauptet ist ein Nestbeschmutzer.
    Über die Posse lacht die Welt......

  8. 18.

    Man wird doch wohl noch träumen dürfen. :-)

  9. 16.

    Die haben die Grundplatte noch nicht ganz fertig und wollen jetzt schon den Ausbau des Obergeschosses bekanntgeben.
    Interessant!Aber geben wir Ihnen Chancen ohne Ende...

  10. 15.

    Was sollen diese Fake News? Der Flughafen wird nie und nimmer aufmachen, auch 2040 nicht. Mit diesen vielen unfähigen Leuten wird das nichts. Der Flughafen Tegel muss bleiben und die Politiker sollten endlich sich mal einen Kopf machen, das die nicht in der Lage sind und unfähig sind einen vernünftigen Flughafen wie den BER in Berlin zu bauen. Wir schaffen das nicht, außer noch mehr Geld zu verbrennen.

  11. 14.

    Dann rechnen Sie doch mal vor, wie diese angeblich zu bewältigen 58 Millionen Passagiere mit nur zwei Start- und Landebahnen, deren Kapazität bei maximal 62 Starts und Landungen pro Stunde liegt, transportiert werden sollen.

    Wenn das von der FBB vorgestellte Luftschloß Realität würde, könnte man vielleicht tatsächlich 58 Millionen Paxe pro Jahr abfertigen. Nur abfliegen könnte man sie immer noch nicht.

  12. 13.

    Tegel besteht doch zu einem großen Teil aus provisorischen Erweiterungsbauten. Die Anbindung mit ÖVP ist im Vergleich zu BER desaströs. Hat 21 Mio Reisende nicht abgeschreckt.

  13. 12.

    Frau Merkel hat gesagt, Tegel muß schliessen und die regiert schon seit 12 Jahren und muss es ja wissen. Wenigstens auf eine ist Verlass die nicht auf das Geschwätz hört.

  14. 11.

    Ich habe es noch gelernt: 2 x 0 = 0

    Dann wird es mit der Eröffnung wohl so schnell nichts werden. Schade um das Steuergeld und die vielen kleinen Einzelhändler und Gewerbetreibenden, die sich auf die ersten Öffnungstermine eingestellt hatten und in den Ruin getrieben wurden. Ich hoffe diese neuen Märchen werden nicht mehr geglaubt.

  15. 10.

    Kapazität BER 2017 = 0. Kapazität BER = das doppelte! Ich will die gleichen Drogen haben, wei die Herren der Flughafengesellschaft.

  16. 9.

    Wie heisst es in einem rheinischen Refrain: "Dreimol Null es Null es Null". Vielleicht passt auch der Ankauf des Hauses der Statistik durch den Senat zum Thema..l

  17. 8.

    Das ist ja lächerlich. Sie bekommen den Bau des BER bis heute nicht in den Griff, planen aber schon bis 2040! Oder soll er erst 2040 eröffnet werden.....Ironie off!

  18. 7.

    Kapazität verdoppeln? So ein Witz. Damit nimmt man den Tegel Befürwortern kaum den Wind aus den Segeln, sondern beweist, dass der Flughafen noch bis zum Sankt Nimmerleinstag offen gehalten werden muss. Wie sollten die ganzen An- und Umbauten nach den Erfahrungen hier wohl gelingen und in wie vielen Jahren? Wenn das jetzt schon nicht gelingt wann dann? Mit Fertighäusern und Förderbändern in Parkhäusern lockt man keine Passagiere an-, nein man vergrault sie. Allein schon wegen der dann fehlenden Parkplätze und der extrem schlechten Anbindung durch die Öffis. Warum werden nicht endlich die fehlenden U- und S- Bahn Verbindungen und vor allem die Express Verbindungen geschaffen?

  19. 6.

    Zitat: "....auch um den Tegel-Befürwortern den Wind aus den Segeln zu nehmen.""

    Also mal ganz ehrlich. Man sollte der Flughafen erstmal eröffnen und dann könnte man über die anstehende
    Ausbaupläne diskutieren. Man schaftt es nicht einen Flughafen zueröffnen aber großkotzig über
    Ausbaupläne zu sprechen. Einde Schande ist das.

    Ich habe eher den Anschein, man prüft und plant seit Jahren - aber das wars auch.

    Peinlich hoch zehn nur noch. Man hätte vielleicht mal die Türken oder Chinesen ran lassen sollen :-)

Das könnte Sie auch interessieren

Terminal des BER in Abendbeleuchtung (Quelle: dpa)

BER-Aufsichtsrat hat getagt - Ausbau ja, Termin nein

Ende 2018 sollen die Bauarbeiten am BER abgeschlossen sein. Das sieht die aktuelle Planung der Flughafengesellschaft vor. Und die Eröffnung? Auch dafür könnte es nach einem Medienbericht einen Termin geben. Das wollte der Aufsichtsrat am Freitag aber nicht bestätigen.