Demonstration zum Gedenken an den 22-jährigen Burak Bektas (Quelle: dpa)

Zwei Jahre nach dem ungeklärten Mord - Trauerzug in Berlin erinnert an Burak Bektas

Mit einem Trauerzug haben mehrere hundert Menschen am Samstag in Berlin an den Mord an Burak Bektas erinnert. Er war am 5. April 2012 erschossen worden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Todes von Burak Bektas versammelte sich eine Initiative von Freunden des Getöteten am S- und U-Bahnhof Neukölln. Sie vermuten Rechtsextremisten als Täter. Unter dem Motto "Ist Rassismus wieder das Motiv? Wir fordern Aufklärung" hatte eine Initiative für Samstag zu einer Demonstration aufgerufen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund der Tat, kann ihn aber auch nicht ausschließen.

Ein Unbekannter hatte vor zwei Jahren in der Nacht vom 4. auf den 5. April auf fünf junge Männer geschossen. Burak Bektas starb an seinen Verletzungen, zwei andere wurden lebensgefährlich verletzt.

Nach wie vor keine Spur

Trotz intensiver Fahndung fehlt von dem Mörder seither jede Spur. 2.000 Menschen kamen 2012 zur Beerdigung, noch heute findet einmal im Monat eine Mahnwache statt. Mittlerweile werden dort Vorwürfe gegen die Polizei laut.

Der Leiter der 6. Mordkommission, Bernhard Jaß, hat Verständnis dafür, dass die Situation für die Freunde und Angehörigen unbefriedigend ist: "Wir selber bedauern es sehr, dass wir ihnen noch keine Nachricht übermitteln konnten, dass unsere Arbeit Früchte getragen hat."

Zwei Jahre nach der Tat gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, dem Mörder doch noch auf die Spur zu kommen: Die Polizei braucht Hinweise aus der Bevölkerung. Möglicherweise macht der Täter auch nach dieser langen Zeit in seinem Umfeld noch Andeutungen über seine Tat. Der Mann hat wahrscheinlich eine Affinität zu Waffen. Es besteht nach wie vor die Gefahr, dass der Täter noch einmal mordet.

Mit Informationen von Torsten Mandalka.

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Zwei Jahre ist es her, dass Burak Bektas in Neukölln erschossen wurde. Von dem Täter fehlt nach wie vor jede Spur. Birgitta Sticher, Kriminalpsychologin an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht, unterstützt die Polizei häufiger als eine Art Profilerin. Im Fall Bektas war sie nicht an den Untersuchungen beteiligt. Ihre Analyse im Interview mit Torsten Mandalka beruht auf den Recherchen des rbb.