Unbekannte haben in der Nacht zum 14.01.2016 in Berlin-Britz ein Fahrzeug der Neuköllner Falken angezündet. (Quelle: Neuköllner Falken)

Unbekannte zünden Fahrzeug in Berlin-Britz an - Offenbar Brandanschlag auf Auto der Neuköllner Falken

In Berlin-Britz haben Unbekannte in der Nacht zu Samstag einen PKW angezündet. Wie die Neuköllner Falken mitteilten, handelt es sich um das Fahrzeug einer Gruppenleiterin der sozialistischen Jugendorganisation. Die Frau konnte das Feuer noch vor Eintreffen der Einsatzfahrzeuge selbst löschen, wie die Neuköllner Falken rbb|24 erklärten. Der Brandsatz habe offenbar auf einem der Vorderreifen gelegen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Die Falken gehen davon aus, dass der Anschlag von Rechtsextremen verübt wurde.

Falken bereits mehrfach Ziel von Anschlägen

Auch die Polizei meldete ein brennendes Auto an der Britzer Hufeisensiedlung. Auf Nachfrage von rbb|24 wollte sie zwar nicht bestätigen, dass es sich um den PKW der Gruppenleiterin handelte, weil sie grundsätzlich keine personenbezogenen Daten herausgebe. Eine Sprecherin erklärte aber, es handele sich um ein Fahrzeug, das von einer "ehrenamtlich sozialpolitisch tätigen Frau" genutzt werde.

Neukölln Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte am Samstag, sie sei erschüttert über den erneuten Brandanschlag auf das Umfeld der Neuköllner Falken.

Die Neuköllner Falken waren in den letzten Jahren schon mehrfach das Ziel von Anschlägen, offenbar aus der rechtsextremistischen Szene. Zuletzt wurde vor rund drei Monaten ein Fahrzeug der Jugendorganisation angezündet. Im Jahr 2011 wurde das Anton-Schmaus-Haus (ASH) in Britz in Brand gesteckt. 2012 wurde an eine Wand "Ihr interessiert uns brennend" geschmiert, eine von mehreren Schmierereien und Hakenkreuzen. Seitdem wird das ASH mit massiven Zäunen, Sicherheitsanlagen und Überwachungstechnik sowie der Polizei geschützt.

1904 aus der Arbeiterbewegung entstanden

Die Organisation Die Falken ist eigenen Angaben zufolge ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Gegründet wurde sie 1904 aus der Arbeiterbewegung heraus, im Dritten Reich wurde sie von den Nazis verboten. Später standen sie den Sozialdemokraten nahe, während der Studentenbewegung in den 1960er Jahren aber gingen die Falken weitaus kritischer mit der SPD um. Allerdings: Zwischen 1971 und 2011 durften Mitglieder anderer Parteien als der SPD den Falken nicht beitreten, seitdem hat sich die Organisation aber wieder mehr geöffnet.

Die Neuköllner Falken organisieren neben politischen Aktionen und Seminaren auch Zeltlager und Ferienfreizeiten und engagieren sich unter anderem gegen Rechtsextremismus und für eine aus ihrer Sicht "gute Jugendpolitik".

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich wünschte mir, dass der RBB an der Thematik so vorbildlich dranbleibt wie in diesem Beitrag. Es geht hierbei ja um nichts weniger, als ehrenamtliches, demokratisches Engagement zu schützen und zu würdigen. Das von den Falken getätigte Engagement ist ein sichtbares Zeichen aus dem Kreis der zur Zeit eher schweigenden Mehrheit der Deutschen, die nicht auf plumpe "Volksverräter"-Rhetorik hereinfallen will. Jene, die offen gegen Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit einstehen, jene, die ihre Freizeit für politische Bildungsarbeit nutzen, sollten von der Mehrheitgesellschaft geschützt und getragen werden. Es geht ja hier um unsere gemeinsame Gesellschaft!

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