Ein Demonstrant hält am 09.01.2017 nahe dem Truppenübungsplatz Lehnin (Brandenburg) während einer Protestveranstaltung ein Plakat mit der Aufschrift "Ami go home". (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg aktuell | 10.01.2017 | Andreas B. Hewel

Durch Brandenburg nach Polen - AfD und Linke verteidigen Protest gegen US-Truppenverlegung

Die Verlegung von rund 4.000 US-Soldaten nach Osteuropa sorgt in Brandenburg für kontroverse Debatten. Nach einer Protestveranstaltung schlagen nun auch im Landtag die Wellen hoch. AfD und Linke zeigen sich dabei einiger, als ihnen offenbar geheuer ist.

Die US-Truppenverlegung nach Mittel- und Osteuropa sorgt im Land Brandenburg weiter für erhitzte Gemüter. AfD und Linke verteidigten am Dienstag die Proteste gegen die Operation.

"Es ist keine Friedenspolitik, es ist Kriegsdrohungspolitik", sagte AfD-Landeschef und Bundesparteivize Alexander Gauland. "Wir brauchen kein Säbelrasseln in Osteuropa und wir brauchen keine zusätzlichen amerikanischen Truppen an der russischen Grenze."

Zwei Konvois machen Station in Lehnin

Die Verlegung von Soldaten und Material erfolgt teilweise auch durch Brandenburg. In der Nacht zu Dienstag erreichten die ersten sieben Lastwagen mit etwa 20 US-Soldaten den Truppenübungsplatz Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Insgesamt würden zwei Konvois mit 40 Fahrzeugen erwartet, sagte der Sprecher des Landeskommandos Brandenburg der Bundeswehr, Uwe Nowitzki.

Die Soldaten wollten in der Nacht auf dem Truppenübungsplatz rasten und am Mittwochmorgen weiter in Richtung Polen fahren. Bei der US-Operation "Atlantic Resolve" werden insgesamt rund 4.000 Soldaten sowie militärische Ausrüstung nach Mittel- und Osteuropa verlegt, ein Teil davon passiert Brandenburg. Die meisten der zur Brigade gehörenden US-Soldaten werden direkt nach Polen fliegen.

Protest gegen Truppenverlegung

Etwa 150 Menschen hatten am Montagabend auf Initiative des Landesverbandes der Linken gegen die Verlegung protestiert. Fraktionschef Ralf Christoffers sprach vom "Ausdruck eines legitimen Protestes". Sorgen davor, dass die Stationierung von Panzern die Situation mit Russland verschärfen könnte, seien berechtigt. Mit Blick auf die Einigkeit mit der AfD in dieser Frage sagte der Linken-Politiker, "niemand wird verhindern können, dass populistische Parteien sich auf Themen draufsetzen."

Kritik an den Kritikern

Grünen-Fraktionschef Axel Vogel warnte dagegen vor einer "Querfront zwischen Links und Rechts" in der Ablehnung der Nato und einer "Blauäugigkeit in Bezug auf Putins Russland". Das ganze Manöver sei eine Reaktion auf Truppenaufmärsche Russlands - und auf Wunsch von Polen und den baltischen Staaten von der Nato beschlossen, betonte Vogel.

CDU-Fraktions- und Landeschef Ingo Senftleben kritisierte, dass Linke und AfD gemeinsam Stimmung gegen die USA machten. Der Protest sei auch auf Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zurückzuführen, der sich kritisch zu der Truppenverlegung geäußert hatte. Gerade Woidke als Polenbeauftragter der Bundesregierung sollte "wesentlich sensibler und ausgewogener" mit dem Thema umgehen, sagte Senftleben.

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Antwort auf [James Franklin] vom 11.01.2017 um 09:23
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9 Kommentare

  1. 9.

    Also ich würde Nelken werfen, statt Steine & Böller, ich würde Frieden rufen statt- Hass schreien, aber eben nur wenn alles friedlich abläuft und die Truppen keine Gefahr für unsere Demokratie & Werte darstellen würden, aber warum sollte Putin mit seinen Truppen hier in D einmaschieren der hat im eigendem Land genug um die Ohren, der Durchzug der Ami Truppen hier im Lande sehe ich auch mit gemischten Gefühlen , doch bitte einmal genau Nachdenken, wir haben in Deutschland immer noch nur Waffenstillstand mit den Allliierten , Sie können wann immer Sie wollen durch oder einmaschieren, deshalb hat ja auch keiner in der Regierung hier bei uns aufgemuckt ,es ist halt immer eine Betrachtungsweise angebracht, viele Entscheidungen in unserem Land werden von anderen Ländern gemacht bzw, eingefordert, das ist leider kein Fake, man sieht es schon daran das unser Bundespräsident rein gar nichts zu melden hat, ist halt nur ein Aushängschild, mehr nicht.

  2. 8.

    Ich nehme an,dann würde genauso protestiert werden. Aber warum sollte er hier mit Truppen durchfahren? Oder sollte das eine Verniedlichung für einen Einmarsch bedeuten? Wenn du das ernsthaft glaubst,empfehle ich dir,dich mal mit der Realität zu befassen.

    Ansonsten fällt es vielen wohl schon schwer,selbst einen kurzen Text genau zu lesen. Nirgends steht,dass AfD und Linke gemeinsam protestiert haben. Sie haben nur die gleiche ablehnende Haltung.

    Dass von einem Linken indirekt kritisiert wird,dass die AfD die gleiche Meinung hat,ist genauso unsinnig,wie das Querfront Geseier. Und das ausgerechnet von den Grünen. Oder besser CDU ligth? Politik wird immer unerträglicher.

  3. 7.

    Der Bericht ist ein Hohn & entspricht nicht den Tatsachen, vor Ort in Lehnin war bei dieser Demo kein AFD Mitglied oder gar Wähler vor Ort, also was soll dieser Vergleich die AFD mit Links Polpulisten auf eine Stufe zu stellen, ist genauso wie man den FDP Lindner mit Gauland vergleicht , denn das hat der Gauland nun wirklich nicht verdient .

  4. 6.

    Wo ist dieser Artikel Verfassungswidrig? Erklären Sie mir das bitte! Viel interessanter ist doch, dass Linke und AfD zusammen demonstrieren. Zuviel rot macht braun....

  5. 5.

    Ein passender Spruch dazu: " Der Hirntod bleibt ja bei vielen jahrelang unbemerkt, besonders bei Links-und Rechtsradikalen " Mehr ist dazu nicht zu sagen oder zu schreiben.

  6. 4.

    Das Bild zu euer Thema AfD und Linke verteidigen Protest gegen US-Truppenverlegung finde ich Verfassungswidrig .

    Insbesonderes den Regenbogen Fahne hinter den Text " AMI GO HOME". es gibt eine Grenze zwischen Journalismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Volksverhetzung zum propagieren.

    Die Grenze habt ihr regelrecht überschritten, und in die Worte von Kanzlerin Merkel , " die Verniedlichung von Fremdenfeindlichkeiten macht das perfekte Boden für Gewalt. Es wird alles was ihr damit getan haben wieder auf eigene Füsse fallen "

    Den Anschlag auf Breitenbach platz ist das beste Beispiel dafür glaube ich . nach den Reportage von Jan Böhmermann zum Beispiel.

    Ihr lernt einfach nie aus mit dieser Bild Wahl exclusiv vom Reportage Inhalt.

  7. 3.

    Nur eine Überlegung. Wie würden denn diese Demonstrierer reagieren wenn Putin mit seinen Truppen hier durchs Land fahren würde. Schmeissen sie dann mit Nelken oder zeigen auch Negativ- Plakate. Man wird es leider niemals erfahren, denn dazu sind diese Leute einfach zu feige.

  8. 2.

    Als Kritik an der Linkspartei greift das nicht, denn die CDU hat in ihrem Programm mehr mit der AfD gemeinsam als Die Linke. Auch die Motivation für den Protest könnte nicht unterschiedlicher sein, Die Linke steht für Friedenspolitik und internationalen Ausgleich, die AfD aber für Abschottung und Ignoranz, und sie schätzt an Russland nur die konservativen und autoritären Aspekte der Innenpolitik Putins.

  9. 1.

    Eine "Querfront"... das hat den Konsensdemokrazis gerade noch gefehlt! XD
    Hier scheiden sich Dogmatiker und Betonkoepfe, denen es ueberhaupt nicht um die Sache an sich geht, von Politikern mit einem letzten Rest von Gewissen.

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(Quelle: dpa/Burgi)

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