Zahlreiche To-Go-Pappbecher krönen einen Berliner Mülleimer (Quelle: dpa/Paul Zinken)

Erfolgreicher Start für Mehrwegbecher-Initiativen - Berliner füllen nach statt wegzuwerfen

170 Millionen Einwegbecher sammeln die Berliner Kaffee-, Saft-, und Kakaotrinker pro Jahr an. Zwei Berliner Initiativen haben in einer groß angelegten Aktion gegen die Massen an Müllberge gestartet - und ziehen unabhängig von einander positive Bilanz.

Die Idee hat offenbar funktioniert.

"Better World Cup" von 100 auf 169 - und 250 Bäckereifilialen folgen bald

Das finden auch immer mehr Geschäfte gut und sind mit eingestiegen. Mitte Juli war die Aktion "Better World Cup" von Senat, Stadtreinigung sowie Wirtschafts- und Umweltverbänden mit etwa 100 unterstützenden Bäckereien, Cafés und Läden gestartet. Kurz darauf seien es 169 gewesen, so eine Sprecherin der Umweltverwaltung. Auf Werben der Industrie- und Handelskammer habe jetzt sogar eine große Bäckereikette mit ihren 250 Filialen zugesagt, demnächst ebenfalls Mehrwegbecher-Nutzer zu belohnen. Gespräche mit einer Hotelkette würden ebenfalls laufen.

"Recup" die Mehrwegflaschen-Idee nur als Kaffeebecher

Auch "Recup", eine ebenfalls vor rund einem Monat gestartete Mehrweg-Initiative, ist zufrieden. Die Berliner hätten das Mehrwert-Pfandsystem "sehr gut angenommen", sagt Geschäftsführer Fabian Eckert. Bei "Recup" wird der Kaffee nicht in die eigene Tasse gefüllt, sondern in einen Mehrweg-Becher, für den der Trinker Pfand bezahlt.

Ähnlich wie Mehrwegflaschen können die Becher dann in unterschiedlichen Cafés zurückgegeben werden. Gestartet ist die Aktion mit 45 Cafés. Es kämen aber ständig neue hinzu, so der Geschäftsführer. Aktuell seien rund 10.000 bis 15.000 seiner Becher im Mehrweg-Zyklus unterwegs. Mit Ende der Urlaubszeit rechnet Eckert jedoch mit einem deutlichen Anstieg, denn dann seien die Einheimischen - seine Zielgruppe - zurück.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Früher hat man den Kaffee gepflegt im Kaffee oder am Bistrostand getrunken. Heute rennt man mit den albernen Pappbehältern rum und verschandelt die Umwelt.

  2. 3.

    Das ist genau der Punkt .
    Die gute alte Thermoskanne und schon wäre die komplette Problematik verpufft .
    Da müssen sich nicht Unternehmen gründen , um das Rad neu zu erfinden .
    Keine Müllberge , kein Hygieneproblem - alles gut .
    Und im Ausnahmefall ist dann der Plastikbecher kein Problem ...

  3. 2.

    Ich denke mal nicht, dass es sich hierbei um Pappbecher als Mehrweg handelt.
    Aber davon abgesehen nervt mich diese zunehmenende "Ver-Englisch-ung" ganz schön. Ein "Recup" ist einfach mal ein Rückgabe- oder Pfandbecher. Auch der Begriff "to go" hat nichts mit "im-Gehen-trinken" zu tun, sondern ist nichts anderes als "Kaffee zum Mitnehmen". Man ist also bei Lust auf nen Kaffee nicht an den Erwerbsort gebunden, sondern kann sein Heißgetränk anschließend irgendwo zB auf einer Parkbank trinken oder ihn in Bus&Bahn genießen (oder ggf auf andere Fahrgäste verschütten). Auf Reisen halte ich es mittlerweile so, dass ich immer einen Thermobecher mithabe. Und wenn ich dann doch mal diesen "bösen Pappbecher" benutze, entsorge ich ihn wenigstens so, wie es sich gehört. Nicht auf die Straße, nicht in die Büsche, nicht in die Gleise, sondern in den nächsten Papierkorb.

  4. 1.

    Grundsätzlich ist Mehrweg immer zu bevorzugen . Hier halte ich es aber für einen hygienischen Supergau .
    Der Verbreitung von Bakterien und Viren wird hier Tür und Tor geöffnet ... Wie sollen denn die Pappbecher
    keimfrei gereinigt werden ? Ich glaube kaum, daß das praktisch geht . Die werden höchstens lauwarm gespült .
    Im " to go - Bereich " bitte nur mit eigenem Kaffeebecher . Genau aus diesem Grund ist ja das " Wegwerfen "
    wahrscheinlich entstanden .
    Unabhängig davon ist mir unklar , warum man ständig im Gehen Kaffee trinken muß ...
    Aber das muß jeder selbst entscheiden .

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