Mitglieder der Organisation Campact und mehrerer Umweltschutzverbände protestieren am 12.09.2017 vor der Brandenburger Staatskanzlei (Quelle: Ralf Hirschberger / dpa)

Vor Brandenburger Staatskanzlei - Umweltschützer protestieren gegen Senkung der Klimaziele

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium will an den Klimaschutzzielen des Landes rütteln, doch das wollen Umweltschützer nicht hinnehmen. Im Gegenteil, sie fordern den Kohleausstieg - am Dienstag lautstark vor der Staatskanzlei.

Rund 40 Mitglieder der Organisation Campact und mehrerer Umweltschutzverbände haben vor der Brandenburger Staatskanzlei gegen eine mögliche Absenkung der Klimaziele demonstriert. Das sich extreme Wetterereignisse wie derzeit der Hurrikan "Irma" häufen, zeige die dramatischen Folgen der Erderwärmung, sagte Campact-Sprecherin Luise Neumann-Kosel am Dienstag bei der Protestaktion. Daher sei es notwendig, zügig aus der klimaschädlichen Braunkohle-Verstromung in der Lausitz auszusteigen.

Linke betonte: Noch kein Beschluss der Landesregierung

Das SPD-geführte Wirtschaftsministerium hatte im Juli erklärt, die Klimaschutzziele der Landesregierung müssten gesenkt werden. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Absenkung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2030 um 72 Prozent im Vergleich zu 1990 sei nicht mehr
realistisch. Ähnlich äußerten sich später auch Politiker der Linken wie Fraktionschef Ralf Christoffers, der Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Domres und Wirtschaftsexperte Matthias Loehr.

Dabei hatte die Linke in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD noch darauf beharrt, an den Klimazielen festzuhalten. Auch im Bundestag vertritt die Linke eine völlig andere Linie.

Finanzminister und Linken-Landeschef Christian Görke betonte vor den Demonstranten, es gebe keinen Beschluss der Landesregierung zur Absenkung der Klimaziele. "Das Ziel ist, zügig sozialverträglich und ökonomisch verantwortlich aus der Braunkohle-Verstromung auszusteigen", sagte Görke. Ein Datum dafür nannte er nicht.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wenn extreme Wetterlagen immer häufiger werden - sei es Dürren oder Niederschläge, sollte man langsam mal in die Grüne Biotechnologie investieren, Zulassungsbeschränkungen für gentechnisch veränderte Pflanzen senken, Produkion und Verkauf als Nahrungsmittel erlauben etc.
    Wie lange wollen wir denn warten, bis auf herkömmliche Weise stressresistente Pflanzen erzeugt werden? In den neuen gene-editing Technologien steckt viel Potential. Die Klimakatastrophe lässt sich vermutlich nicht mehr aufhalten, weswegen wir uns schnellstmöglich anpassen müssen indem wir die Pflanzen anpassen.

  2. 2.

    40 Leute....sieht ja schlecht aus für die Grünen. ...Zu Recht! !!

  3. 1.

    >>Umweltschützer protestieren gegen Senkung der Klimaziele << ... klingt wie ein Bericht über den Pawlow'schen Reflex. Ein Titel >> Umweltschützer protestieren gegen Senkung der Klimaziele ... und nennen (nominal, qualitativ)gleichwertige arbeitspolitische Alternativen << --> JA, das hätte mich "vom Stuhl gehauen".

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