Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) (Quelle: dpa/Arno Burgi)
Video: Abendschau | 12.09.2017 | Gabriele von Moltke

BerlinTREND September 2017 - Berlins Regierung erhält schlechtes Zeugnis

In Berlin schwindet die Zufriedenheit mit dem Senat - und die SPD sinkt in der Wählergunst weiter ab. Das geht aus dem neuen BerlinTREND von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost hervor. Die größte Zustimmung genießt bei Berliner Wählern weiter die CDU.

Wenn am kommenden Sonntag das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt würde, würde die CDU daraus als stärkste Kraft hervorgehen. Das geht aus dem neuen BerlinTREND von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost hervor.  

Danach würde die CDU mit 23 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Im Vergleich zum letzten BerlinTrend im Mai ist das ein Minus von einem Punkt. Die SPD würde ebenfalls einen Punkt verlieren und käme auf 21 Prozent. Bei den Koalitionspartnern im rot-rot-grünen Senat zeichnet sich ein Zugewinn ab: Die LINKE würde im Vergleich zu Mai um zwei Punkte auf 19 Prozent zulegen, die Grünen um einen Punkt auf 14 Prozent.

Auf die Alternative für Deutschland (AfD) würden unverändert zehn Prozent entfallen. Die FDP würde mit sieben Prozent einen Punkt weniger erzielen als im Mai.

Große Unterschiede zwischen Ost- und Westteil Berlins

In den östlichen und westlichen Bezirken Berlins unterscheidet sich das Wählerverhalten teilweise erheblich. Besonders stark ist der Unterschied bei der LINKEN – bei ihr würden 26 Prozent der Wähler in Ostberlin ihr Kreuz machen, im Westen nur die Hälfte, nämlich 13 Prozent. Bei der FDP ist das Verhältnis genau umgekehrt: Ihr würden acht Prozent der Wahlberechtigten im Westteil Berlins ihre Stimme geben, im Osten lediglich vier Prozent. CDU und SPD hätten im Osten jeweils vier Prozentpunkte weniger als im Westen: Die CDU 21 Prozent (im Westen: 25), die SPD 19 Prozent (im Westen: 23). Bei der Grünen ist der Unterschied mit zwei Punkten etwas geringer (im Osten 13 Prozent, im Westen 15 Prozent), und bei der AfD unterscheiden sich die Umfragewerte kaum: Im Osten bekäme die Partei elf Prozent der Stimmen, im Westen zehn.

CDU wäre auch bei der Bundestagswahl vorn

Wenn die Berliner Wähler am kommenden Sonntag über den Bundestag abstimmen sollten, ergäbe sich ein ähnliches Bild wie bei einer Wahl zum Abgeordnetenhaus: In der Gunst der Berliner Wähler läge auch in diesem Fall die CDU vorn, wenn auch mit leichten Verlusten. Die Christdemokraten kämen demnach auf 26 Prozent der Stimmen - ein Verlust von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Mai. Zweitstärkste Kraft würde die SPD mit 19 Prozent und ebenfalls einem Minus von drei Prozentpunkten, dicht gefolgt von der LINKEN,  die zwei Prozentpunkte aufholt und auf 18 Prozent käme.

Die AfD könnte demnach auf zwölf Prozent zulegen (ein Plus von zwei Punkten) und würde viertstärkste Kraft. Die Grünen kämen unverändert auf elf, die FDP auf sieben Prozent.

Zustimmung zu Senat und Bürgermeister Müller sinkt weiter

Die schwachen Umfragewerte für die Berliner SPD schlagen sich auch in der Unzufriedenheit mit dem Senat nieder. Knapp zwei Drittel der Befragten (59 Prozent) erklären, sie seien "wenig bis gar nicht zufrieden". Das ist eine Zunahme von zwei Punkten. Dabei sind SPD-Anhänger zu 41 Prozent "weniger bis gar nicht zufrieden", Anhänger der Koalitionspartner LINKE zu 51 Prozent und Grüne zu 50 Prozent.

Schlechte Werte verzeichnet die Umfrage auch für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Etwas mehr als die Hälfte der Berliner (51 Prozent) ist mit seiner Arbeit unzufrieden: Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage im Mai.

Im bundesweiten Vergleich schneidet die Berliner Regierung in puncto Zufriedenheit der Bürger sehr schwach ab: Die Zustimmung zur Regierungsarbeit liegt lediglich bei 36 Prozent. Das ist mit Abstand der schwächste Zustimmungswert für eine Landesregierung in ganz Deutschland. In diesem Ranking liegt Bayern an der Spitze: Dort liegt die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung bei 69 Prozent.

BerlinTREND September 2017 in Grafiken

Kommentar

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30 Kommentare

  1. 28.

    Keine Ost-Hetze, DIE LINKE ist(!) die fortwährende, nie aufgelöste SED.
    Die heutigen Jünger und Überzeugten sind von den alten SED-Mitgliedern, den Ex-Gewinner im DDR-System, an Schulen, Unis, und Elternhaus bis in die heutige Zeit agitiert und rekrutiert worden.
    Diese Nachkommen sind Wähler der der Linken.
    Erschütternd das es so viele sind, die allen Werktätigen in Berlin eine reinwürgen wollen und soz.* Gerechtigkeit rumposaunen, um die eigene Faulheit und den Späteinstieg ins Arbeitsleben zu finanzieren.

    *sozialistische

  2. 27.

    yeah 27 Jahre später immer noch Ost-Hetze... traurig ... Oder sie haben jahrelang unter der SED gelitten das sie solche Aussagen treffen. Dann sollten sie sich aber professionelle Hilfe suchen um das Erlebte aufzuarbeiten ;)

  3. 26.

    Beängstigend ist eher,wie man immer noch glauben kann,dass es sich um die gleiche Partei wie damals handelt.

  4. 25.

    Beängstigend ! Anders kann man das Abschneiden der kommunistischen SED-Nachfolger Die Linke nicht werten - wieviel Unrecht muss eine Partei zugelassen bzw selbst veranlasst haben, dass die Menschen bereits 30 Jahre danach alles vergessen haben ?! Ein Chamäleon der Parteienlandschaft - wie hieß es früher so schön: Nepper, Schlepper, Bauernfänger !

  5. 24.

    Das freut mich ja,dass die Linke die SPD stimmenmäßig fast überholen würde. Das wäre doch mal ein Zeichen,wenn bei der Bundestagswahl die Linke in Berlin vor der SPD steht. Vielleicht setzt bei denen dann mal ein Umdenken ein.

    @Mühli
    Sehe ich genauso. Die Richtung stimmt schon mal.

  6. 23.

    Ich hätte den Grünen gar nicht die Top-Resorts in der Koalition übergeben, ist SPD denn wahnsinnig?
    Die Grünen haben die einflussreichsten Themen, aber anhand der realen Wählerbeteiligung haben sie vielleicht ~8% Wähler im ehrlichen Wahlergebnis für Berlin und tanzen den Berlinern auf der Nase herum.
    DIE Linke hat die 0815-Retter-der-Nation-Resorts, und die SPD hat DEN Bürgermeister ans Ufer gerettet, der ist aber zum Regieren in Berlin gar nicht nötig, sondern hat nur eine Pappaufsteller-Funktion. Der Sumpf regiert sich von selbst. Der Herr Müller braucht doch nur seinen Kopf aus dem Rathaus halten, dann kann er "seine" Stadt im Chaos eigentlich schon ganz gut sehen...

  7. 22.

    Berlin's Niedergang bekannt mit dem Mauerfall, als alles hip und was weiß ich werden sollte. Dieses Motto lebte unser Partymeister oder wie er offiziell heißt regierender Bürgermeister Wowereit aus. Und die Folgen spüren wir noch immer. Müller ist halt da und mehr auch nicht. Die bekannten Probleme werden nicht behandelt sondern dem Parteiprinzip untergeordnet bzw dann wäre berlin doch nicht mehr arm und sexy.
    Zum Thema wer ist noch Berliner kann ich nur sagen, berlin ist eine Grossstadt und wer vom Dorf hierher zieht sollte das Wissen und sich nicht sein Dorfleben hierher holen.

  8. 21.

    Das Konzerne, Großaktionäre, Millionenerben und Multimillionäre endlich PROZENTUAL soviel Steuern und Abgaben zahlen wie Kranken- und Altenpfleger, Mechaniker und Busfahrer.

  9. 18.

    Sie schreiben es korrekt. Das scheint vielen Arbeitnehmern bzw. zukünftigen Rentnern nicht bewusst zu sein. Und dazu kommen immer Pflegebedürftigte mit Demenz. Bezahlen werden dies wieder überwiegend nur die Arbeitnehmer mit ihren Sozialkassen.

  10. 17.

    Die sozialversicherungspflichtigen Steuerzahler und Arbeitnehmer zahlen prozentual die meisten Abgaben!
    Das gesellschaftliche Gesamtvermögen wird zunehmend zulasten der Schwachen und zugunsten der Reichen verteilt. Der Staat steht vor großen Herausforderungen, doch den politischen Entscheidungsträgern fehlt der Mut, sich mit den Topverdienenden und Besitzenden großer Vermögen anzulegen. Damit muss jetzt Schluss sein!

  11. 16.

    Steuern auf große Vermögen, hohe Einkommen und riesige Gewinne wurden gesenkt und Kapitalmärkte entfesselt. Viele große Konzerne drücken sich notorisch vor der Steuer. Reichtum und Macht konzentrieren sich in immer weniger Händen. In der Politik dominieren die Interessen der wirtschaftlich Mächtigen. Damit muß endlich Schluß sein. Hier liegen die Ursachen der sozialen und politischen Spaltungen und Probleme. An den Missständen in diesem Land sind nicht die Armen, die Erwerbslosen oder die Schutzsuchenden schuld. Das Lohndumping in dieser Republik muß beendet werden. Es muss wieder die SOZIALE Marktwirtschaft eingeführt werden. In der SPD muss wieder die Sozialdemokratie eingeführt werden.

  12. 15.

    Finanzstarke Unternehmen und Reiche müssen wieder ordentliche Beiträge zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten; sehr hohe Einkommen sind stärker zu besteuern; Kapitalerträge dürfen nicht privilegiert werden. Steuerbetrug muss bekämpft und Steuerschlupflöcher müssen beseitigt werden, in Deutschland, der EU und weltweit. Eine Vermögenssteuer und eine reformierte Erbschaftsteuer müssen die Konzerne mit Milliardengewinnen, die Millionäre und Milliardäre angemessen an der Finanzierung der öffentlichen Aufgaben beteiligen und soziale Ungleichheit abbauen.

  13. 14.

    So ist es. Dem schließe ich mich an. Es deprimiert mich immer wieder und macht mich unheimlich sauer dass nichts unternommen wird um endlich mal mehr Gerechtigkeit zu erreichen. Die mehdorns dieses Landes vernichten die Zukunft von zigtausenden Menschen, zerstören Unternehmen, werden fürstlich bezahlt dass einem schlecht wird und bekommen dafür auch noch Millionen, während die fleißigen Arbeitnehmer mit hungerlöhnen abgespeist werden und teilweise mehrere Jobs benötigen. Es ist eine Schande. Dass gerade die Union behauptet die richtige Partei zu sein und die Wähler das anscheinend auch noch glauben ist tieftraurig. Aber auch die Linken Parteien greifen nicht hart durch. Es ist zum Haareraufen. Die Ungerechtigkeit stinkt bis zum Himmel. Armes Deutschland

  14. 12.

    >>Und jewählt wer´n se trotzdem wieda - << na jut, wen solln se den sonst wählen ? wat für Alternativen jibs denn ?
    mir fällt da nischt ein , eine Wahl zwischen Pest u. Cholera , also gleich oder sofort tot ?

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