Umkleideraum einer Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg (Quelle: imago/Steinach)
Audio: rbb | 12.09.2017

Nach tödlichem Unfall auf A2 - Schröter will freiwillige und Berufsfeuerwehr gleichstellen

Bei den meisten Einsätzen in Brandenburg rücken freiwillige Feuerwehrleute aus. Trotzdem sind sie im Vergleich zu ihren Kollegen von der beruflichen schlechter abgesichert. Nach dem tragischen Unfalltod zweier Feuerwehrmänner auf der A2 soll sich das nun ändern.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat eine Gleichstellung von Berufs- und freiwilliger Feuerwehr in Aussicht gestellt. Nach dem verheerenden Unfall mit zwei getöteten Feuerwehrleuten auf der A2 vor genau einer Woche sagte Schröter am Dienstag dem rbb, man habe die Versorgung von angestellten, verbeamteten und freiwilligen Feuerwehrleuten überprüft. Dabei habe man festgestellt, dass es Unterschiede bei Sterbegeld, Witwen- und Waisenrente gebe.

Gleiches Sicherungssystem - ob freiwillig oder beruflich

Man werde eine Regelung organisieren, die eine Gleichbehandlung der drei Fallgruppen und auch der anderen Hilfsorganisationen möglich machen soll, so Schröter. All jene, die gefährliche Aufgaben erfüllten - ob freiwillig oder beruflich - müssten das gleiche Sicherungssystem für ihre Familien erhalten, sagte der SPD-Politiker weiter.

Freiwillige Feuerwehr bisher schlechter gestellt

Auch SPD-Fraktionschef Mike Bischoff kündigte ein entsprechendes Gesetz an. Er verwies darauf, dass mehr als 95 Prozent aller Einsätze im Land von freiwilligen Kräften geleistet würden. Bischoffs CDU-Amtskollege Ingo Senftleben betonte, es sei eine Pflicht der Gesellschaft, denen im Unglücksfall zu helfen, die sonst in der Not anderen helfen.

Den knapp 600 Berufsfeuerwehrleuten im Land stehen 40.000 Freiwillige entgegen. Sie führen 96 Prozent aller Einsätze aus. Bisher sind Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr und deren Angehörige finanziell schlechter abgesichert als es bei Berufsfeuerwehrleuten der Fall ist.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Und? Früher dachten die Leute die Erde ist eine Scheibe...
    Die Rechtsform kann man doch ändern. Die Aufgaben bleiben doch, nur verschwendet wird weniger.

  2. 8.

    Privatisieren wie in Dänemark geht, aber auch dort gibt es Komunen die noch selber Feuerwehren haben.
    Gibt es nicht umsonst, vor allem nicht die Qualität die wir gewohnt wird. Schnelle Hilfe bedeutet schon mal 1/2 h auf Hilfe warten. Kein Menschenleben in Gefahr wird erst mal von außen gelöst, ist sicherer für die Mitarbeiter, denn einen Sicherungstrupp gibt es nicht... Muss ja alles Finanziert werden, also mehr Steuern, höhere Schäden oder weiter entfernte Wachen bedeuten auch höhere Versicherungsbeiträge.

  3. 4.

    Ich würde komplette Feuerwehr privatisieren so wie in DK, macht alles Falck und funktioniert auch.

  4. 3.

    Hallo. Was heist gleichstellen?? Finanziell?? Ja ok. Witwenrente? Ja ok. Waisenrente sich ok. Aber was ist zB mit Rentenpunkte???? Einen halben Rentenpunkt pro Einsatzjahr! Das wäre ein Ansporn der vor Jahren von der FDP gefordert aber gegen massiven Widerstand der Landesregierung gestoßen ist.

  5. 1.

    Danke rbb-Redaktion, dass Sie nach diesem Artikel
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2017/09/feuerwehrleute-tot-unfall-autobahn-a2-brandenburg.html
    beim Innenministerium nachgefragt haben und das Thema mit der Absicherung der freiwilligen Feuerwehr- und anderen Rettungsleuten nun auch in den Köpfen der politischen Entscheider angekommen ist.

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