Rosen blühen am 12.09.2017 in Nauen (Brandenburg) vor der wiederaufgebauten Sporthalle. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: Brandenburg aktuell | 13.09.2017 | Hanno Christ

Brandsatz gegen Flüchtlingsunterkunft - Nauener Turnhalle öffnet zwei Jahre nach rechtem Anschlag

Vor zwei Jahren brannte die Sporthalle in Nauen völlig aus. Rechtsextreme hatten sie angezündet, weil dort Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Die Halle wurde wieder aufgebaut - auch ein Zeichen gegen feige Anschläge, sagt Innenminister Schröter.

In Nauen ist am Mittwoch der Neubau einer Sporthalle eröffnet worden, die vor gut zwei Jahren nach einem Brandanschlag niederbrannte. Sie kann nun wieder von den Schülern des Oberstufenzentrums und den örtlichen Sportvereinen genutzt werden.

Bei der Einweihung der neuen Halle erinnerte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter an den fremdenfeindlichen Anschlag, aber auch daran, dass die Einwohner von Nauen anschließend auf die Straße gegangen waren, um ein Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass zu setzen. "Der zügige Wiederaufbau der Sporthalle ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich niemand von solch feigen Anschlägen beeindrucken lässt", so Schröter.

Fünf Brandstifter verurteilt

Rechtsextremisten hatten Ende August 2015 das Feuer gelegt, um zu verhindern, dass Flüchtlinge in der Halle untergebracht werden können. Die Sporthalle wurde durch den Brand vollständig zerstört, es entstand ein Sachschaden von 3,5 Millionen Euro. Menschen wurden nicht verletzt.

Nach einem Brandanschlag ist die Turnhalle in Neuen völlig ausgebrannt. (Quelle: imago/Meike Engels)
Die Halle wurde durch den Anschlag völlig zerstört

Im Februar hatte das Potsdamer Landgericht fünf Männer aus Nauen für die Brandstiftung verurteilt. Die Tat sei wochenlang geplant worden, so das Gericht. Der Kopf der Gruppe, ein NPD-Stadtverordneter, erhielt für diese und andere Taten neuneinhalb Jahre Haft, ein Komplize wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie legten Revision gegen die Urteile ein. Drei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe verurteilt und bekamen Bewährungsstrafen. 

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich vermisse die Forderung der üblichen Kandidaten, dass die Täter für den Schaden aufkommen sollen. Aber eine Krähe hackt bekanntlich der anderen kein Auge aus.

  2. 1.

    3,5 Millionen Euro Sachschaden: Nächstes Mal, wenn jemand die marode Infrastruktur, zu geringe Gehälter von Beamten oder anderen Landesbediensteten beklagt, kann man getrost behaupten, dass das Geld von Rechtsextremisten verbrannt worden ist!

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(Quelle: dpa/Burgi)

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