Der Eingang des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten in Berlin (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)

Berlin-Westend - Bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft darf nicht bezogen werden

Während viele Flüchtlinge weiter in Sporthallen hausen, ist eine Unterkunft an der Heerstraße in Berlin-Westend eigentlich bezugsfertig. Aber das Haus steht leer. Die Vergabekammer muss mehrere Vorbehalte gegen den ausgewählten Betreiber prüfen.

Der Bezug einer neuen Flüchtlingsunterkunft im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verzögert sich weiter. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) hat sich zwar für einen Betreiber für die Unterkunft an der Heerstraße in Westend entschieden. Allerdings darf sie ihn nach Informationen der Berliner Morgenpost noch nicht einsetzen. Gegen die Entscheidung seien bei der Vergabekammer des Landes Berlin mehrere Einsprüche eingegangen, die nun noch bearbeitet werden müssen.

Laut der Berliner Morgenpost würde das etwa zwei Wochen dauern. Ursprünglich sollte die Unterkunft bereits im August bezogen werden, nun war die Eröffnung für Anfang Oktober geplant.

Container-Quartier in Hellersdorf wird bezogen

Derweil soll das Container-Quartier an der Zossener Straße in Hellersdorf ab dem 17. Oktober mit 50 bis 60 Flüchtlingen täglich bezogen werden. Dadurch sollen die Sporthallen am Landsberger Tor und an des Oberstufenzentrums Handel in der Marzahner Chaussee in Marzahn-Hellersodrf sowie die Halle der Hochschule für Technik und Wirtschaft an der Treskowallee in Lichtenberg entlastet werden. Allerdings waren diese Hallen im Freizugsplan des Senats bereits für September vorgesehen.

Noch 4.000 Flüchtlinge in Sporthallen untergebracht

Über die Auflösung anderer Notunterkünfte in Sporthallen besteht nach wie vor Unklarheit. Weitere 38 Hallen an 28 Standorten sind von etwa 4.200 Flüchtlingen belegt. Im Freizugsplan ist vorgesehen, dass sie bis Ende des Jahres in andere Unterkünfte ziehen können, vorrangig in Container-Quartiere oder modulare Betonbauten. Für deren Bau ist die landeseigene, der Finanzverwaltung zugeordnete Berliner Immobilien-Management GmbH (BIM) zuständig.

Die Berliner Morgenpost beruft sich zudem auf eine interne Liste des BIM: Demnach sollen bis Anfang November zwei Container-Quartiere in Lichtenberg und Pankow fertiggestellt sein, bis Ende November drei weitere in Pankow, Neukölln und Lichtenberg und bis Ende Dezember zwei in Spandau und Marzahn-Hellersdorf. Danach müssen die Unterkünfte aber noch eingerichtet werden. Eine Ausschreibung dafür kann bis zu drei Monate dauern. Deshalb werden Möglichkeiten ausgelotet, dieses Verfahren zu beschleunigen. Um Betreiber zu finden, werden zehn Träger angeschrieben, auf einen Teilnehmerwettbewerb wird verzichtet.

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