Blick entlang der Berliner Friedrichstraße zum Bahnhof Friedrichstraße. (Quelle: imago/Manngold)
Video: Abendschau | 04.12.2016 | Rainer Unruh | Studiogast: Jörg Becker (ADAC)

Rot-rot-grüne Pläne für autofreien Boulevard - ADAC schlägt Friedrichstraße statt Unter den Linden vor

Der Vorschlag des künftigen rot-rot-grünen Berliner Senats sorgt für viel Wirbel: Auf dem Boulevard Unter den Linden sollen keine Autos mehr fahren. Der ADAC ist dagegen, diese Verkehrsachse zur autofreien Zone zu machen - und schlägt eine Alternative vor.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat auf den Vorstoß des künftigen rot-rot-grünen Senats, den Berliner Boulevard Unter den Linden autofrei zu gestalten, mit einem Gegenvorschlag reagiert. Demnach sollte stattdessen lieber die Friedrichstraße ''nahezu autofrei'' werden, sagte Jörg Becker, Leiter Verkehr und Technik beim ADAC, am Sonntag dem rbb.

Becker äußerte in der rbb Abendschau die Befürchtung, dass der Boulevard Unter den Linden abends unbelebt sein und sich zu einem neuen Kriminalitätsschwerpunkt entwickeln könnte. Es gebe dort keinerlei Infrastruktur, "außer der Staatsoper ist da nicht viel". Sinnvoller wäre es, im Rahmen dieser Diskussion über die Friedrichstraße nachzudenken. "Hier tobt das Leben mit Geschäften", so Becker. Die Friedrichstraße würde vermutlich mehr Leute anziehen und mehr Akzeptanz finden.

Unter den Linden ab 2019 autofrei

Der zukünftige Berliner Senat von SPD, Linke und Grünen will Unter den Linden ab 2019 weitgehend autofrei haben. So sieht es der Koalitionsvertrag vor. Neben Fußgängern dürften noch Radfahrer, Busse, Taxen und diplomatischer Verkehr unterwegs sein.

Becker sprach von einem zunehmenden Konkurrenzdenken auf der Straße zwischen Fußgängern, Auto- und Radfahrern, das auch zu mehr Aggressivität führe. Zwar müsse mehr für den Radverkehr getan werden, räumte der ADAC-Vertreter ein, "aber es muss ausgewogen sein und allen dienen, man muss alle mitnehmen". Becker appellierte an die Politik, nicht zu polarisieren, sondern ausgleichend zu wirken.

Rot-Rot-Grün plant auch, die Forderungen der Initiative Volksentscheid Fahrrad weitgehend zu übernehmen. So sollen unter anderem an allen Berliner Hauptstraßen mindestens zwei Meter breite Fahrradstreifen eingerichtet werden, und weitere Fahrradstraßen ausgewiesen werden.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Wer hat diese Spinner gewqählt?????

  2. 3.

    Gute Idee...Fahrradwege unter den Linden ... Fußgängerzone in der Friedrichstraße... Freuen sich alle

  3. 2.

    Gute Idee - machen wir doch einfach beide Straßen autofrei...

  4. 1.

    Ich finde den Gegenvorschlag des ADAC ausgesprochen gut. Und zwar aus genau den genannten Gründen. Die Straße Unter den Linden ist sehr breit, und man könnte mit den freiwerdenden Flächen nicht so richtig viel Sinnvolles machen, weil es dort an Urbanität fehlt. Zum Schlendern reicht auch der breite Mittelstreifen.

    Die Friedrichstraße aber ist ohnehin sehr eng und staugeplagt. Dort reiht sich ein Geschäft an das andere, so dass man den freiwerdenden Stadtraum gut nutzen und gestalten kann. Mit der U 6 ist die Friedrichstraße auch sehr gut erschlossen. Von mir aus kann man den Autoverkehr dort zwischen Oranienburger- und Leipziger Straße komplett rausnehmen, vielleicht sogar bis zum Mehringplatz.

    Kreuzenden Verkehr gäbe es dann nur Unter den Linden und Leipziger Straße. Die Zufahrtsmöglichkeiten für Lieferverkehr und in die Tiefgaragen ist ja über die Seitenstraßen sichergestellt.

    Mal schauen, ob der neue Senat die Größe hat, einen ADAC-Vorschlag wohlwollend zu prüfen.

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