Die Landesgeschäftsführerin der Berliner Linken, Katina Schubert, informiert am 20.11.2013 in der Parteizentrale in Berlin über den nächsten Landesparteitag (quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)

Nachfolge für Klaus Lederer - Schubert will Landesvorsitzende der Berliner Linken werden

Die Berliner Linken rüsten sich für den Einzug in die Landesregierung. Da Spitzenkandidat Lederer einen Senatorenposten übernehmen könnte, muss der Parteivorsitz neu vergeben werden. Als Erste hat sich Landesgeschäftsführerin Schubert ins Spiel gebracht.

Die mögliche Beteiligung der Linken an einer Berliner Landesregierung hat auch Folgen für die Parteiführung. Parteichef Klaus Lederer könnte als Spitzenkandidat der Partei einen Senatorenposten übernehmen und hat bereits angekündigt, seinen Parteivorsitz aufzugeben.

Als Nachfolgerin hat sich nun Landesgeschäftsführerin Katina Schubert ins Spiel gebracht. Bei einer Sitzung des Landesvorstandes gab die 54-Jährige ihre Kandidatur bekannt, wie Parteisprecher Thomas Barthel am Mittwoch sagte. Zuerst hatte die Zeitung "Neues Deutschland" online über die Personalie berichtet.

Klaus Lederer, der Berliner Landesvorsitzende der Partei Die Linke, und Landesgeschäftsführerin Katina Schubert (r) informieren am 20.11.2013 in der Parteizentrale in Berlin über den nächsten Landesparteitag am 23. November 2013 (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Parteichef Klaus Lederer hat bereits vorab seinen Rückzug vom Amt angekündigt

Gegenkandidaten sind möglich

Der neue Linken-Vorstand wird bei einem Parteitag am 10. und 11. Dezember turnusmäßig neu gewählt. Theoretisch könnte Schubert einen oder mehrere Gegenkandidaten bekommen. Dem Vernehmen nach stieß ihre Kandidatur im Vorstand auf positive Reaktionen.

Schubert stammt aus Baden-Württemberg und wäre die erste Westdeutsche auf dem Posten. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaft,  Soziologie und Volkswirtschaft arbeitete sie als Journalistin, später für die PDS-Fraktion im Bundestag und dann als persönliche Referentin unter anderem für den früheren Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf. Seit 2012 ist sie Landesgeschäftsführerin der Linken.

Flüchtlinge sind Schuberts Kernthema

Am 18. September wurde Schubert in das Abgeordnetenhaus gewählt. Sie gehört bei den rot-rot-grünen Koalitionsgesprächen zum  Verhandlungsteam der Linken, einer ihrer Schwerpunkte ist das Thema Flüchtlinge. "Wir müssen wegkommen von dem Chaos, das es bisher gegeben hat", hatte sie jüngst mit Blick auf die bisherige Flüchtlingspolitik in der Hauptstadt erklärt.

Lederer ist seit 2005 Parteichef und gehört zu den bekanntesten Köpfen der Linken in Berlin. Bereits seit 2003 sitzt der gebürtige Schweriner im Abgeordnetenhaus. Bei der Vorstandssitzung erklärte Lederer, er sei bereit für eine neue Etappe. Die wird er nun möglicherweise im neuen Senat angehen.

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