Wahlplakate von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und anderer Parteien zur Bundestagswahl 2017 in Berlin-Prenzlauer Berg (Quelle: imago/Seeliger)
Video: Abendschau | 11.08.2017 | Sylvia Wassermann

Diskussion um Wahlplakate in Berlin - Über Sex, Vandalismus und Baumschäden

Rund sechs Wochen vor der Wahl haben die Parteien die Hauptstadt mit ihren Plakaten überzogen. In Steglitz-Zehlendorf etwa ist eine Bürgerin empört, dass Bäume als Litfaßsäule herhalten müssen. Andere stören sich generell an den Wahlplakaten.

'Sex sells', haben sich wohl einige Parteien wie AfD und Die Partei vor der Bundestagswahl gedacht. Während die AfD mit Bikinischönheiten und dem Spruch "Burkas? Wir steh'n auf Bikinis" für sich wirbt, betreiben andere Wahlkampf zum Anfassen.

So geht die Satirepartei von Gründer Martin Sonneborn mit 'interaktiven' Plastiknippeln und Schamhaartourpet auf Stimmenfang. Für die einen Passanten sind diese Plakate ein Blickfang, für andere eine Ablenkung und Gefahr im Autoverkehr. Wieder andere halten den Wahlkampf für überflüssig.

210.000 Plakate hängen in ganz Berlin

Manch einer findet den Wahlkampf so langweilig, dass er auf den Plakaten herumkritzelt: aus Tim Renner wird Tim Penner. Aber so eine Verunstaltung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Sachbeschädigung im Sinne des Strafgesetzbuches.

Rund 210.000 Wahlplakate hängen seit dem vergangenen Wochenende in der Stadt – an Laternenmasten, Litfaßsäulen und sogar Hochhäusern. Kaum eine Laterne bleibt ohne Plakat. In Steglitz-Zehlendorf etwa bleiben nicht einmal die Bäume verschont. Eigentlich ist das in Berlin nicht gestattet.

Angst vor Baumschäden durch Kabelbinder

Anwohnerin Irene Jentzsch ärgert, dass der Bezirk von seinem Ausnahmerecht Gebrauch macht und das Plakatieren an Bäumen erlaubt. Die Kabelbinder blieben nach der Wahl einfach hängen und schädigten den Baumstamm langfristig, sagt die Universitätsmitarbeiterin.

"Ich finde es schade, dass es noch so ein altmodisches Mittel geben muss, wo wir heute alle online sind und ein Smartphone in der Tasche haben, da müsste man so viel Material eigentlich nicht mehr rausschmeissen", sagt Jentzsch.

Steglitzerin Nina Stahr (Grüne) ist auf Jentzschs Seite. Doch alles, was die Grünen bisher im Bezirk erreicht haben, ist, dass man das Aufhängen an Bäumen als nicht erwünscht erklärt. "Wir haben mehrfach probiert, dass wir die anderen Parteien davon überzeugen können, dass Wahlplakate an Laternen gehören. Aber insbesondere die großen Parteien wollten sich nicht darauf einlassen", sagt die Landesvorsitzende der Grünen.

Mit Informationen von Sylvia Wassermann

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

2 Kommentare

  1. 2.

    Toll das Foto sieht man doch eine Partei die angeblich für den Umweltschutz ist, und gerade diese sollte Vorbild sein & auf Wahlplakate verzichten, aber da locken die dicken Diäten natürlich mehr

  2. 1.

    Wenigstens erinnern die Wahlplakate an kommende Wahlen. Einen Wahlkampf kann ich beim besten Willen nicht erkennen.
    Man könnte es auch als Totengräber der Demokratie bezeichnen, wenn die strikte Weigerung an Wahlkampf so weiter geht, oder hat hier jemand eine Ahnung was die CDU in den nächsten 4 Jahren plant, ohne sich das Wahlprogramm durchzulesen? Ich nicht.

Das könnte Sie auch interessieren