Ein Flugzeug landet am 04.09.2017 in Berlin am Abend auf dem Flughafen Tegel. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 13.09.2017 | Gabriele von Moltke

BerlinTREND - Zahl der Tegel-Gegner steigt, die der Befürworter sinkt

Kurz vor dem Volksentscheid zur Zukunft des Flughafens Berlin-Tegel hat sich die Zahl von Befürwortern und Gegnern eines Weiterbetriebs weiter angenähert. Im aktuellen BerlinTREND von rbb-Abendschau und Berliner Morgenpost sprechen sich 55 Prozent dafür aus, dass Tegel offen bleibt - deutlich weniger als noch im Mai.

Gut die Hälfte aller Berliner ist dafür, dass der Flughafen Berlin-Tegel auch nach der Eröffnung des neuen Airports BER weiter betrieben wird. Im aktuellen BerlinTREND von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost sprechen sich 55 Prozent der Befragten für einen Weiterbetrieb aus. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als im Mai dieses Jahres (69 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl derjenigen, die den Airport lieber geschlossen sehen würden: von 27 Prozent (Mai) auf 39 Prozent (September).

BerlinTrend Flughafen Tegel (Quelle: rbb)

Besonders hoch ist die Zahl der Tegel-Fans unter den Wählern von AfD und FDP mit jeweils 79 Prozent, gefolgt von CDU-Anhängern mit 72 Prozent. Immerhin 45 Prozent SPD-Wähler würden auch weiterhin gerne von Tegel fliegen, aber nur 38 Prozent von Linken und 30 Prozent von den Grünen.

Am wichtigsten für die TXL-Befürworter ist das Argument, dass Berlin mehrere Flughäfen brauchen könnte - das finden 36 Prozent. Für 31 Prozent ist die Nähe zur Innenstadt wichtig. Andere Gesichtspunkte spielen hingegen kaum eine Rolle, etwa die Geschichtsträchtigkeit des Airports (6 Prozent), die Sicherung von Arbeitsplätzen (3 Prozent) oder die Entlastung der BER-Anrainer (1 Prozent). Ebenfalls nur ein Prozent der Befragten sehen den Volksentscheid als "Denkzettel" und Protest gegen Rot-Rot-Grün an.

Gegner fürchten Lärm und Schmutz

In der Begründung der Tegel-Gegner hingegen stehen Lärm und Umweltbelastung an erster Stelle (52 Prozent). Weitaus weniger Menschen fürchten das Risiko für die Anwohner (24 Prozent). Nur elf Prozent finden, dass die Flächen für Gewerbe, Wohnungen und die Beuth Hochschule gebraucht werden.

Dass die Rechtslage einen Weiterbetrieb nicht zulässt, sehen nur sechs Prozent als wichtig an, und noch weniger (5 Prozent) finden, dass ein Flughafen für Berlin ausreicht.

Müller zeigt sich erfreut über Umfragewerte

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die wachsende Zustimmung für die Schließung des Flughafens Tegel begrüsst.

Es sei noch etwas zu tun, räumte Müller am Mittwoch ein. Gleichwohl freue er sich über die Bewegung. Die Argumente gegen Tegel seien durchgedrungen, daran wolle man anknüpfen und auf die Risiken durch eine Offenhaltung des Flughafens aufmerksam machen, so der SPD-Politiker.

Sendung: Abendschau, 13.09.2017, 19.30 Uhr

Veranstaltungshinweis

Debatte am 19. September in der Urania - Welche Zukunft für Tegel?

Den Flughafen Tegel schließen nach dem BER-Start oder unbefristet weiter betreiben?

Beim Volksentscheid am 24. September haben die Berliner die Wahl. Der rbb und der Tagesspiegel laden daher am Dienstag, dem 19. September, zur Debatte. Dem Publikum stellen sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe (Bündnis90/Die Grünen), Professor Helge Sodan, ehemaliger Präsident des Berliner Verfassungsgerichtshofes, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, sowie Matthias Brauner, Vorsitzender der CDU Siemensstadt und Vorsitzender des CDU-Forums Stadtentwicklung.

Moderiert wird die Veranstaltung von Anna Kyrieleis, Leiterin Aktuelle Magazine beim rbb und Gerd Nowakowski, Leitender Redakteur, der Tagesspiegel. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist notwendig.

Kommentar

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38 Kommentare

  1. 38.

    Zwei S-Bahnringe wären auch besser. Und zwei Stadtautobahnen...

    Aber mit der Anzahl der Flüge gebe ich ihnen recht.

    Wenn ein Flug nach z.B. nach Düsseldorf weniger kostet als eine Taxifahrt stimmt irgendetwas nicht.

  2. 37.

    Zwei Flughäfen wären schon besser. Die Verkehrslage ist Richtung Südosten sehr angespannt. Überfüllte Verkehrsmittel grade zur Hochsaison ( kann ich aus eigner Erfahrung berichten fahre jeden Tag die Richtung aus der Innenstadt ) und auf den Straßen sieht es auch nicht besser aus. Betroffen sind natürlich auch alle Berufspendler auf der Strecke. Und den Fluglärm einfach von der einen, in die andere Ecke Berlins zu verschieben ist wohl kaum eine annehmbare Lösung.
    Man muss endlich mal die Anzahl der Flugkontingente reduzieren. Weniger Flüge bedeuten weniger Umweltbelastung, weniger Lärm für die Anwohner und eine Entspannung der allgemeinen Verkehrsinfrastrukturen in Berlin.

  3. 36.

    Zumindest will ihnen das die FDP weismachen.

    Und wer denen auf den Leim geht...

    Apropos...

    @Z #33 14.09.2017 08:45

    Trinken Sie doch noch einen Kaffee, dann fällt auch ihnen die feine Ironie im Beitrag von Czepluch auf. ;-)

  4. 35.

    Glueckwunsch an Herrn Czaja. Er hat etwas geschafft, dass es von 1945 bis 1989 dank der 4 Siegermaechte gab. Berlin wurde geteilt. Und jetzt? Die eine Haelfte dafuer, die andere dagegen und alles absolut unnoetig, denn TXL darf laut Gesetz nicht offen gehalten werden. Macht am 24.endlich Schluss mit weiterem Steuergeld rauswerfen. Sonst beschaeftigt das Thema noch viele Gerichte und das kostet.... Und das alles voellig unnoetig. NEIN am 24.9.

  5. 34.

    Umfragen, Umfragen, Umfragen, Trends, ...
    Dabei wissen wir doch alle: Die endgültige Entscheidung fällt letztenendes in der Wahlkabine.

  6. 33.

    Es soll Ihrer Meinung nach da etwas eingespart werden, wo der Bedarf mit am größten ist???
    Nicht zu fassen, dass Sie diese Meinung vertreten. Schon gar nicht in Bezug auf die vom Lärm Betroffenen, dass diese den weiter so hinnehmen sollen. Ich gehe mal davon aus, dass Sie in einer ruhigen Gegend leben und nicht wissen was es bedeutet, täglich zwischen 600 und 650 Starts und Landungen hinnehmen zu müssen. Auf die gesundheitlichen Folgen möchte ich gar nicht erst weiter eingehen.
    Und Ihre Aussage..........
    "Hauptsache ist doch das ICH von Tegel fliegen kann"
    beweist doch, dass es Ihnen nur um Ihre eigene Bequemlichkeit geht.

  7. 32.

    Wie viele Kosten noch entstehen für den Senat damit private Investoren ankommen können und bauen wird immer selten noch erwähnt. Was mit der Munition und dem belasteten Böden auf dem Gelände? Das sind Kosten die wir auch selbst tragen müssen.
    Auch finde ich die Argumentation immer sehr beschämend das es heißt die Befürworter machen das nur als Nostalgie. Ich denke eher es gibt hier genügend Probleme die nicht gelöst sind, nicht ausreichend bedacht.
    Ich erwähne nur mal den Punkt Ausweichflughafen. Schön wenn man in Zukunft dann regelmäßig in Hamburg landet weil Stürme über den Großraum Berlin walten.
    Ich finde es gibt genügend vernüftige Argumente auch für den Offenerhalt. Es zeigt doch viel mehr das der Senat über Jahrzehnte einfach in Sachen Flughafen gepennt hat und das für viele mehr als nur eine Frage offen ist.
    Haben angeblich kein Platz und machen aus alten Fabriksgebäuden lieber Einkaufsvillen statt die Beuth Hoschule z.b. einziehen zu lassen.

  8. 31.

    Sie sind hier der einzige der den Nagel auf den Kopf trifft. Ich glaube das im vorfeld soviel Grundstücksschacherein gemacht wurden, das die garnicht mehr zurück können. Man sollte dahin gehend mal etwas mehr nachforschen. Da kommen bestimmt manche das schwitzen. Fakt ist, daß ein Flughafen für eine annähernd 5 Mio Einwohnerstadt nicht ausreichen wird. Das wäre dasselbe gedränge und geschupse wie jetzt in Tegel. Warscheinlich sogar schlimmer. Wenn der Flugverkehr durch zwei Flughäfen geteilt wird, halbiert sich der Lärm für die dort wohnenden Menschen und jeder kann entspannt dahin fliegen wohin auch immer er will. Für eine Hauptstadt wie Berlin ist es ein Armutszeugnis, daß sie von Leuten Regiert wird ,die hier nicht aufgewachsen sind und aus Kleinstädten kommen. Berlin ist einzigartig pulsierend und im Trend der Zeit. Deswegen kommen ja auch soviele nach Berlin. Hier werden geschäfte gemacht, Partys besucht und Eingekauft. Alle profitieren davon. Denkt doch mal nach!!

  9. 30.

    Klingt vernünftig und human. Aber was heißt egoistisch, jeder wählt und entscheidet für seine eigenen Interessen. Wählen Sie immer nur die politischen Kräfte, die sich tatsächlich für eine gerechte soziale (Arbeits-) Welt einsetzen?
    Wählen Sie immer nur die politischen Kräfte, die keine Kinder- und Altersgruppen dulden?
    Fahren und reisen Sie immer nur mit den ökologischen Verkehrsmitteln?
    Kaufen Sie nur Produkte die vorbildlich hergestellt und transportiert wurden?
    Sonst handeln auch Sie egoistisch.

  10. 29.

    Realistisch und pragmatisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich dass es in der Praxis so kommen wird.
    Wer von Charlottenburg/Wilmersdorf zum Flughafen Tegel fährt zahlt 10-20 Euro für die Taxe. Zum BER wären es über 60 Euro, eine Tour. Und die Anfahrt dauert erheblich länger. Rein pragmatisch werden daher viele Südwestberliner für Tegel stimmen. Besonders die, die öfter fliegen.

  11. 28.

    Tegel ist ein in internationaler Sicht grauenhafter Flughafen, alles ist zu klein, völlig überbelastet und die Anbindung nur per Bus ist eine Katastrophe. Dazu kommen Sarnierungskosten usw. Die Entscheidung gegen Tegel sollte nicht durch egoistische Argumente wie "ich bin schnell dort" getroffen werden, sondern ein Blick nach Vorne sein und bei diesem kann Tegel nicht offen bleiben!

  12. 27.

    Bei einem Weiterbetrieb von Tegel müssten nach mehreren Berichten mindestens eine Milliarde Euro investiert werden. In der Praxis steigen die Kosten im Laufe der Zeit meist weiter an. Aber selbst wenn der Flughafen für "nur" 800 bis 900 Millionen Euro zu sanieren wäre sind dies doch erhebliche Kosten.
    Als Hauptargument wird gerne hervorgehoben, dass Tegel als "Zweitflughafen" die Anzahl der Starts und Landungen reduzieren werde. Auch die Start- und Landezeiten sehr früh und spät abends sollen stark reduziert werden. Alles gesundheits- und umweltfreundlicher.
    Wie sollen sich dann die immensen Investionskosten amortisieren? Das wird doch in der Praxis nichts. Wenn es wieder ums Geld geht, um Profit, dann stehen Gesundheit und Umwelt wieder hinten an. Dazu muss man kein Hellseher sein.

  13. 26.

    Werter Herr,
    das stimmt nicht.
    rbb24 vom 26.02.17:
    "Aus Sicherheitsgründen sollen die Flugrouten am künftigen Flughafen BER verändert werden. Das bedeutet zusätzlichen Lärm für tausende Anwohner. Außerdem bekommt die bereits am stärksten von Fluglärm betroffene Gemeinde noch mehr ab.
    ... "

  14. 25.

    Ihre einseitige Berichterstattung in den letzten Wochen zeigt doch ganz klar von, wo aus sie gesteuert werden.
    Es ist unerträglich, wie Sie die Probleme der Menschen im Umfeld von Schönefeld übergehen.
    Kein einziger ihre Berichte erwähnt auch nur ansatzweise, wie die Leute durch falsche Flugrouten und falsch berechneten Schallschutz getäuscht und betrogen wurden.

  15. 24.

    Ich bin mir auch sicher dass durch verschiedenste langwidrige Klagen immense Risiken und Kosten zu erwarten sind.
    Es werden zudem noch viel mehr Anwohner - auch die der Lärm nicht so sehr stört - im nachhinein alle Möglichkeiten nutzen eine Verbesserung ihrer Wohnsituation zu erreichen. Wenn ich neue Fenster und Dämmungsmaßnahmen ohne oder mit wenig eigener Zuzahlung bekommen kann, nehme ich diese Gelegenheit natürlich wahr. Da werden noch erhebliche Kosten entstehen. Wer zahlt diese dann? Die FDP? Der Arbeitnehmer-Ausbeuter und Subventions-Schnorrer Ryanair?

  16. 22.

    Einen raumnahen Alternativflughafen zu haben, ist von Vorteil. Bei Unwettern wurde in letzter Zeit verschiedentlich statt SXF der TXL (bzw. umgekehrt angeflogen).

  17. 20.

    "Tegel ist juristisch tot." Das ist Fakt, darin sind sich alle Juristen einig, auch die von FDP und CDU. Bitte im entsprechenden Artikel hier bei RBB nachlesen. Die einzige Chance für eine Offenhaltung ergäbe sich, wenn der BER nicht vor 2029 eröffnet.
    Der Volksentscheid gaukelt einen Spielraum vor, den es definitiv nicht gibt. Und falls TXL noch länger offenbleiben sollte als 2019, bin ich einer der ersten, der dagegen klagt. Ich wohne knapp außerhalb der Lärmschutzzone und muss (trotzdem) bei Einzelstarts bis 24 Uhr Lärmbelastungen von 91 dB (über Minuten) bis 95 dB im Peak hinnehmen.
    Und bezüglich Steuergeldverschwendung wenden Sie sich bitte an die FDP, die diesen ganzen Affentanz eröffnet hat. Dem Senat kann man nicht vorwerfen, dass er sich mit adäquaten Mitteln wehrt.

  18. 19.

    Hallo Nico, für die repräsentative Umfrage wurden 1.000 wahlberechtigteBerliner per Telefon zwischen dem 6. und 9. September befragt. Eine Aufschlüsselung nach Bezirken oder Kiezen haben wir leider nicht. Viele Grüße!

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