Archivbild: Unions Steven Skrzybski und Christopher Trimmel(r) (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Inforadio | 20.04.2017 | Stephanie Baczyk

Unions Steven Skrzybski hat Großes vor - "Der absolute Traum ist, dieses Jahr hochzugehen!"

Er spielt schon sein halbes Leben für den 1. FC Union und hat gerade seinen Vertrag verlängert: Steven Skrzybski ist Unioner durch und durch. Unter Trainer Jens Keller ist der 24-Jährige gereift – und hat jetzt ein großes Ziel. Von Stephanie Baczyk

An den 13. November 2010 erinnert sich Unions Steven Skrzybski noch ganz genau – an besagtem Samstag bestritt er sein erstes Spiel als Profi für die Köpenicker. Vor 3.512 Zuschauern. "Ja, das war in Frankfurt beim FSV. Es war relativ kurz, aber die Vorfreude war natürlich riesig", schildert er mit leuchtenden Augen. "Ich habe mich einfach gefreut, dass ich dabei war und wollte unbedingt spielen. Das war natürlich besonders, so kurz vor meinem 18. Geburtstag."

Heute – Jahre später – ist Skrzybski Stammspieler beim 1. FC Union. Er ist Publikumsliebling, sogar Ersatzkapitän - und noch heute vor jedem Spiel genauso aufgeregt wie damals. "Es würde mich auch ärgern, wenn es anders wäre", sagt er und grinst. "Die Vorfreude ist immer da, weil ich glaube, dass es etwas Besonderes ist, den Traum leben zu dürfen." Dass Skrzybski das, was er sagt auch so meint, daran besteht kein Zweifel. Er ist halt bescheiden geblieben.

Skrzybski weiß, wo die Musik spielt

Der gebürtige Berliner kickt für die Eisernen seit seinem achten Lebensjahr. Erst letzte Woche hat er seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 2020 verlängert. "Natürlich haben wir lange diskutiert, aber ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass ich mich hier wohlfühle. Ich bin schon Ewigkeiten hier im Verein und habe den Traum, irgendwann mit Union in der Bundesliga zu spielen", sagt er – und schiebt selbstbewusst hinterher: "Aktuell sind wir auf einem super Weg dahin und können es dieses Jahr schon schaffen."

Dass sein polnischer Nachname übersetzt so viel wie "Fiedler" bedeutet, passt übrigens perfekt. Denn Skrzybski weiß, wo die Musik spielt: Vorne, vor dem gegnerischen Kasten. Acht Mal hat er in dieser Saison schon getroffen, dazu fünf Tore aufgelegt – persönlicher Rekord. "Waren ja sonst nicht so viele, hätten mehr sein können", flachst er. Wohlwissend, dass er in den letzten Jahren nie mehr als drei Treffer pro Saison in der Zweiten Liga erzielt hat. Aktuell ist Skrzybski bester Torschütze bei den Eisernen, zusammen mit Damir Kreilach.

Torte zum 100. Zweitligaspiel

Unter Trainer Jens Keller läuft es für den 24-Jährigen – er ist gereift, aus der Startelf kaum wegzudenken. "Er hat es geschafft, mich ein Stück weit unabhängig zu machen - von dem, was andere von mir verlangen", sagt Skrzybski über seinen aktuellen Coach. "Wichtig ist, was er von mir will, dann kommt auch die Konstanz rein. Er ist jemand, der Selbstvertrauen vermitteln kann." Keller selbst lobt seinen Flügelflitzer: "Stevie hat den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht, er ist ein absoluter Leistungsträger bei uns geworden."

Skrzybski und der 1. FC Union – das passt. Seine Mutter und der Stiefvater betreiben eine Bäckerei in Mahlsdorf, ganz in der Nähe der Alten Försterei. Der 24-Jährige hat dort früher ausgeholfen. Kein Wunder also, dass die Familie pünktlich zu seinem 100. Zweitligaspiel eine bemerkenswerte Torte gebacken hat – in Form eines Fußballfeldes, mit Toren und Spielern verziert. Daneben ein Bild von Sohnemann Steven Skrzybski, jubelnd im Dress der Köpenicker. Wünsche für ein üppiges Kuchenbuffet bei einem möglichen Aufstieg will er jetzt aber noch nicht anmelden.

Kommt nach der Fußball-Karriere das Studium?

Skrzybski ist halt bodenständig, und er kann sich sogar vorstellen, nach seiner aktiven Karriere zu studieren. Bis dahin ackert er aber auf dem Platz – und steckt sich Ziele. "Der absolute Traum ist, dieses Jahr hochzugehen", sagt er und strahlt. Verständlich, denn der Aufstieg in die Bundesliga wäre das nächste Kapitel in der Fußballgeschichte des Steven Skrzybski.

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