Hertha-Trainingslager in Bad Saarow (Quelle: imago/Tilo Wiedensohler)

Herthas Saisonvorbereitung - Ohne Schweiß kein Erfolg

Seit zwei Wochen bereitet sich Hertha BSC auf die neue Saison vor. Die Dreifachbelastung stellt die "Alte Dame" vor eine große Herausforderung. Eine gute Vorbereitung ist deshalb so wichtig wie schon lange nicht mehr. Von Jakob Rüger

Es ist nicht überliefert, ob die Spieler von Hertha BSC erleichtert waren, als sie mit dem  dunkelblauen Mannschaftsbus aus dem beschaulichen Bad Saarow abfuhren. Schließlich endet damit der erste Teil der Vorbereitung. Hinter den Bundesligakickern liegen zwei Wochen Training, in der vor allem an den körperlichen Grundlagen intensiv gearbeitet wurde. "Die Jungs haben eine gute Mentalität bisher gezeigt", sagte Trainer Pal Dardai, zufrieden mit dem ersten Teil der Vorbereitung. "Sie haben hart gearbeitet und die Schmerzen runtergeschluckt. Respekt."

Sommervorbereitung ist die Zeit von Athletiktrainer Henrik Kuchno. Mit seiner tiefen Stimme gibt er die zackigen Kommandos, die über den ganzen Platz zu hören sind. Der 43-Jährige bringt die Spieler jeden Tag an ihre Grenzen - und darüber hinaus. Kuchno könnte einer der wichtigsten Protagonisten in dieser Saison werden, denn die konditionellen Grundlagen waren wohl selten so wichtig wie in dieser Saison. Durch die Dreifachbelastung mit Pokal, Bundesliga und Europa League warten auf Hertha allein bis Weihnachten bis zu zehn englische Wochen, eine extreme Belastung.

Noch Bedarf beim Kader?

"Deswegen ist es gut, dass die Vorbereitung auch so lang ist", sagt Manager Michael Preetz. "Wir können die beiden Trainingslager mit Bad Saarow und dann in Schladming optimal nutzen, um uns intensiv damit auseinanderzusetzen und dann gut vorbereitet zu sein." Dabei geht es auch um die Frage, wie kann die Mannschaft ideal regenerieren? "Was machen wir eigentlich, wenn wir Donnerstag um 21 Uhr international auswärts spielen und dann am Sonntag um 13 Uhr schon wieder in der Bundesliga antreten müssen? Wie nutzen wir die Zeit dazwischen optimal?", fragt sich Preetz. Der Manager, das Trainerteam, die Physiotherapeuten und der Teamarzt müssen darauf eine Antwort finden.

Eine Möglichkeit wäre, den Kader noch breiter aufzustellen. Es könnte sich bis zum Ende der Transferfrist am 31. August noch etwas tun im Team von Hertha BSC. "Wir schauen derzeit genau hin, ob und wo im Kader es vielleicht noch Bedarf gibt", so Preetz. "Wir können dann sicherlich noch etwas machen. Es ist aber grundsätzlich schon so, dass wir die Pläne, die wir hatten, schon sehr gut umgesetzt haben." Mit Stürmer Davie Selke, Flügelspieler Mathew Leckie und Innenverteidiger Karim Rekik gibt es bereits drei Neuzugänge. Rekik und Leckie hinterließen bislang einen guten Eindruck im Training.

Restliche Nationalspieler kehren zurück

Auf dem Flügel würde Hertha aber gerne noch etwas machen. Der Name des Österreichers Valentino Lazaro geistert schon seit einigen Wochen durch das Umfeld des Vereins. Auch auf der Abgangsseite will Michael Preetz aktuell nichts ausschließen. Valentin Stocker und Genki Haraguchi gelten als Verkaufskandidaten - aber nicht um jeden Preis. Aktuell gehören beide zur Mannschaften und zeigen sich sehr engagiert in den Einheiten.

Am Montag darf Trainer Pal Dardai erst einmal seine restlichen Nationalspieler wieder beim Training begrüßen. Der Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt und die U-21 Europameister Mitchel Weiser und Davie Selke steigen ins Training ein. Niklas Stark muss mit einer gebrochenen Rippe noch pausieren. "Die Jungs machen erst einmal eine Leistungsdiagnostik", sagt Dardai über seine Rückkehrer. "Ich denke aber, sie sind alle in guter Verfassung, sie haben schließlich bei der Nationalmannschaft gespielt."

In der ersten Augustwoche sollen idealerweise alle auf einem Niveau und gesund sein, hofft der Trainer. Dann geht es im österreichischen Schladming um die spielerischen Feinheiten für die lange Saison. Die körperlichen Grundlagen dafür hat die Mannschaft mit zwei anstrengenden Wochen unter Fitnesstrainer Henrik Kuchno gelegt.

Beitrag von Jakob Rüger

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren