Ronny Nikol bezwingt Gladbach-Torhüter Uwe Kamps (Quelle: imago/Contrast)

1. Runde im DFB-Pokal steht an - Rückblick: Berliner und Brandenburger Pokalsensationen

Außenseiter schlägt Topfavorit, Amateure gewinnen gegen Profis: Was wäre der DFB-Pokal ohne seine Sensationen? Auch Klubs aus Berlin und Brandenburg haben kleine und große Pokalgeschichten geschrieben. Wir erinnern an peinliche Pleiten und grandiose Höhenflüge.

Das Zeug zu einer Lovestory hat Herthas Beziehung zum DFB-Pokal nun wirklich nicht. Schließlich ist die Liste der blau-weißen Pokalblamagen lang. Eine dieser Blamagen führt uns zum TuS Langerwehe. Der Klub ist zwar mittlerweile im Sumpf der Bezirksliga Mittelrhein versunken, ist aber immer noch stolz auf seine Pokalsternstunde von 1980. Die damals drittklassigen Langerweher überlisteten die Alte Dame aus Berlin und gewannen 2:1. Weitere peinliche Auftritte folgten: 2002 bei Holstein Kiel (0:3 im Elfmeterschießen), 2005 beim FC St. Pauli (3:4) oder 2007 beim Wuppertaler SV (0:2). Genug der Blamagen? Mitnichten.

Hertha BSC schraubte auch danach eifrig an seinem Pokaltrauma. Zum Beispiel 2012 in der 1. Runde bei Wormatia Worms (1:2) oder 2014 beim damaligen Drittligisten Arminia Bielefeld (2:4 im Elfmeterschießen). Beispiele, die Herthas diesjährigem Pokalgegner Hansa Rostock gehörig Mut machen dürften. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass Hertha BSC aber auch schon positive Pokalschlagzeilen geschrieben hat. Als die Profis noch in schöner Regelmäßigkeit versagten, haben es 1993 kurzerhand die eigenen Amateure mal so richtig gut gemacht. Am Ende eines erstaunliches Siegeszugs stand mit den Hertha-Bubis erstmals ein drittklassiges Team im Endspiel im Olympiastadion. Die Krönung blieb aber aus. Im Finale war Bayer Leverkusen dann doch eine Nummer zu groß und gewann mit 1:0 durch einen Treffer von Ulf Kirsten.

DFB Pokalfinale Bayer 04 Leverkusen geg Hertha BSC II Amateure (Quelle: imago/Camera 4)
Die Hertha-Amateure 1993 im Finale gegen Leverkusen

20 Jahre danach: Cottbus empfängt Stuttgart

Als Drittligist ins Pokalfinale? "Das können wir doch auch!", sagten sie sich daraufhin in Cottbus und Köpenick. 1997 wurde zum großen Jahr des FC Energie. Den Aufstieg in die 2. Liga versüßten sich die Lausitzer mit einem eindrucksvollen Ritt durch die Pokalrunden und nahmen die Hürden Wolfsburg, St. Pauli und Karlsruhe mit Bravour. Zwei Tore von Giovane Elber beendeten Energies Pokaltraum schließlich im Endspiel gegen den VfB Stuttgart. Nun bekommen die inzwischen in der Regionalliga spielenden Lausitzer die Gelegenheit zur Revanche. Denn am Sonntag läuft der VfB Stuttgart im Stadion der Freundschaft auf und wird alles tun, um eine Blamage zu vermeiden. Die Cottbuser Trikots dürften den Schwaben bekannt vorkommen: Um an die großen Erfolge von vor 20 Jahren zu erinnern, hat Energie die damaligen Trikots neu aufgelegt.

DFB-Pokalfinale 1997: Stuttgart gegen Energie Cottbus (Quelle: imago/Pressefoto Baumann)
Pokalfinale 1997: Energie Cottbus verliert gegen den VfB Stuttgart

Herbe Packung für Tim Wiese

Vier Jahre nach Energie lebte der 1. FC Union seinen großen Pokaltraum. Und wie beim Rivalen aus der Lausitz auch ging dies einher mit dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga. Borussia Mönchengladbach und VfL Bochum waren die klangvollsten Namen, die das Stadion an der Alten Försterei mit leeren Händen verlassen mussten. Erst beim Endspiel im ausverkauften Olympiastadion ging den tapferen Köpenickern die Luft aus. Doch weil sich der siegreiche Finalgegner Schalke 04 für die Champions League qualifizierte, rutschte Union immerhin in den UEFA-Cup nach.

Torschütze Metin Cakmak (Berliner AK) jubelt über sein Tor zum 1:0 mit seinen Teamkollegen

Apropos Schalke: Schon am Montag steht die nächste Pokalreise nach Berlin an. Der BFC Dynamo will den Schalkern nur zu gerne ein Bein stellen. Am liebsten so eindrucksvoll, wie es der Berliner AK 2012 mit der TSG Hoffenheim anstellte. Der Bundesligist aus dem Kraichgau ging ganz böse baden und holte sich im altehrwürdigen Poststadion eine 0:4-Packung ab. Im Tor der TSG stand übrigens ein gewisser Tim Wiese. Für den damaligen Nationalspieler war es der erste Pflichtspielauftritt im Hoffenheimer Trikot...und einer seiner letzten.

Die Begegnungen der 1. Runde des DFB-Pokals im Überblick

Sonntag, 13. August 2017

1. FC Saarbrücken - 1. FC Union Berlin (15.30 Uhr)

Energie Cottbus - VfB Stuttgart (18.30 Uhr)

Montag, 14. August 2017

BFC Dynamo - FC Schalke 04 (18.30 Uhr)

Hansa Rostock - Hertha BSC (20.45 Uhr)

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren