Jens Keller und Stven Skrzybski wollen in Saarbrücken eine DFB-Pokal-Runde weiterkommen. (Qulle: imago/Bernd König)

Union Berlin gegen Saarbrücken im DFB-Pokal - Die Jagd nach dem perfekten Saisonstart

Die Weste ist noch weiß beim 1. FC Union Berlin: zwei Spiele, sechs Punkte in der Zweiten Liga. Jetzt soll es auch im Pokal klappen. Für Trainer Jens Keller ein Duell mit einem guten alten Bekannten. Von Uri Zahavi

Jens Keller muss schmunzeln als er in der Mixed Zone des Stadions An der alten Försterei auf den Trainer des kommenden Pokal-Gegners Saarbrücken angesprochen wird: "Ja das ist richtig, wir haben einen guten Draht zueinander. Wir werden uns sicherlich vor dem Spiel unterhalten und auch Spaß haben, aber keiner wird dem anderen erzählen, wie er es angehen möchte."

Von 2000 bis 2002 spielten Jens Keller und Dirk Lottner gemeinsam beim 1. FC Köln, telefonieren seitdem regelmäßig. Am Sonntag (15.30 Uhr) duellieren sich beide an der Seitenlinie: Regionalligist gegen Zweitligist. Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Doch der Trainer der Eisernen warnt: "Saarbrücken hat ein großes Selbstbewusstsein. Sie stehen oben und haben enorm viel Qualität, haben auch ehemalige Zweitliga-Spieler dabei. Ich denke schon, dass sie aggressiv spielen werden."

Der Trainer wird rotieren

Klar ist, der Coach wird Spielern eine Chance geben, die im bisherigen Saisonverlauf noch nicht so zum Zuge kamen. Bei einer Personalie legte er sich schon vor Saisonbeginn fest: Ersatz-Torwart Daniel Mesenhöhler ersetzt in der ersten Pokalrunde Stamm-Keeper Jakob Busk. "Wir haben die Torwartsituation in der Vorbereitung nochmal neu bewertet und da war einfach Jakob den Millimeter weiter vorn. Ich hab es aber von vornherein gesagt, dass im Pokal der spielt, der momentan nicht die Nummer eins ist", so Jens Keller. 

Ebenfalls fest steht, dass die Verletzten Dennis Daube, Kenny Prince Redondo und Neuzugang Akaki Gogia nicht auf dem Platz stehen werden. Auch hinter Stürmer Sebastian Polter steht noch ein Fragezeichen. Sehr wahrscheinlich ist, dass Phlipp Hosiner seine Chance bekommen wird.

Saarbrücken, ein Viertligist mit Ambitionen

Dass der 1. FC Saarbrücken im Vorbeigehen geschlagen wird, davon geht in Köpenick niemand aus. Die Saarländer sind ähnlich gut in die Saison gestartet und stehen mit sieben Punkten aus drei Spielen momentan an der Tabellenspitze der Regionalliga Südwest. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Die Saarbrücker müssen aufgrund von Umbauarbeiten in ein anderes Stadion umziehen. Anstatt des heimischen Ludwigsparks wird im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen gespielt. Auch Trainer Dirk Lottner weiß, dass am Sonntag einiges zusammen kommen muss: "Es wird am Ende des Tages darauf hinauslaufen, dass du als Regionalligist eine herausragende Tagesform brauchst. Die Berliner wiederum müssen wir an einem etwas schwächeren Tag erwischen", so der 45-Jährige.

"Angst: nein. Respekt: ja"

Trotz zweier Klassen Unterschied überlässt der Zweitligist selbstverständlich nichts dem Zufall. Trainer Jens Keller hat sich zwei Spiele des 1. FC Saarbrücken live im Stadion angesehen, zusätzlich wird mit Videomaterial gearbeitet. Offensivmann Steven Skrzybski sieht die Seinen unter Zugzwang: "Im Pokal ist man als Zweitligist der Favorit, und wir wollen unserer Rolle gerecht werden und in die zweite Runde einziehen."

Traditionell tut sich der 1. FC Union Berlin in der ersten Runde des DFB-Pokals schwer. Das soll am Sonntag anders werden - mit der richtigen Einstellung gegenüber dem auf dem Papier schwächeren Gegner. Skrzybski bringt es auf den Punkt: "Angst, nein. Respekt haben wir, aber Angst nicht."

Sendung: rbb UM6, 11.08.2017, 18 Uhr

Beitrag von Uri Zahavi

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