Union-Trainer Jens Keller schaut konzentriert (Quelle: Imago)

Interview | Union-Trainer Jens Keller - "Wir gehen mit breiter Brust in das Spiel"

Mit zwei Siegen aus zwei Spielen verlief der Saisonstart des 1. FC Union bisher tadellos. Jens Keller ist auch vor dem Pokalspiel in Saarbrücken (Sonntag, 15:30 Uhr) optimistisch. Nur das Transferfenster würde der Union-Coach gern etwas früher schließen.

Der Start in die Saison ist gelungen: Sieg beim Bundesliga-Absteiger Ingolstadt und auch die verbissene Partie gegen Holstein Kiel haben Sie gewonnen. Wo sehen Sie derzeit Verbesserungspotential?

Jens Keller: Wie wir in der ersten halben Stunde gegen Kiel verteidigt haben, war eine Katastrophe. Durch viele Fehler haben wir einem Aufsteiger drei Tore ermöglicht. Da haben wir wirklich nicht gut ausgesehen und müssen deutlich stabiler werden. In Ingolstadt wiederum haben wir in der Anfangsphase nicht gut Fußball gespielt. Am Anfang der Saison haben viele Mannschaft Probleme. Entscheidend ist, dass wir beide Spiele gewonnen haben. Aber es gibt immer etwas zu verbessern.

Inwiefern ist es ein Vorteil, dass die Mannschaft fast komplett zusammen geblieben ist?

Das ist sehr gut. Die Mannschaft hat jetzt ein Jahr lang unsere Philosophie verinnerlicht. Jeder Spieler, der schon etwas länger hier ist, kann sie mittlerweile runterleiern. Zudem haben wir Spieler geholt, die eine gewisse Qualität mitbringen, um neue personelle Reize zu setzen.

Wie hilft der gute Ligaauftakt beim Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken?

An der Phrase "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" ist schon was dran. Für den Underdog ist es ein großes Spiel. Die Mannschaft gibt mehr, die Fans geben mehr. Wenn man aber zwei Partien gewonnen hat, geht man mit breiter Brust in das Spiel - das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe und werden diese auch seriös angehen. Aber für das Selbstvertrauen ist es natürlich schon besser, mit zwei Siegen in die Saison zu starten.

Sie sind seit gemeinsamen Kölner Zeiten mit Saarbrückens Trainer Dirk Lottner befreundet. Hat er Ihnen verraten, wie er dieses Spiel angehen will?

Wir haben zwar einen guten Draht zueinander, aber weder er noch ich werden erzählen, wie wir die Aufgabe angehen. Er möchte mit Saarbrücken erfolgreich sein. Es wäre – auch finanziell - eine Riesensache für sie, wenn sie uns ausschalten sollten. Ich hingegen möchte natürlich mit Union gewinnen. Aber wir werden uns sicher vor dem Spiel unterhalten und Spaß haben.

Auf was für einen Gegner stellen sie sich ein?

Auf einen selbstbewussten, der sehr aggressiv spielen wird. Der 1. FC Saarbrücken hat für ein Team aus der 4. Liga enorm viel Qualität. Ihr System ist dem von Ingolstadt ähnlich. Wir konnten also schon einmal testen, wie man dagegen spielt und stellen uns auf eine taktisch interessante Partie ein.

Das Transferfenster schließt am 31. August. Wie glücklich sind Sie, wenn dieser Tag kommt und Transferdiskussionen, wie etwa um Abwehrchef Toni Leistner, endlich beendet sind?

Die Diskussionen führen ja nicht wir. Wir sind sicher, dass wir höchstens noch einen Spieler abgeben oder ausleihen werden. Ansonsten schauen wir auf den Markt, auf den einen Spieler, den wir noch wollen. Wir werden aber nicht hektisch, wenn das nicht klappt. Nichtsdestotrotz ist das keine schöne Situation und man sollte die Transferperiode ändern. Wenn ich als Trainer Ende Juni mit der Vorbereitung beginne und bis Ende August nicht weiß, wie meine Mannschaft letztlich aussehen wird, ist das grausam.

Das Interview führte Stephanie Baczyk, rbb Sportredaktion

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