Christoph Meinel vom Hasso Plattner Institut Potsdam spricht am 21.10.2016 in Bad Saarow beim ersten ostdeutschen Wirtschaftsforum. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: Brandenburg aktuell | 21.10.2016 | Markus Woller

Ostdeutsches Wirtschaftsforum in Bad Saarow - Digitale Technologien könnten Standortnachteile ausgleichen

In punkto Wirtschaft hinkt der Osten Deutschlands dem Westen noch hinterher. Wie das zu ändern ist, diskutieren Politiker, Wissenschaftler und Manager dieser Tage in Bad Saarow. Ein großes Plus wurde dabei am Freitag besonders betont: Der Osten ist flexibel.  

Der Osten Deutschlands könnte nach Einschätzung des Hasso-Plattner-Instituts den Umbau zur digitalen Wirtschaft schneller schaffen als der Westen. In den neuen Bundesländern habe man bereits Erfahrungen mit der Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft, sagte der Chef des Potsdamer Instituts, Christoph Meinel, am Freitag auf dem ersten Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow (Oder-Spree).

"Wir können umgehen mit Transformationen", sagte Meinel. Ähnlich wie nach der Wende werde sich die Wirtschaft durch digitale Technologien radikal wandeln. "Wir sind die erste Generation, die sich in dieses Neuland vorwagt." In einer digitalen Welt könnten Standortnachteile verblassen, sagte Meinel auf der Tagung.

Brandenburg setzt auf Kooperationen mit Hochschulen

Auch Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) betonte: "Ostdeutschland ist ein Landstrich, der sehr flexibel ist." Man müsse aber weiter "hungrig" bleiben.

Woidke forderte, die Innovationsfähigkeit im Osten Deutschlands zu stärken. "Es ist im Sinne Gesamtdeutschlands, dass der Aufholprozess der ostdeutschen Bundesländer nicht unterbrochen wird", sagte Woidke am Freitag. Viele Unternehmen im Osten seien klein oder Ableger großer Konzerne, wo nicht geforscht werde, so Woidke weiter. Dies müsse mit einer engeren Kooperation mit den Hochschulen abgefangen werden.  

Gabriel: Stärken der Region besser ausspielen

Berlins Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, in der Bundeshauptstadt habe sich eine starke Start-up-Szene entwickelt. "Die Stadt zieht an." Berlin habe 50 zusätzliche Professuren für Informationstechnologie beschlossen. Ein Problem sei aber, dass genügend Platz für Wohnraum wie auch Gewerbe zur Verfügung gestellt werden müsse.

Am Vortag hatte das Ifo Institut auf dem zweitägigen Wirtschaftsforum dargestellt, dass die Angleichung von Ost und West bereits vor 15 Jahren zum Erliegen gekommen ist. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) appellierte an die Firmen in den neuen Ländern, die Stärken der Region wie bezahlbaren Wohnraum und hervorragende Kinderbetreuung stärker auszuspielen.

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