Wasserbehandlungsanlage bei Vetschau in Brandenburg (Quelle: imago/Rainer Weisflog)

Belasteter Schlamm in Fließen - Bergbauamt geht Hinweisen auf hohe Arsen-Werte nach

Wurden in der Lausitz giftige Schlämme aus Spree-Fließen einfach am Gewässerrand deponiert? Das zumindest haben Analysen des BUND ergeben. Die Umweltorganisation macht den Tagebau verantwortlich. Das Landesbergbauamt äußert Zweifel, will die Vorwürfe aber prüfen.

Das Landesbergbauamt in Brandenburg will Hinweisen auf hohe Arsenwerte im Ockerschlamm mehrerer Spree-Fließe in der Lausitz nachgehen. "Wir kümmern uns darum", sagte Präsident Hans-Georg Thiem am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Thiem erklärte, das in den Gewässern der Region stark vertretene Eisenhydroxid, das auch wiederholt zu einer braunen Spree führte, binde Arsen. Er gehe nicht davon aus, dass das Arsen aus dem Braunkohletagebau stamme. Vielmehr könnten die Eisenverbindungen dafür sorgen, dass sich natürlich vorkommendes oder durch die Landwirtschaft mit der Düngung ausgebrachtes Arsen angereichert habe.

BUND: erhöhte Arsenwerte im Spree-Schlamm

Der Naturschutzverband BUND hatte am Montag eine chemische Analyse vorgelegt, wonach die Arsen-Werte bei vier Proben höher lagen als bei Material, das wieder in die Umwelt ausgebracht wird, erlaubt ist. Der BUND ging davon aus, dass das Material endgültig an den Ufern der Fließe liegenbleiben soll.

Es sei allerdings üblich, dass Schlamm aus den Fließen regelmäßig ausgebaggert und zunächst zum Trocknen an den Rand der Gewässer gelegt werde, erklärte jetzt Landesbergbauamt-Präsident Thiem weiter. Danach werde das Material dann aber entsorgt.

Für Verbraucher sehe er nach derzeitigem Stand keine Gefahr. Durch die Verbindung mit dem Eisenhydroxid werde das Arsen auch nicht ausgewaschen. Er gehe außerdem davon aus, dass der Schlamm regelmäßig untersucht werde. Für die Ausbaggerung zuständig seien die Wasser- und Bodenverbände. In einigen Tagen werde das Amt nähere Angaben machen können.

Naturschützer fordern Entsorgung des Schlamms

Nach der Untersuchung eines Labors im Auftrag des BUND lag der Wert für Arsen bei vier Untersuchungen unweit des Tagebaus Welzow-Süd zwischen 21 und 95 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse. Erlaubt wären nach diesen Angaben lediglich 20 Milligramm bei Material, das als Baggergut wieder in die Umwelt gebracht wird. Die Naturschützer, die seit Jahren gegen den Braunkohleabbau protestieren, hatten am Montag weitere Analysen und gegebenenfalls die Entsorgung des Schlamms als Sondermüll gefordert. Auch die Grünen hatten verlangt, dass das Landesbergamt tätig wird.

Unabhängig von der Arsenbelastung gibt es seit Jahren bereits mehrere Projekte, um die Belastung mit Eisenhydroxid zu senken. Als Ursache der Eisenverbindung gilt der Bergbau mit den sich dadurch ändernden Grundwasserspiegeln.

Sendung: Brandenburg aktuell, 24.04.2017, 19:30 Uhr

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