Alle Gewerke unter einem Dach: die KfZ-Arcarden von Basri Uluc auf dem Gelände des ehemaligen Mauerstreifens (Bild:rbb/Nico Schmolke)
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Audio: Radioeins | 05.02.2018 | Nico Schmolke | Bild: rbb/Nico Schmolke Download (mp3, 5 MB)

Zirkeltag | Kfz-Arcarden - Mauer auf dem Prüfstand

Das Konzept der Kfz-Arcarden ist einfach: alle Dienstleistungen am Auto auf einem Gelände. Los ging es im ehemaligen Grenzgebiet, wo es viel Platz für Werkstätten gab. Von Nico Schmolke

Bis 1989: Todesstreifen, Mauer

Heute: Kfz-Arcarden mit Prüfstation, Meisterwerkstatt, Autopflege u.a.

Wer den ehemaligen Grenzstreifen in Berlin abläuft, sieht Autos, Autos und nochmal Autos. Ob Autohaus, Gebrauchtwagenhändler oder KfZ-Werkstatt – irgendwie scheint die ehemalige Mauer die Automobilbranche magisch anzuziehen.

Einer dieser Mauer-Pioniere ist Basri Uluc. Der 38-Jährige arbeitete erst selbstständig als Prüfingenieur, dann entwickelte er das Konzept der KfZ-Arcarden: "Verschiedene KfZ-Gewerke in einem System. Wie ein Zahnrad, wo alles ineinander greift." Dafür fuhr er 2011 durch Berlin, suchte nach Grundstücken und fand die Fläche an der Heidelberger Straße in Treptow-Köpenick.

Basri Uluc (rechts) neben seinem Kollegen. Sein Team bezeichnet Uluc als „Familie“ (rbb/Nico Schmolke)
Uluc (rechts) mit einem Mitarbeiter | Bild: rbb/Nico Schmolke

Viel Platz für Werkstätten

Die Mauer war zu dem Zeitpunkt 22 Jahre gefallen, seither hatte sich an der Straßenecke zwischen Alt-Treptow und Neukölln so gut wie nichts getan. "Das lag brach, war wilde Landschaft", sagt Uluc. "Die Sträucher und Gräser waren so hoch wie ein Mensch."

Als Uluc den Boden abtrug, kamen jede Menge Trümmer zum Vorschein. Ob Stücke der Berliner Mauer dabei waren? Heute stehen hier mehrere kleine Hallen, in einer betreibt Uluc einen Prüfstand, die restlichen vermietet er an andere Werkstätten.

An welch historischem Ort er seine Werkstatt eröffnete, wurde Uluc erst klar, als er auf der Straße die zweireihigen Pflastersteine entdeckte. Die markieren in Berlin den ehemaligen Mauerverlauf.

"Ost und West gibt es nicht mehr"

Jetzt will Uluc selbst Historisches erreichen: Bald fängt bei ihm eine der ersten TÜV-Prüferinnen türkischer Abstammung in ganz Deutschland an. "Es ist nicht so gewöhnlich, dass türkische Frauen sich das zutrauen. Aber die Kollegin ist taff - das ist toll, sie bald hier zu haben." Sie gehört dann zu Ulucs Team aus etwa zehn Leuten, alle um die 30 Jahre alt.

Das Konzept der KfZ-Arcarden trägt Uluc mittlerweile an weitere Berliner Standorte. Im Osten oder im Westen? "Ost und West gibt es nicht mehr, das ist eine Stadt."

Leben auf dem Mauerstreifen - weitere Orte

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    rbb|24/imago,Rolf Zöllner

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    rbb/Mona Ruzicka

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  • Zirkeltag | Schallschutzwand an der A113 

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    rbb/ Laura Kingston

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  • Zirkeltag | Ehemaliger Grenzkontrollpunkt Bravo 

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  • Zirkeltag | Kinderbauernhof "Am Mauerplatz" 

    Der Kinderbauernhof am Mauerplatz steht auf dem ehemaligen Grenzstreifen (Bild: rbb/Juliane Gunser)
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  • Zirkeltag | Kinderbauernhof Pinke-Panke 

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    rbb/Juliane Gunser

    Von Grau zu Pink

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  • Zirkeltag | Checkpoint Charlie 

    Auf der Verkehrsinsel un der Mitte der Friedrichstraße steht das alte Kontrollhäuschen der Alliierten (Bild: rbb/Tobias Schmutzler)
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    Grenzsoldat im Minijob

    Viele halten sie für den Inbegriff von Erinnerungskitsch: Die verkleideten US-Soldaten am Checkpoint Charlie schießen für drei Euro Selfies mit Touristen. Ein Job, der gute Laune auf Knopfdruck verlangt. Von Tobias Schmutzler

  • Zirkeltag | Club der Visionäre und Arena  

    Der Weg am Flutgraben damals und heute: Links hinter der Mauer verbarg sich auf Westseite das Fischerhäuschen. Die Werkstatt im Backsteingebäude führte die Mauer zur Spree weiter (Bild: rbb/Mona Ruzicka)
    rbb/Mona Ruzicka

    Fischbude im Westen, Werkstatt im Osten

    Am Flutgraben des Landwehrkanals ging die alltägliche Arbeit auch während der Teilung Berlins ganz dicht an der Mauer weiter, im Osten wie im Westen. Auf der einen Seite wurde Fisch verkauft, auf der anderen geschraubt. Heute wird gefeiert. Von Mona Ruzicka

  • Zirkeltag | Stadtrandhof Schönefeld 

    Elisabeth Wrede von Stadtrandhof Schöneberg mit zwei Zicklein (Quelle: rbb/Juliane Gunser)
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    Begegnungszone im Grenzstreifen

    Früher Pestizide, Grenzpatrouillen und tödliche Schüsse. Heute: trappelnde Hufe, Kinderstimmen und ein zahmes Wildschwein namens "Otto". Kontrastreicher kann ein Ort kaum sein. Der Stadtrandhof liegt mitten im ehemaligen Grenzstreifen der Berliner Mauer in Schönefeld. Von Juliane Gunser

  • Zirkeltag | Ruderer am Griebnitzsee 

    Karola Kleinschmidt und Leonard Schmitz an einer Gedenktafel am Griebnitzsee (Bild: rbb/Felix Edeha)
    rbb/Felix Edeha

    Die schwimmende Mauer

    Für junge Ruderer auf dem Griebnitzsse ist es schwer, sich vorzustellen, dass früher die Grenze quer über den See verlief. Früher mussten sich Sportler vor Schüssen fürchten, wenn sie vom Weg abkamen. Von Felix Edeha

  • Zirkeltag | TÜV Rheinland Akademie 

    Innenansicht der Ausbildungseinrichtung dea TÜV Rheinland auf dem ehemaligen Mauerstreifen in Hohen Neuendorf (Bild: rbb/Mirjam Banz)
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    Viel Interesse für Mechanik, wenig für Geschichte

    In Hohen Neuendorf ist nach dem Mauerfall viel Bauland freigeworden. Hier hat sich eine Ausbildungseinrichtung des TÜV Rheinland angesiedelt. Im Betrieb gibt es eine deutliche "Erinnerungsgrenze" zwischen Alt und Jung. Von Mirjam Banz

  • Zirkeltag | Kletterwand "Schwedter Nordwand" 

    Zwischen den beiden Stelen der Schwedter Nordwand (Bild: rbb/Anton Stanislawski(
    rbb/Anton Stanislawski

    Wand statt Mauer

    Zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen ragt eine Wand in die Höhe: die "Schwedter Nordwand". Ein Paradies für Kletterfans auf dem ehemaligen Berliner Mauersteifen. Von Anton Stanislawski

  • Zirkeltag | Hundetrainingsverein SV OG Buckow-Neukölln 

    Hunde trainieren am 2.2.2018 auf dem Hundetrainingsplatz Buckow, wo einst die Mauer verlief (Bild: rbb/Mirjam Banz)
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    Hauptsache Hunde

    99 Jahre schon gibt es die Ortsgruppe Buckow-Neukölln des Deutschen Schäferhundvereins. Ob Nazizeit oder deutsche Teilung - auf dem kleinen Grundstück im Süden Berlins ging es immer um das heimliche deutsche Wappentier. Von Mirjam Banz

  • Zirkeltag | Baumhaus an der Mauer 

    Das Baumhaus in Kreuzberg (Quelle: rbb/ Laura Kingston)
    rbb/ Laura Kingston

    Rebellion mit Zwiebeln und Knoblauch

    Gegen das DDR-Grenzregime wurde in den 28 Jahren Berliner Mauer viel rebelliert. Oft in Form von illegalen Grenzüberschreitungen. Ein türkischer Gastarbeiter legte sich mit den Grenzern an, weil er Zwiebeln und Knoblauch anbaute. Von Laura Kingston

  • Zirkeltag | Fort Hahneberg 

    Am Haupteingang des Forts Hahneberg ist noch der Reichsadler zu sehen (Bild: rbb/Anton Stanislawski)
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    Eine Festung im Dornröschenschlaf

    Kurz hinter Staaken verläuft die heutige Landesgrenze Berlin-Brandenburg. Sanfte, grüne Hügel verstecken einen Ort, der lange vergessen war: das Fort Hahneberg. Zu DDR-Zeiten verfiel die Festung, heute gibt es Führungen und Filmdrehs. Von Anton Stanislawski

  • Zirkeltag | Porsche Lab am Osthafen 

    Das grüne Gebäude, in dem das Porsche Lab sitzt, gilt als eines der hässlichsten Gebäude Berlins. Dahinter steht bereits der Rohbau neuer Eigentumswohnungen. (Bild: rbb/Nico Schmolke)
    rbb/Nico Schmolke

    Digitaler Boom dank Freiflächen

    Berlins Kreativszene braucht Orte. Noch findet sie die am ehemaligen Grenzstreifen. Doch der Run auf die noch bebaubaren Flächen ist groß. Von Nico Schmolke

Sendung: Radioeins, 05.02.2018, 10.00 Uhr

Beitrag von Nico Schmolke

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