Blick auf’s Yaam vom südlichen Spreeufer an der Schillingbrücke. Seit Ende der 90er Jahre wurde in dem ehemaligen Gaswerk in zahlreichen Clubs gefeiert. (Bild: rbb/Mona Ruzicka)
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Audio: Radioeins | 05.02.2018 | Interview mit Mona Ruzicka | Bild: rbb/Mona Ruzicka Download (mp3, 5 MB)

Zirkeltag | Yaam - Tanzen auf dem Todesstreifen

Einst durften nur Grenzsoldaten das Spree-Ufer an der Schillingbrücke in Berlin-Friedrichshain betreten. Heute feiern hier Menschen aus der ganzen Welt zusammen im Kulturzentrum Yaam. Von Mona Ruzicka

Bis 1989: Das Gebäude wurde in der 20er Jahren gebaut und als Gaswerk und Lagerstätte für Bauteile genutzt. Zu Mauer-Zeiten lag das Gebäude direkt im Todesstreifen.

Heute: Das Yaam ist ein Club und ein multikulturelles Kulturzentrum an der Schillingbrücke. Seit Ende der 90er Jahre hat das Gelände zahlreiche Clubs beherbergt: darunter das Deli, Maria am Ufer und die Magdalena.

"Refugees Welcome" prangt auf der Mauer, die das Kulturzentrum Yaam von der Spree trennt. Flüchtlinge waren hier jedoch 28 Jahre lang alles andere als willkommen. Wo heute Treppenstufen runter zum Wasser führen, war früher alles zugemauert.

Das Yaam liegt in Berlin-Friedrichshain, genau in der ehemaligen Todeszone zwischen der Hinterland- und Vorderlandmauer. Die Spree bildet eine weitere natürliche Grenze zwischen dem ehemaligen Osten und Westen.

Wer genau hinguckt sieht heute noch, dass die Treppenstufen einmal zugemauert waren. Zwei DDR-Bürger wurden in der Nähe der Schillingbrücke bei Fluchtversuchen im Wasser von Grenzsoldaten erschossen. Ein West-Berliner gelangte unter ungeklärten Umständen in die Sperranlage, auch er wurde getötet.

Ein Blick auf das Gelände des Yaam: Rechts hinten im Bild ist eine Mauer auf Platten aufgesprüht. Wenige wissen: Es ist ein erhaltener Teil der Hinterlandmauer. (Bild: rbb/Mona Ruzicka)Teil der Hinterlandmauer am Yaam

Grenzer hausten in der alten Gasfabrik

Heute erinnert wenig an die ehemalige Grenze. Auf eine dünne Metallabsperrung sind die bekannten Umrisse der Mauer gesprayt, vor blauem Himmel. Was wenige wissen: Dies ist wirklich ein Teil der ehemaligen Hinterlandmauer. Sie sollte Menschen davon abhalten, auf das Gelände der ehemaligen Gasfabrik zu gelangen. Die Grenzer nutzten es vermutlich als Lagerraum und bauten im Keller einen Bunker.

Ende der 90er entdeckte die Elektro-Szene das Gebäude für sich. Zahlreiche bekannte Clubs wie das Deli, Maria am Ufer und die Magdalena nahmen die Hallen ein. Der Todesstreifen wurde zum Treffpunkt für Techno-Fans, im multikulturellen Zentrum Yaam wird seit 2014 auch zu Reggae, Dub und Soul getanzt. Friedliches Miteinander von ganz unterschiedlichen Kulturen - das ist dem Club ein ganz besonderes Anliegen.

Leben auf dem Mauerstreifen - weitere Orte

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    Kurz hinter Staaken verläuft die heutige Landesgrenze Berlin-Brandenburg. Sanfte, grüne Hügel verstecken einen Ort, der lange vergessen war: das Fort Hahneberg. Zu DDR-Zeiten verfiel die Festung, heute gibt es Führungen und Filmdrehs. Von Anton Stanislawski

  • Zirkeltag | TÜV Rheinland Akademie 

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    Viel Interesse für Mechanik, wenig für Geschichte

    In Hohen Neuendorf ist nach dem Mauerfall viel Bauland freigeworden. Hier hat sich eine Ausbildungseinrichtung des TÜV Rheinland angesiedelt. Im Betrieb gibt es eine deutliche "Erinnerungsgrenze" zwischen Alt und Jung. Von Mirjam Banz

  • Zirkeltag | Ruderer am Griebnitzsee 

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    Für junge Ruderer auf dem Griebnitzsse ist es schwer, sich vorzustellen, dass früher die Grenze quer über den See verlief. Früher mussten sich Sportler vor Schüssen fürchten, wenn sie vom Weg abkamen. Von Felix Edeha

  • Zirkeltag | Schallschutzwand an der A113 

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    rbb/Nico Schmolke

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    Die Berliner Mauer ist schon lange weg, doch an einigen Stellen entstanden neue Mauern. Unser Autor Nico Schmolke ist an einer solchen aufgewachsen.

Beitrag von Mona Ruzicka

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