Till Brönner beim Classic Open Air; Quelle: rbb/Thomas Ernst
Bild: rbb Presse & Information

Nach Absage aus Berlin - "House of Jazz" kommt jetzt vielleicht nach Weimar

Nach der Absage Berlins an das von Startrompeter Till Brönner geplante "House of Jazz" könnte das Projekt bundesweit ausgeschrieben werden. "Das wäre eine charmante Lösung", sagte der SPD-Haushaltsexperte im Bundestag, Johannes Kahrs, der Deutschen Presse-Agentur.

Lederer kippte unter Renner beschlossenes Projekt

Berlins neuer Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte das Projekt, das Brönner gemeinsam mit dem ehemaligen Kultur-Staatssekretär Tim Renner angestoßen hatte, für Berlin gekippt. Er will stattdessen ein "Haus für Basiskultur" einrichten. Lederer will sich beim Bund dafür einsetzen,  dass die bereits vom Bundestag bewilligten 12,5 Millionen Euro umgewidmet werden.

In dieser Beziehung machte Kahrs dem Berliner Kultursenator wenig Hoffnung: Die Förderung von Basiskultur sei wichtig und richtig, so der SPD-Politiker.  Allerdings handele es sich dabei um eine originäre Berliner Aufgabe und nicht um eine Bundesaufgabe.

Laut Kahrs hat Lederer ein persönliches Gespräch mit ihm trotz eines viermonatigen Vorlaufs abgesagt. Nun sei für die nächsten Tage zumindest ein Telefonat vereinbart.

Weimar hebt die Hand

An dem "House of Jazz" hat bereits die Musikstadt Weimar Interesse signalisiert. Kahrs sagte, Voraussetzung für jeden Bewerber sei ein geeignetes Gebäude und eine dem Bundeszuschuss entsprechende finanzielle Beteiligung. Zudem müsse selbstverständlich Till Brönner zustimmen, der seit Jahren für das Projekt kämpfe.

Sendung: Abendschau | 26.04.2017 | 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Es ist schon beeindruckend, wie der Senat es schafft, einen Musiker von Weltrang so gekonnt zu düpieren. Berlin hat so gut wie keine Jazzszene, und wo Herr Lederer "Leuchttürme" sieht, ist es in Wahrheit zappenduster. Was ist es also, was der Senat dem Projekt vorziehen möchte? Schülerbands in miefigen Proberäumen? Herr Müller, zeigen Sie bitte, dass Sie Regierender Bürgermeister von Berlin sind! Die Stadt hat in Sachen Kultur in der Welt durchaus einen Ruf zu verlieren und ist genau jetzt auf Ihr Machtwort angewiesen!

  2. 4.

    Das meine ich damit das sich die Darbietung wirtschaftlich auf Grund von bezahltem Interesse der in dem Fall Zuhörer positiv rechnet.
    Sonst ist es überflüssig denn der Steuerzahler sollte in einer Stadt in der Kinder hungern, anschaffen, Drogen verkaufen und kein Dach über dem Kopf haben lieber dort investieren und sich einmischen ;-)

  3. 3.

    Was verstehen Sie denn unter "echte Kultur"? Das, was Herr Brönner mit reichlich Steuermillionen plant, aber nicht die ganzen Künstler, für die Herr Lederer einen Ort schaffen will? Und welche Kultur soll denn deswegen abwandern? Höchstens kommt keine her. Das ist für Berlin nun nicht gerade ein Problem; die Künstler und Kultur kommt auch so...

    Fernab vom stumpfen Politiker-Bashing ein ausführlich Bericht zu dem Thema http://www.tagesspiegel.de/kultur/house-of-jazz-der-leuchtturm-und-sein-waerter/19484840.html

  4. 2.

    Schade, wieder ein Stück echte Kultur die politisch gewollt abwandert und wieder ein frei stehendes Haus in Mitte das nur für mal einen Anlass genutzt wird anstatt dauerhaft.
    Herr Brönner wird sicherlich mit seinem durch den Bund gegebenen Etat eine gute Lösung finden um Jazzkultur zu erhalten, das wird auch ohne Berlin uns seinen handlungsunfähigen Senat funktionieren.

  5. 1.

    Was macht Kultursenator Lederer eigentlich, außer Kultur von vornherein zu verhindern ("House of Jazz") oder bereits beschlossene Projekte zu torpedieren (Einheitsdenkmal)?

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