Das berühmte Rad an der Volksbühne wird abmontiert (Quelle: Martin Adam)
Video: Abendschau | 30.06.2017 | Nachrichten | Bild: Martin Adam

Wahrzeichen verschwindet vorerst - Die Volksbühne hat kein "Räuberrad" mehr

Jetzt ist es weg: Die berühmte "Räuberrad" steht nicht mehr vor der Berliner Volksbühne. Die Eisenskulptur geht erst einmal auf Reisen und wird danach wahrscheinlich ein Jahr lang saniert. Dann soll das Rad wieder vor dem Theater stehen. Vielleicht.

Das legendäre "Räuberrad", Wahrzeichen der Berliner Volksbühne, ist nach einem beispiellosen Hin und Her abgebaut worden. Am Freitag buddelten Bauarbeiter auf der abgesperrten Wiese vor dem Theater die rostige Eisenskulptur aus dem Boden, ein großer Kran hob die schwere Last vorsichtig aus der Verankerung.

Ein erster Versuch zum Abbau war am Mittwochabend gescheitert. Weil das Kunstwerk zu fest im Fundament verankert sei, konnten zwei Kräne die Konstruktion zunächst nicht aus den Boden heben, hieß es seitens der Kultursenatsverwaltung.

Rad wird ein Jahr lang saniert

Der scheidende Volksbühnen-Intendant Frank Castorf hatte das beliebte Wahrzeichen nicht seinem Nachfolger Chris Dercon überlassen wollen. Zugleich beanspruchte es aber auch die Witwe des Bühnenbildners Bert Neumann, der das Speichenrad auf Beinen einst geschaffen und zum Logo für die Volksbühne gemacht hatte.

Nach einem langen Schlagabtausch zwischen den Anwälten verständigten sich beide Seiten mit Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) schließlich auf einen Kompromiss. Danach darf das Rad jetzt die Volksbühne zu ihrem Gastspiel nach Avignon in Frankreich begleiten. Danach wird es sage und schreibe ein Jahr lang saniert, um dann anschließend wieder am ursprünglichen Standort aufgebaut werden - es sei denn, die Parteien einigen sich auf "einen anderen, würdigen Standort".

Bereits am vergangenem Wochenende war der ebenfalls berühmte Schriftzug "Ost" vom Dach der Berliner Volksbühne entfernt worden. Mit dem Abbau der beiden symbolträchtigen Wahrzeichen wollen Kritiker das Ende einer großen Theater-Ära sinnbildlich veranschaulichen.

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