Intendant Frank Castorf (M) verabschiedet sich am 01.07.2017 von der Berliner Volksbühne (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: rbb Aktuell | 01.07.2017 | Sarah Zerdick | Bild: dpa/Paul Zinken

Ende der Volksbühnen-Intendanz - Frank Castorf hat sich mit einem Tänzchen verabschiedet

Ein Vierteljahrhundert war Frank Castorf Intendant der Berliner Volksbühne. Nun hat er sich endgültig verabschiedet – und wurde frenetisch gefeiert.

Theatermacher Frank Castorf hat sich nach 25 Jahren als Intendant der Berliner Volksbühne verabschiedet. Nach der letzten Vorstellung unter Leitung des 65-Jährigen gab es am Samstagabend frenetischen Applaus des Publikums. Anschließend spielte auf der Bühne eine Balkan-Brass-Band auf – und Castorf wagte zusammen mit seinen Schauspielern Martin Wuttke und Milan Peschel ein Tänzchen. Danach wurde bei einem Straßenfest vor dem Theater am Rosa-Luxemburg-Platz weitergefeiert.

Kritik an Nachfolger Chris Dercon

Als letzte Vorstellung stand die mehr als vierstündige Castorf-Inszenierung von Ibsens "Baumeister Solness" auf dem Programm. Die ausverkaufte Vorstellung wurde per Video auch ins Foyer der Volksbühne übertragen. Castorf wird zur neuen Spielzeit von dem Belgier Chris Dercon abgelöst, der in der Berliner Kulturszene bisher allerdings auf wenig Gegenliebe stößt. Die Volksbühnen-Mitarbeiter hatten unter anderem mit einem offenen Brief gegen den Kulturmanager und Kunstexperten Dercon protestiert.

Symbolträchtige Trauer um das Volksbühnen-Rad

Nach langem Hin und Her waren zuvor bereits das Volksbühnen-Rad auf dem Rasen vor dem Theater und der Schriftzug "Ost" vom Dach des Theaters abmontiert worden. Mit dem Abbau der beiden symbolträchtigen Wahrzeichen wollen Kritiker das Ende einer großen Theater-Ära sinnbildlich veranschaulichen.

Die Skulptur in Form eines Rads wurde von den Volksbühnen-Fans am Samstagabend betrauert - die Stelle, wo das sogenannte Räuberrad stand, stilisierten sie mit Blumen und Kerze zum Grab.

Castorf selbst hat angekündigt als freier Regisseur weiterzuarbeiten. "Ich gehe jetzt als Brandstifter, als Vagabund durch die Welt", sagte Castorf dem Stadtmagazin "tip" zu seiner künstlerischen Zukunft.

Ära Peymann endet ebenfalls

Am Sonntagabend endet auch die Ära einer weiteren langjährigen Theatergröße in Berlin: Der 80-jährige Claus Peymann verabschiedet sich als Intendant am Berliner Ensemble. Unter dem Motto "Der Abschied" gibt es ein Programm mit zahlreichen prominenten Schauspielern.

Peymann wird von Oliver Reese abgelöst, der vom Schauspiel Frankfurt kommt.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich habe mich sehr wohl mit deren "Arbeit" beschäftigt und mußte feststellen, dass das was die beiden alten Männer als Kunst bezeichneten, nichts mit Kunst zu tun hat.

  2. 4.

    Herr Küßber, man kann den beiden vieles vorwerfen, aber ganz sicher nicht, dass sie "Pseudo-Künstler" sind. Wenn Sie so etwas sagen, haben Sie sich offentsichtlich recht wenig mit deren Arbeit beschäftigt.

  3. 3.

    Eine kleine Fotomontage von mir zur Demontage von Ost-Schriftzug und Rostrad:

    http://t1p.de/ost-rad-ab

  4. 1.

    Es wurde auch Zeit, daß sich diese beiden Pseydo-Künstler von der Bühne verabschieden.

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