Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) und der Intendant der Volksbühne Berlin, Chris Dercon (Quelle: dpa/Sören Stache/Rainer Jensen)
Bild: dpa/Sören Stache/Rainer Jensen

Kultursenator im Interview - Lederer: Festes Ensemble für Volksbühne steht im Vertrag

Viele Kulturinteressierte fürchten, dass der neue Intendant der Volksbühne, Chris Dercon, aus dem Haus eine "Eventbude" macht. Kultursenator Lederer ist aber zuversichtlich, dass Dercon ein festes Ensemble aufbauen wird - weil das so im Vertrag steht.  

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geht davon aus, dass der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon ein festes Ensemble aufbauen wird. Im Vertrag mit dem  Belgier stehe, dass er die Bühne als Repertoire- und Ensembletheater entwickeln werde. Das müsse auch geliefert werden, sagte Lederer der "Berliner Morgenpost".  

Lederer hatte sich zur Personalie Dercon bekannt

"Der beste Weg, Kritik zu begegnen, ist zu beweisen, dass man seine Aufgabe bewältigt. Diese Chance hat Chris Dercon verdient", sagte der Senator mit Blick auf Stimmen, die befürchten, dass an der Volksbühne künftig nur noch Gäste auftreten werden.

Lederer selbst hatte zunächst im Herbst angekündigt, die Personalie Dercon auf den Prüfstand zu stellen - sich dann aber zum Vertrag mit dem belgischen Kulturmanager bekannt.

Kritiker Dercons befürchten "Eventbude"

Dercons Gegner halten ihn für ungeeignet, Nachfolger von Frank Castorf zu werden. Sie fürchten um das Profil der Bühne. Das Schlagwort "Eventbude" machte die Runde. Theater-Mitarbeiter hatten in einem offenen Brief gegen Dercon protestiert,  der zuletzt das Londoner Museum Tate Modern leitete.

Der Siegerentwurf für ein Museum der Moderne in Berlin der Schweizer Architekten von Herzog & de Meuron, wird am 17.11.2016 bei der Eröffnung einer Ausstellung im Kulturforum in Berlin präsentiert (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa).
Bild: dpa-Zentralbild

Lederer unzufrieden mit Berliner Kulturforum

In dem Zeitungsinterview regte er auch eine neue Debatte über die künftige Gestaltung des Kulturforums am Potsdamer Platz an. Die städtebauliche Situation sei unbefriedigend,
sagte Lederer. Das Areal mit Neuer Nationalgalerie, dem künftigen Museum der Moderne, der Gemäldegalerie, der Philharmonie, dem Kunstgewerbemuseum und der Staatsbibliothek sei durch eine breite Verkehrsachse, die Potsdamer Straße, geteilt.

Er stellte die Frage, ob es sinnvoll sei, das Museum der Moderne auf dem Kulturforum zu bauen und ansonsten das städtische Areal mit allen Problemen so zu belassen. "Wir werden doch Lösungen finden, um diesem Ort zu mehr Leben und Aufenthaltsqualität zu verhelfen", fügte er hinzu. Allerdings will die rot-rot-grüne Landesregierung die wichtige Verkehrsader in Verlängerung der Leipziger Straße nicht grundsätzlich infrage stellen. "Erst einmal ist sie Realität", räumte der Kultursenator ein.

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