Paradebett im französischen Champs-sur-Marne. (Quelle: dpa/Varga)
Bild: dpa/Jean-Claude Varga

Nachtlager kehrt zurück - Frisch gemacht - das preußische Paradebett

Gute Pflege für ein königliches Nachtlager: Friedrich I. hatte es im Schloss Charlottenburg errichten lassen, dann wurde es zerstört und wiederhergerichtet. Nun wird das Paradebett restauriert und steht ab Oktober wieder an seinem Originalstandort.

Das preußische Paradebett aus dem Berliner Schloss Charlottenburg wird bis 2019 in Potsdam komplett restauriert. Erste Teile sollen bereits von Anfang Oktober an wieder in Berlin zu sehen sein, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Donnerstag bei der Vorstellung der Arbeiten in Potsdam mitteilte.

Das Baldachinbett war ursprünglich von König Friedrich I. für die Paraderäume im Schloss Charlottenburg errichtet worden, nachdem dessen Frau Sophie Charlotte gestorben war. Das Bett wurde aber 1760 durch plündernde russische und österreichische Truppen zerstört. Friedrich der Große gab dann Mittel für die originalgetreue Wiederherstellung des Paradebettes, das "vielen fürstlichen Personen an ihren Vermählungstagen zum Beylager" diente, und den dynastischen Fortbestand symbolisierte. Denn damals war es Brauch, nach den Vermählungsfeiern der Hohenzollern in Charlottenburg Braut und Bräutigam in dieses Schlafgemach zu führen, zu entkleideen und zu Bett zu bringen.

Untere Bettbehänge sind erhalten

Ermöglicht wird die Wiederherstellung durch ein Vermächtnis an den Verein der Freunde der Schlösser und Gärten. Erhalten sind bis heute alle Textilen des Baldachins und der unteren Bettbehänge. Die erheblichen Schäden an den Stoffen sollen nun beseitigt werden. Zudem wurde bereits das verloren gegangene hölzerne Bettgestell rekonstruiert.

Das Bett stand übrigens nicht immer in Charlottenburg: 1893 wurde es ins Berliner Stadtschloss gebracht, wo es für hohe fürstliche Gäste genutzt wurde. 1933 kehrte es nach Charlottenburg zurück, um dann nach der Zerstörung des Schlosses im November 1943 noch nahezu intakt nach Potsdam verlagert zu werden.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 31.08.2017, 19.30 Uhr 

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