Fotoprobe zu Die Gespenstersonate in der Werkstatt der Staatsoper im Schiller Theater (Quelle: imago/Martin Müller)
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Kulturausschuss tagt - Berlins Kultur soll 120 Millionen Euro mehr bekommen

Mehr Geld für die freie Szene, für die Gehälter von Künstlern und erstmals auch ein Fonds für Festivals: Berlin will in den kommenden beiden Jahren 120 Millionen Euro mehr für die Kultur ausgeben - so schlägt es der Kulturausschuss vor. Abgesegnet ist das aber noch nicht.

Berlin will seinen Kulturetat in den kommenden beiden Jahren um insgesamt 120 Millionen Euro erhöhen. "Das heißt aber nicht, dass wir absolut aus dem Vollen schöpfen können", sagte Kultursenator Klaus Leder (Linke) am Montag zum Auftakt der Etatberatungen im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.

Geld für Tarifsteigerungen, freie Szene und Festivals

Ein großer Teil der zusätzlichen Mittel soll dafür verwandt werden, die Tarifsteigerungen im Kulturbereich hundertprozentig umzusetzen und die sozialen Mindeststandards bei der Förderung von Künstlern einzuhalten. Allein 6,5 Millionen Euro stehen zusätzlich für die Unterstützung der freien Szene zur Verfügung. Erstmals gibt es mit 4 Millionen Euro einen Festivalfonds.

Für die Opposition sagte der CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke, er vermisse klare Schwerpunkte der rot-rot-grünen Landesregierung. Am 9. Oktober soll der Haushalt in zweiter Lesung im Ausschuss behandelt werden.

Lederer vermisst Gesamtkonzept für Humboldt Forum

Vor der Sitzung bekräftigte Lederer seine Kritik  an dem in Bau befindlichen Berliner Humboldt Forum. Derzeit gebe es noch kein Gesamtkonzept für das Mammutprojekt, sondern nur sehr viele und sehr hohe Erwartungen, sagte Lederer am Montag vor Beginn der Haushaltsberatungen im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. "Das Land Berlin wird sich selbstverständlich weiter engagiert daran beteiligen, dem öffentlichen Anspruch gerecht zu werden."

Zugleich machte der Senator deutlich, dass er eine gemeinsame Leitung für die drei Beteiligten - Preußenstiftung, Humboldt-Universität und Land Berlin - nicht akzeptieren will. "Aus einem Guss kann nicht bedeuten, einer sagt an und die anderen folgen", erklärte er. "Dieses Haus muss aus der Vielfalt der unterschiedlichen Perspektiven leben." 

Haus soll 2019 schrittweise eröffnen

Lederer hatte sich zuvor bereits für eine Organisationsstruktur ausgesprochen, in der jeder der Beteiligten einen klaren Verantwortungsbereich hat. Zudem befürchtet der Senator etwa bei der ethnologischen Sammlung im Humboldt Forum ein Völkerkundemuseum alter Schule, in dem der koloniale Kontext der Sammlung nicht ausreichend aufgearbeitet wird.

Der CDU-Abgeordnete Juhnke warf Lederer vor, das Projekt schlechtzureden. "Man sollte nicht versuchen, den Inhalt madig zu machen, wenn einem die Verpackung nicht gefällt."

Im künftigen Humboldt Forum, das hinter der rekonstruierten Fassade des Berliner Stadtschlosses entsteht, werden neben dem Land Berlin vor allem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz - in Form des Ethnologischen Museum und des Museums für Asiatische Kunst - und die Humboldt Universität ausstellen. Ab Herbst 2019 soll das Haus schrittweise eröffnen.

Sendung: Abendschau, 04.09.2017, 19.30 Uhr

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