Bildkombi: Der französische Autor Michel Houllebecq (links) und der Deutsche Schauspieler Edgar Selge (Quelle: Imago / spöttel picture/ epd)
Bild: Imago / spöttel picture/ epd

In eigener Sache - rbb verfilmt Houellebecqs "Unterwerfung" mit Edgar Selge

Frankreich ein paar Jahre in der Zukunft, ein charismatischer Politiker kommt an die Macht und führt das Patriarchat ein. Das ist das Szenario von Michel Houellebecqs "Unterwerfung". Jetzt wird der Roman vom rbb verfilmt - mit prominenter Besetzung.

Michel Houellebecqs viel diskutierter Roman "Unterwerfung" kommt ins Fernsehen. Die Produktionsfirma NFP hat im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mit der Verfilmung
begonnen. Die Hauptrolle des Literaturwissenschaftlers François spielt Edgar Selge (69), der gerade erst im TV-Drama "So auf Erden" im Ersten zu sehen war. Dort soll auch die neue Romanverfilmung gesendet werden, voraussichtlich im Frühjahr 2018. Das Drehbuch stammt von Titus Selge, der auch Regie führt. Produzent ist Clemens Schaeffer, die Redaktion liegt bei Martina Zöllner (rbb). 

Theater- und Filmszenen werden kombiniert

Die Fernsehfassung kombiniert Ausschnitte von Katrin Beiers Theaterinszenierung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit Filmszenen. Die Theaterszenen wurden bereits abgedreht, weitere Dreharbeiten in Paris und Berlin begannen am Dienstag. Zu weiteren Darstellern gehören unter anderem Matthias Brandt, Alina Levshin, André Jung, Florian Stetter und Valerie Koch.

Houellebecq erzählt in seinem 2015 veröffentlichten Roman aus der Perspektive des Literaturwissenschaftlers François, wie in Frankreich in der nahen Zukunft der charismatische muslimische Politiker Mohamed Ben Abbes Staatspräsident wird, das Patriarchat und die Polygamie einführt.

François verliert seine Anstellung und vereinsamt zunehmend. Eines Tages bietet ihm die Universität an, seine Lehrtätigkeit wieder aufzunehmen, falls er bereit sei, zum Islam zu konvertieren.

Die Verfilmung ist im Paris des Jahres 2022 angesiedelt.

Sendung: radioBerlin, 12.10.2017, 10:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

10 Kommentare

  1. 10.

    "charismatischer Politiker [...] führt das Patriarchat ein"
    Sie trauen sich ja nicht einmal in einem Zeitungsartikel, Ross und Reiter zu benennen. Bin gespannt, wie es den ÖR gelingt, sich aus den wichtigen Fragen des Buchs politisch korrekt herauszuwinden.

  2. 9.

    Was heißt "das Patriarchat eingeführt"? Das war doch schon da, wenn ich mich nicht irre?

  3. 7.

    Definieren sie mir doch mal, wie genau antimuslimischer Rassismus aussieht. Ich hab's mal mit einem eventuellen Nebenschauplatz wie "antichristlichem Rassismus" versucht, komme aber nicht weiter.

    Denkhilfe:
    Wikipedia: "Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – aber auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt."

  4. 6.

    Wo bleibt da der Aufschrei der "Anständigen"?

    Den gab es 2000 nach dem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge. Aber nur so lange, die Menschen glaubten, die Täter seien Nazis. Als die echten Täter mittels DNA-Spuren überführt wurden und es sich um einen islamischen Anschlag handelte verstummte dieser Aufstand der Ansändigen. (siehe Wikipedia-Artikel)
    Weil der islamische Antisemitismus gilt ja als "multikulturelle Bereicherung".
    Dem ISlam wird nun wirklich äußerst viel Toleranz entgegen gebracht. Andere Ideologien (ohne Religionsstatus) haben diese Narrenfreiheit nicht.
    Es gibt übrigens AnwältInnen und FrauenrechtlerInnen - siehe Frau Atesh - in Berlin. Die hat sogar eine liberale Moschee gegründet. Sollten Sie sich mal informieren. Es lohnt sich! (es gibt auch keinen Kopftuchzwang - Männer und Frauen sind gleichberechtigt) im Einklang mit dem Grundgsetz, in dessen Geltungsbereich auch Sie in Deutschland leben.

  5. 4.

    Wenn es denn zu Gewalt und zu Exzessen kommt, sollte Frankreich seinen an sich hervorragenden Geist mal darauf richten, inwieweit es eine Enge im Denken auch noch befördert hat. Beispielsweise durch das Hochziehen seelenloser abgekoppelter Massenquartiere in der so bez. Banlieu. Die wegen ihrer Eintönigkeit zu recht gescholtenen Plattenbausiedlungen "des Ostens", die von Eisenach nach Wladiwostok dem gleichen Grundprinzip folgten, hatten den französischen Siedlungen allerdings eines voraus: Sie besaßen (und besitzen immer noch) eine funktionierende Infrastruktur.

    Michel Houellebecqs wäre ein einwöchiger Aufenthalt in diesen Quartieren sehr anzuraten. Dann kann er entscheiden, ob die Gewalt von Muslimen als Muslime ausgeht oder ob die Gewalt, wo sie denn hier und da stattindet, wegen des unwiderlegbaren Ausgesperrtseins entsteht.

  6. 3.

    Der rbb und andere möchten die Arbeit eines Rassisten, islam- sowie Frauenhassers und Berufsprovokateurs reproduzieren? AfD-TV, oder was?!

    Da klatschen die "Braunbären", weil sie eine Projektionsfläche für ihren antimuslimischen Rassismus sehen. Und jetzt erkläre jemand mal den Rechten das Wort "fiktiv" und seine Bedeutung - so viel zum Thema Bestätigung der eigenen Weltanschuung.

    Die Idee, in dem Roman den Islam zu wählen als quasi implizite Gesinnungspflicht, wirft ein enttarnendes Licht auf hiesige, ungenügend kritisierte und hinterfragte, ausgrenzende religiöse, vermeintlich konservative Vorstellungen bei insbesondere Christen, gerade was die Berufswahl angeht - siehe Erzieherin, Lehrerin oder Anwältin mit Kopftuch. Wo bleibt da der Aufschrei der "Anständigen"? Aber Selbstkritik? Darauf kommt kein Rechter, zwecklos. Lieber die hass-, angst- und unwissenheitgetriebene Apokalypse predigen: "der Untergang des Abendlandes ist nah". Abstoßend unfreiheitlich-undemokratisch.

  7. 2.

    Erstaunlich, dass ausgerechnet der RBB sich diesen Themas annimmt.
    Auf der Frankfurter Buchmesse gilt derzeit erhöhte Sicherheitsstufe wegen angekündigten Terrors.
    Houellebecqs Literatur geht nur unter Polizeischutz - soweit ist es auch in Deutschland bereits gekommen.

    Dennoch, auf den Film bin ich sehr gespannt. Danke

  8. 1.

    ...Der Inhalt des Buches ist nicht weit hergeholt. ..

Das könnte Sie auch interessieren

Archivbild: Sir Simon Rattle am 03.09.2015. (Quelle: dpa/Robert Ghement)
dpa/Robert Ghement

Berliner Philharmoniker in der Waldbühne - Goodbye, Sir Simon Rattle

Abschied nach 16 Jahren: Zum letzten Mal dirigiert Sir Simon Rattle am Sonntag als Chef die Philharmoniker. Zum Abschluss wird er gemeinsam mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Magdalena Kozena, musizieren. Der rbb überträgt das Konzert in der Waldbühne live.