Dealer im Görlitzer Park in Berlin (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Bild: imago/Olaf Wagner

Ausstellung über afrikanische Drogenhändler in Berlin - "Drogenverkäufer arbeiten tapfer im öffentlichen Raum"

Mit einer Ausstellung will der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Verständnis für afrikanische Drogendealer wecken. Man wolle sich dem Thema "Drogendealer" aus einer anderen Perspektive nähern, heißt es in der Ankündigung der Ausstellung "Andere Heimaten - Herkunft und Migrationsrouten von Drogenverkäufern in Berliner Parks".

Ausstellungsmacher sprechen von unerschrockenen Dealern

"Schwarze Menschen sind zum Sinnbild der Drogenverkäufer im öffentlichen Raum geworden", so die Macher der Schau. Wie es im Ankündigungstext heißt, gehe es um "postkoloniale Reaktionsmuster" und den "widersprüchlichen Hass auf Drogenverkäufer". Für die              Öffentlichkeit, Politik und Medien sei der Dealer ein "Sündenbock".

Indirekt verteidigen die Ausstellungsmacher die Dealer: "Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Widerstände arbeiten Drogenverkäufer unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum", heißt es wörtlich. Die Nachfrage werde erst durch die Konsumenten geschaffen.

Herrmann: Totschweigen löst das Problem nicht

Entworfen wurde die Ausstellung von dem Konzeptkünstler Scott Holmquist. Eröffnung ist am 21. November im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, das Teil des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg ist. Es befindet sich nahe des Kottbusser Tors befindet, wo Drogenhandel und Taschendiebe für Probleme sorgen.

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), betonte in der "Bild", die Ausstellung sei keine Glorifizierung von Drogen oder ihrem Handel, sondern Auseinandersetzung mit einem Problem, das sich nicht löse, wenn man es totschweige.

Inzwischen hat sich der Wortlaut des Ankündigungstextes für die Ausstellung auf der Homepage geändert. Der Satz: "Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Widerstände arbeiten Drogenverkäufer unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum" ist am 17.11.2017 nicht mehr vorhanden.

Kommentar

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44 Kommentare

  1. 44.

    besser hätt ich das auch nicht sagen können. Ich hoffe, dass meine Enkel später nicht auch so tapfer sind. Manchmal kommt einem einfach nur der Kaffee hoch.

  2. 43.

    Der Rassismus im Görli hat nur indirekt mit dem Dealen zu tun. Es gibt dort grob Deutsche, Türken, Araber, Afrikaner - und jeder führt gründe an, warum er die anderen mehr oder weniger störend findet. Ferner sind natürlich nicht alle schwarzen im Park Dealer. Es sind auch Konsumenten, Freunde und Bekannte von Dealern und Konsumenten und einfach Parkbesucher. Es gibt da keine Randschärfe.

  3. 42.

    Tja die türkischen Dealer handeln auch tapfer...
    Ich finde wir sollten tapfer sein und einen Haufen Spritzen vor dem Eingang aufstapeln tapfere Kunst sozusagen (nachdem eine Ausstellung zu den Opfern vom selbem Bezirksamt abgelehnt wurde, dass die Täterausstellung gut heißt)

  4. 41.

    Es ist irgendwie rassistisch das auf Schwarze zu reduzieren. In Berlin mag das der Fall sein hier bei mir in Köln sind es auch viele Türken. Richtig wäre also zu sagen es sind sozial ausgegrenzte die eine der wenigen Möglichkeiten nutzen in Deutschland vernünftiges Geld zu verdienen da Sie sonst keine Möglichkeiten haben einen gut bezahlten legalen Job zu ergattern.

    Generell finde ich es aber gut mal zu denken anzuregen und das mal von Dealerseite zu betrachten. Finde halt nur das das verkürzen auf schwarze daneben.

  5. 38.

    Ich möchte meinen Kommentar erweitern. Details zu der Ausstellung selbst gibt es unter www.andereheimaten.website
    Eine Verherrlichung von Drogendealern kann ich dort nicht erkennen. Lediglich das Drogendealer zu ihrem Weg nach Europa befragt wurden. Eine Ausstellung mit diesem Thema in Kombination mit den gewählten Sponsoren zu realisieren halte ich persönlich für reine Aufmerksamkeitshascherei, was bei dem Thema in der Presse ja auch sehr gut funktioniert.

    Was die Gemüter hier erhitzt ist nach wie vor die Tatsache, das es in Berlin Menschen gibt (egal welcher Herkunft) die offen und teils lachend Straftaten begehen können ohne das merklich etwas dagegen getan wird.
    Eingaben bei der Politik versickern in BVV Sitzungen und unsere Kinder werden weiterhin durch den "netten Dealer" vor der Tür verführt. Mir ist es egal ob Alkohol oder vermeintlich weiche Drogen. Das kann so nicht weiter gehen das illegale Handlungen toleriert werden.

  6. 37.

    Ich wohne seit über 40 Jahren in Neukölln. Ich habe miterlebt wie sich Spielhallen, Wettbüros, Bordelle und Drogendealer angesiedelt haben. Heute stehen rund um die Uhr Dealer vor der Tür und verkaufen offen weiche UND harte Drogen. Direkt auf dem Schulweg zwischen Karlsgarten Schule, Evangelischer Schule, Albert Schweizer Gymnasium und U-Bahnhöfen.
    Drogendealer wie Abhängige ziehen sich in Hauseingänge zurück und regeln dort Geschäfte, Notdurft und setzen sich einen Schuss.
    Frauen werden regelmäßig von den "coolen" Dealern angemacht und sexuell genötigt. Da sie keiner in ihre Schranken weisen kann geht das durch und weitet sich aus.
    Wer das schön redet, der sollte mal vorbei kommen und die eigene Frau & Kinder mitbringen und sich die Realität aus 10m Entfernung anschauen. Ihr ändert eure Gänseblümchen-Meinung sehr schnell.
    Legalisierung weicher Drogen hat damit nichts zu tun. Hier geht es um illegalen Verkauf harter Drogen & der Hilflosigkeit der Anwohner.

  7. 36.

    Na ja, ganz so schrecklich, wie von Ihnen behauptet, müssen die dann doch nicht darben. Auch als (selbst abgelehnte/r) AsylbewerberIn bekommen die Leute Leistungen nach dem AsylbLG, Unterkunft und medizinische Versorgung im Bedarfsfall. Das mit dem Urlaub lasse ich mal außenvor.
    Auch wenn ich die hier praktizierte Drogengesetzgebung für grenzdebil halte möchte ich daraus nicht grundsätzlich das Recht ableiten wollen, gegen Gesetze zu verstoßen. Ich pers. halte den Handel mit THC lediglich für eine Marginalie.
    Es haben allerdings durch die derzeitige Praxis Leute mit einer gewissen kriminellen Neigung einen Vorteil gegenüber Migranten, die sich gesetzeskonform verhalten - und versauen denen auch noch den Ruf.

  8. 35.

    Recht hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Darüber, daß dies Jurastudenten bereits im ersten Semester lernen, mußte ich mich auch erst belehren lassen.
    Ich möchte die "Kampfzone" mal dahingehend ausweiten, daß ich mir mal die Frage erlauben (in Anlehnung an Ihren Kommentar), ob jemand, der gg. geltendes Recht verstößt, auch ein Krimineller ist.
    Da kommt dann die Frage der moralischen Verwerflichkeit ins Spiel. Im Falle von THC (Gras, Haschisch)ist die wohl kaum gegeben.
    Hierzu auch beispielsweise der §175, nach dem jahrzehntelang homosexuelle Männer (in dem Fall waren ausnahmsweise mal die Frauen im Vorteil) kriminell waren oder auch der gesetzliche Gleichheitsgrundsatz, dass wesentlich gleiche Tatbestände auch gleich zu behandeln sind (Alk/THC), v. Staat ignoriert.

  9. 34.

    Merkst du eigentlich,dass dein Kommentar keinen Deut besser ist als die pauschalisierenden Kommentare,auf die du dich beziehst?

    Ich kann nachvollziehen,dass der Satz der Ausstellungsmacher für viele unerträglich ist,auch ich finde ihn zu beschönigend. Allerdings sollte man sich trotzdem mal mit den Hintergründen beschäftigen,bevor man sein Urteil abgibt.
    Profitieren tun hauptsächlich eh die Hintermänner,die den Dealern die Drogen zur Verfügung stellen. Ist ja nichts besonderes,dass Flüchtlinge von Kriminellen ausgenutzt werden.

    Persönlich sind mir die Dealer lieber als Taschendiebe. Die sprechen dich wenigstens nur kurz an,auch wenn es nervig wird,wenn der Zehnte auf 100 Metern das tut. Aggressivität habe ich selber von denen noch nicht erlebt.

  10. 33.

    Der Handel mit Drogen ruft immer reflexartige Reaktionen a`la Pawlowscher Hund hervor wie man auch schon den Kommentaren entnehmen kann.
    Ich bin zwar nicht für die generelle Freigabe aller Drogen, finde aber doch, daß eine etwas differenziertere Betrachtungsweise nötig wäre.
    In der öffentlichen Spießerwahrnehmung ist alles, was Droge heißt, Teufelszeug. Ausnahme Alkohol, aber der gilt ja in der Wahrnehmung der meisten (saufenden) Leute nicht als Droge.
    Die Politiker bemühen sich ausdrücklich um eine verkürzte Sichtweise und pflegen ihre Uninformiertheit und Vorurteile.
    Den Verkauf von THC würde ich auch lieber so geregelt wissen, wie den von Alkohol incl. Besteuerung.
    Würde ich jetzt auch noch auf MDMA, LSD, Psilocybin und uU sogar Heroin eingehen, wäre der geistige Horizont der meisten (Politiker ohnehin) komplett überfordert.

  11. 32.

    "Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Widerstände arbeiten Drogenverkäufer unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum", heißt es wörtlich.
    Frau Herrmann lebt in ihrer Parallelwelt. Ausbaden muss es diese Stadt.
    Die Drogendealer müssen sich scheckig über diese Politik lachen, wenn Recht und Gesetz mit Füßen getreten werden.
    Fucking Berlin

  12. 31.

    Diese Dealer 'arbeiten nicht tapfer', diese Menschen verstoßen gegen geltendes Recht und sind Verbrecher. Wenn ich das täte, käme ich in den Knast. Wenn die das machen, sind sie 'tapfer'. Merkt ihr überhaupt noch, was ihr hier schreibt?

  13. 30.

    Die Ausstellung scheint ein Problem unserer Gesellschaft zu dokumentieren, viele Kommentare dokumentieren mit Sicherheit ein anderes: Wochen bevor die Schau eröffnet worden ist, basierend auf einer doch eher kurzen Meldung, die vor allem auf dem Ankündigungstext basiert, wissen viele Zeitgenossen schon ganz genau über die Ausstellung Bescheid.

    Hilfreich wäre folgendes, überaus konservative Vorgehen: Objekt (in diesem Falle die Ausstellung) genau betrachten und/oder sich über den Vorgang genau informieren, nachdenken, vielleicht auch mal eine Nacht drüber schlafen oder ein paar Tropfen Baldrian nehmen, und dann erst ins Internet blöken (wenn es denn gar nicht anders geht).

    Dies vorausgeschickt sei aber angemerkt, daß die Vorstellung, ein Produkt werde nur angeboten, wenn dafür auch eine Nachfrage bestehe, zeigt, wieviel gewisse Gesellschaftskritiker vom Kapitalismus verstehen.

  14. 29.

    Nunja, das Problem afrikanischer Drogendealer nicht totzuschweigen ist ja gut und schön und angebracht. Aber wo bleiben Lösungsvorschläge? Stattdessen werden diese Leute glorifiziert:""Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Widerstände arbeiten Drogenverkäufer unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum." Tapfer? Man kann es auch schamlos nennen, es hängt von der Perspektive ab. Und was auch nicht in Betracht gezogen wird: Drogenhandel (wie auch Prostitution) verspricht schnelles Geld und eine gewisse eitle Macho-Street-Credibility, die mit einem Putzjob natürlich nicht zu haben ist. Warum stehen da nur Männer und keine Frauen? Aus feministischer Sicht finde ich die Initiative völlig danaben, aber die AfD und sonstigen Rechten wirds freuen, weiterer Zulauf ist ihnen gewiss.

  15. 28.

    War ja klar, dass der rechte Rand unserer Kommentatoren da schäumt. Sich mit Ursachen für Probleme auseinandersetzen ist nicht wichtig - hauptsache man kann wieder mal die verbale Sau rauslassen und auf andere zeigen. Steuergelder verschwenden?? Lachhaft bei solch einer Ausstellung - reg Dich lieber auf, dass die Rassisten im Bundestag von unseren Steuergeldern auch noch Rederecht bekommen. Drogendealer abschieben?? Das war schon immer das Motto der Alkis. Und die Kommentatoren hier haben natürlich alle eine reine Weste. Noch nie gegen irgenetwas verstoßen? Falsch geparkt? Zu schnell gefahren? Die eigene Fraue verprügelt? Vor den Kindern gesoffen?? Ne, das muss der Nachbar gewesen sein.

  16. 26.

    Es gibt Leute, wenn man denen in die Augen schaut sieht man, es brennt Licht, aber es ist niemand Zuhause.
    Auch mit den Kommentaren, wie dem Ihrigen ist es so - Licht an - keiner da.

  17. 25.

    was haben Sie gewählt bitte ? schwarz rot rot grün gelb?? na dann Glückwunsch .. dann wollen Sie es doch so ..
    kriminelle Afrikaner , Drogendealer abzuschieben ist nicht rassistisch !!!!! aber gerne können Sie mit guten Bsp. voran gehen und diese privat verköstigen, auf eigene Kosten natürlich

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