Prix Europa Opening am 18.10.2014; Quelle: PRIX EUROPA

Prix Europa 2017 - rbb lädt zu größtem trimedialem Festival Europas ein

Was bewegt Medienmacher in diesem Jahr in Europa? Welche neuen Formate gibt es international für TV, Radio und Online? All das präsentiert der Prix Europa. Das siebentägige Medienfestival hat am Samstag in Berlin begonnen. Mit dabei ist auch Orhan Pamuk.

Es ist das größte trimediale Festival: der Prix Europa, der Wettbewerb zur Wahl der besten Europäischen TV-, Radio- und Online-Produktionen des Jahres. Doch bei dem Prix Europa geht es nicht nur um die Auszeichnung der Besten, sondern auch um die Begegnung von Medienmachern und ihrem Publikum.  

Zur 31. Ausgabe des Prix Europa versammeln sich ab diesem Samstag wieder internationale Medienmacher beim rbb im Berliner Haus des Rundfunks. Vergeben werden 13 Preise in zehn Kategorien.

Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Festivals wird die Auszeichnung "Europäischer Journalist des Jahres" verliehen - für außerordentlichen Mut und Kreativität, hieß es von den Veranstaltern.

Um die wichtigste europäische Auszeichnung bewerben sich in diesem Jahr 677 Beiträge aus 34 Ländern, darunter 31 deutsche Beiträge. Die Preisverleihung findet zum Ende des Festivals statt, am 20. Oktober um 17 Uhr im Großen Sendesaal des rbb. Moderiert wird die Gala von Radioeins-Moderator Knut Elstermann.

Nominierte Filme im Netz

Alle Fans von internationalen Fernsehfilmen, Serien oder Hörspielen, die nicht persönlich vorbei kommen können, können die Preisverleihung live auf rbb|24 mitverfolgen. Filmliebhaber kommen aber auch vorab schon auf ihre Kosten. Alle 79 nominierten Spielfilme, Fernsehserien und Dokumentationen stehen vom 14. Oktober an online in Originalsprache mit englischen Untertiteln bereit - dafür ist allerdings eine Registrierung notwenig. Abonnenten des Prix-Europa-Newsletters können auch mit darüber entscheiden, welches europäische Online-Projekt den diesjährigen Community Award davontragen wird.

Träger des Wettbewerbs sind 19 europäische Rundfunkanstalten, EU-Institutionen sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Schirmherr ist das Europaparlament. Gastgeber ist wie immer der rbb.

Stecken die Medien in einer Krise?

Weitere Höhepunkte des Festivals: eine öffentliche Diskussion über die Glaubwürdigkeit der Medien, eine Lesung mit Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk und ein Konzert.

Die Mediendebatte fand am Samstag in der Radioeins Dachlounge statt. Unter dem Titel "Echt jetzt?! - Wie glaubwürdig sind unsere Medien?" stellten sich rbb-Intendantin Patricia Schlesinger, die Social-Media-Journalistin Eva Schulz, "Spiegel"-Türkei-Korrespondent Maximilian Popp und Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus-Observatoriums und Medienwissenschaftler an der Universität Lugano, Fragen aus dem Publikum.

Erörtert werden sollten die Fragen, warum den Medien derzeit so großes Misstrauen entgegenschlägt und was sie dagegen tun können. Und wie können sich Leser, Hörer und Zuschauer inmitten einer komplex vernetzten Medienwelt orientieren? Moderiert hatte Christine Watty von Deutschlandfunk Kultur. Veranstaltungspartner war die Bundeszentrale für politische Bildung.

Orhan Pamuk
Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk | Bild: rbb/The Wylie Agency

Orhan Pamuk liest im Sendesaal des rbb

Am Montag, den 16. Oktober stellt dann der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk um 20 Uhr im Großen Sendesaal des rbb seinen neuen Roman "Die rothaarige Frau" vor. Die Lesung wird auch live bei Radioeins übertragen.

Auch der Abschluss des Prix Europa klingt türkisch: Im Rahmen des Konzerts "Tales of Anatolia" werden am Abend des Freitag, 20. Oktober, um 21 Uhr erstmals Größen der türkischen Musikszene gemeinsam mit dem indischen Perkussionisten Trilok Gurtu auf einer Bühne stehen. "Tales of Anatolia" wird anschließend auf Tour gehen, nächste Station ist Rotterdam. Das Konzert ist eine Zusammenarbeit mit Kreuztanbul, eine Kulturinitiative, die den musikalischen Austausch zwischen Istanbul und Berlin anregen möchte.

Tickets für Lesung und Konzert gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen.  

Sendung: Inforadio, 13.10.2017, 16:55 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Noch eine Veranstaltung mehr, die unter dem Deckmantel von Medienschaffen deutsche Leitkultur (Staatsdoktrin) verbreitet.

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