Skulptur "Monument" von Manaf Halbouni vor dem Brandenburger Tor (Quelle: rbb/Sabrina Wendling)
Audio: Abendschau | 10.11.2017 | SEmina Benalia und Sylvia Wassermann | Bild: rbb/Sabrina Wendling

Anti-Kriegsmahnmal - Aleppo-Busse vor Brandenburger Tor aufgestellt

Drei Busse, die an eine Straßensperre im syrischen Aleppo erinnern sollen, sind in Berlin vor dem Brandenburger Tor errichtet worden. Die Skulptur mit dem Titel "Monument" stand zuvor in Dresden, wo es nicht nur Zuspruch sondern auch Proteste gegen die Busse gab.

Zwölf Meter hoch ragen sie vor dem Brandenburger Tor in den Berliner Himmel: Drei senkrecht auf den Hecks stehende Busse, nach dem Vorbild einer Straßensperre, die in der syrischen Stadt Aleppo errichtet worden war.

Der Aufbau der Skulptur mit dem Namen "Monument" des Deutsch-Syrers Manaf Halbouni begann früher als ursprünglich angekündigt. Gegen 11 Uhr am Freitagmorgen standen bereits zwei der Busse. Ursprünglich sollte erst am Mittag mit den Arbeiten begonnen werden. Das Anti-Kriegsmahnmal soll zwei Wochen lang auf dem Platz des 18. März zu sehen sein.

Die Installation ist eines der zentralen Werke des diesjährigen Herbstsalons, für den das Maxim Gorki Theater zuständig ist. Insgesamt werden rund 100 Arbeiten weiterer Künstler gezeigt.

Morddrohungen gegen Dresdner Bürgermeister

Die Kunst-Installation nimmt Bezug auf Barrikaden aus Bussen, hinter denen sich Zivilisten im syrischen Aleppo vor Scharfschützen versteckten. Das Kunstwerk gehört dem Kunsthaus Dresden und stand von Anfang Februar bis April dieses Jahres vor der Dresdner Frauenkirche. Dort hatte die Skulptur massive Proteste hervorgerufen. Vor allem Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung sahen das Gedenken gestört, mit dem jedes Jahr am 13. Februar an die Zerstörung der sächsischen Großsstadt im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der die Errichtung des Kunstwerks unterstützt hat, wurde persönlich dafür angegriffen und erhielt von Gegnern sogar Morddrohungen.

Hoffnung auf Wiederaufbau

In Berlin ist Kultursenator Klaus Lederer (Linke) Schirmherr des "Monuments". Er lobte, dass die Skulptur an einem Ort aufgestellt werde, wo sich historische und aktuelle Linien bündeln, "die für die freiheitliche und demokratische Tradition, für die erkämpften und friedlich errungenen Freiheitsrechte stehen". Das Kunstwerk solle "uns in Gespräche und Austausch bringen darüber, wie Zerstörung, Leid und Krieg überwunden werden können und Versöhnung möglich ist", sagte Lederer.

Angesichts der Kontroverse in Dresden hat der Künstler Manaf Halbouni sein Kunstwerk verteidigt. Mit dem Projekt verbinde er die Hoffnung, dass Aleppo nach dem Ende des Bürgerkriegs in Syrien - wie Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg - wieder aufgebaut wird.

Ausrangierte Busse werden am 10.11.2017 in Berlin vor dem Brandenburger Tor senkrecht aufgestellt. Das Werk «Monument» des Deutsch-Syrers Halbouni soll an drei im syrischen Aleppo zum Schutz vor Heckenschützen aufgestellte Busse erinnern. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Die drei ausrangierten Busse wurden auf der Ostseite des Brandenburger Tors aufgestellt. | Bild: dpa/Paul Zinken
Sulptur "Monument", Blick durchs Brandenburger Tor (Quelle: rbb/Sabrina Wendling)
Blick durch das Brandenburger Tor auf die Kunstaktion des Deutsch-Syrers Manaf Halbouni. | Bild: rbb/Sabrina Wendling

Kommentar

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87 Kommentare

  1. 87.

    Berlin ist bislang die einzige Hauptstadt, in der das Monument aufgestellt wurde. Die einzige andere Stadt ist Dresden. Der Künstler hat zudem Collagen erstellt, in denen er ein Foto der Busse aus Aleppo in Fotos von berühmten Schauplätzen montiert hat, zum Beispiel dem Roten Platz in Moskau.

    Was mit dem Kunstwerk passiert, wenn es am Brandenburger Tor abgebaut worden ist, wissen wir nicht.

  2. 86.

    Frage: vor wie vielen hauptsehenswürdigkeiten wie vieler hauptstädte dieser welt standen diese busse bereits oder werden sie noch verbracht ?

  3. 85.

    Selbstverständlich auch hier nochmal geschrieben:
    Auch als Nicht-Berliner, der jeden Tag nach Berlin zum Arbeiten fährt, begrüße ich eine derartige Kunstaktion.
    Woher die Busse stammen, ist vglw. zweitrangig. Sie sollen vielmehr zeitbegrenzt auf etwas aufmerksam machen: auf Straßensperren und den Stillstand des öffentlichen Lebens.

    Gerade ein Ort wie das Brandenburger Tor ist geeignet, unsere Wahrnehmung darauf zu richten, weil das ansonsten in Berlin eher untergeht. Eine vergleichbare Aktion vor dem Potsdamer Brandenburger Tor würde ich ebenso begrüßen.

    "Leise Zweifel" habe ich allenfalls daran, ob die aufgestellten Busse als das Symbol erkannt werden, was sie sein sollen. Ggf. wäre hierfür die Busanlage am Zoo der bessere Ort gewesen, da sich der Westteil Berlins leider sehr stark dem Busverkehr verschrieben hat, woanders aber eher eindeutig der Bahnverkehr in Berlin diejenige Bedeutung hat, die in Aleppo die Busse haben.

    Das aber soll nicht gegen die Aktion sprechen...

  4. 84.

    Herr Bronstein,danke für Ihren Hinweis.
    Das der Künstler B.Wagin mehr als nur eine Auszeichnung erhalten hat,ist Ihnen sicherlich auch bekannt.1996 Victor-Wendland-Ehrung.2010 Verdienstorden d.Landes Berlin.Wenn Sie nun der Ansicht sind,das eine Auszeichnung wie das Bundesverdienstkreuz"nur mal so"verteilt wird,ist das Ihre Meinung.Ich habe vor den meisten Menschen Respekt die solch eine Auszeichnung erhalten haben(Ehrenamtliche Personen z.b.)
    Zur "Kunstaktion"von Manaf Habouni kann man getrost unterschiedlicher Meinung sein,das will ich auch nicht leugnen.@Madleen stellt aber oben genannten Künstler permanent i.Frage.

  5. 83.

    ... und da sich einzelne Kommentatoren wundern, warum Ihre Beiträge nicht freigegeben werden: Halten Sie sich doch bitte einfach an unsere Netiquette: https://www.rbb24.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

    Mehr als 80 Kommentare allein unter diesem Beitrag sprechen ja dafür, dass es keine Zensur gibt und auch verschiedenste Meinungen veröffentlicht werden. Bleiben Sie einfach beim Thema, werden nicht persönlich beleidigend und stellen keine unwahren Behauptungen als Tatsachen dar.

    Danke und Grüße,

    Ihre rbb|24-Redaktion

  6. 82.

    Liebe Kommentatoren, wir begrüßen durchaus die sachliche Diskussion, möchten Sie aber daran erinnern, dass es in und unter diesem Beitrag um das umstrittene Kunstprojekt "Monument" geht. Wir entfernen uns wieder zunehmend vom Thema ...

  7. 81.

    @ Lotte
    >An gleicher Stelle wird v. d.Schreiberin e. hochgeachteter Künstler wie Ben Wagin ( mehrfach geehrt u.a.mit d. Bundesverdienstkreuz <

    .
    Mit dem Bundesverdienstkreuz!
    Das ist natürlich eine ganz besondere Auszeichnung.
    Eine Auszeichnung die höchstens mehr als 255.000 Mal verliehen wurde und zu denjenigen auch so verdienstvolle Menschen wie Fulgencio Batista und Mohammad Reza Pahlavi gehörten.

    Übrigens kannte ich auch eine Inhaberin dieses Ordens persönlich.
    Ihr Verdienst bestand darin gebrauchte Gummistiefel zu sammeln und persönlich den >armen< Kindern Südtirols zu überreichen.

  8. 80.

    @ 78: Sich mit diesem akademischen Diskurs als Elitenbasher zu sehen, finde ich putzig.
    - Werden Sie doch mal konkret, Hr Zignani, und lassen SIE das Werk vorkommen: Was disqualifiziert die Busskulptur als Kunst? Ist sie echt deshalb KEINE Kunst, weil der Initiator syrische Wurzeln hat, und weil die Busse nicht so stark zerstoert sind wie jene in Aleppo? Bin ich ein Initiierter elitaerer Depp, weil ich beim Anschauen der und Denken ueber die Busse deutlich mehr Inspiration zu entdecken glaube als bei Ihrem "Elitenbashing"?

  9. 79.

    Danke für die Antwort, Martina. Gerne gebe ich zu, kein Spezialist zu sein, stelle allerdings fest, daß im Fall Halbouni einfach nicht hingeschaut wird & daß dies durchaus keine zufällige Unterlassung ist. Versuchen wir es einmal ohne Danto&Dickie (bei dem sich Danto seine Inspiration holte). Dann haben wir es mit jener Abwandlung der White-Cube-Theorie zu tun, die anstelle der Präsenz im Museum als alleinigem Kriterium, ob "Weiss-auf-weissem-Grund" Kunst ist oder nicht, die Person&die Merkmale des Künstlers rückt. Der muss schlicht von der richtigen Sorte sein. Das Werk selbst kommt nicht vor. Vielmehr wird man den Nichtinitiierten genau daran erkennen, daß er verzweifelt hinschaut & mit großer Regelmäßigkeit nichts entdeckt. Denn nicht das zur Schau gebotene Werk bestimmt die Qualität der zur Schau gebotenen Kunst, sondern die Ecke, aus der der "Kulturschaffende" herstammt. Ist diese angesagt, so soll es Kunst sein. Eine Portion "Elitenbashing" ist also unvermeidlich.

  10. 78.

    Ziemlich vereinfachter Blick auf die Interventionen aus geostrategischem Eigeninteresse in Afghanistan. Bei denen jeweils auch ein paar Brunnen und Schulen gebaut werden mussten. Damit es nicht so ganz und nur nach den militärstrategischen Interessen der Grossmächte aussieht. Nur interessiert Sie überhaupt nicht, wie es einmal möglich sein sollte das Menschen aus Afghanistan in ihr Land zurückkehren - was Sie mit den Regierungen hier in all den Jahrzehnten eint - Sie wollen ganz einfach das die Menschen nicht hier sind. Ich kenne kein ernsthaftes Projekt, für das auch nur zum Preis von drei Panzern ein Ort geschaffen worden wäre, an dem sich eine -im positiven Sinne- (Bildungs)Elite bilden könnte, ein "Rückkehrerprojekt" mit einer Vision von der Verfasstheit ihres Landes Afghanistan, ihrer Geschichte, ihrer kulturellen und sozialen Eigenart entsprechend. Stattdessen bürden Sie faktisch einem 20-Jährigen Bürschchen auf, er solle jetzt Mal ein vernünftiges Staatswesen entwerfen.

  11. 77.

    Sie vermischen Danto mit Dickie. Der „institutionalisierte Diskurs von Gründen“ und nicht eine „Ermächtigungselite“ (wie bei Dickie) verleiht demnach einem Objekt den Kunststatus. Das ist ein zentraler Unterschied. Zu behaupten etwas sei keine Kunst, ist schon Teil des Kunstbetriebs. Einschliesslich der Rezeption eines Werkes, bei dem Inhalt, Symbol, Sachverhalt, Ausgangspunkt bestritten werden soll, während man angeblich die formal-handwerklichen Selbstgewissheiten kritisiert. Verwechseln Sie den kritischen Ansatz im Sinne eines „Eliten-bashings“ wie es „Die Identitären“ tun, um sich selbst als Elite zu ermächtigen, oder geht es um die Kritik eines zweifellos elitären Kunstbetriebs und seinen Selbstgewissheiten im Sinne von Danto?

  12. 76.

    Aleppo war bis 2011 unter den Assads 41 Jahre lang eine weltbekannte blühende Kunst-,Kultur-,Wissenschafts- und Industriestadt
    und
    das Regime der Assads hatte das gefördert.
    Wieso entstand plötzlich eine Notwendigkeit Busse als
    Barrikade,Kugel-und Splitterfang und Fluchthindernis
    was militärisch-operativ vollkommen außer Zweifel steht
    aufzustellen ?
    Hat Assad einfach so einen Rappel gekriegt in die Stadt rein zu semmeln
    oder
    wurde aus Kampfnestern heraus geschossen und die Menschen als Schutzschilde um die Kampfnester herum festgehalten und bei Fluchtversuch erschossen ?
    Geschossen garantiert nicht mit Flinten,die irgendwelche Oppositionelle aus ihren Kellern geholt hatten.

  13. 75.

    nun also auch afghanistan. vor 50 jahren bauten deutsche und amerikaner dort schulen und brunnen. ihre trümmer konnten sie in den 90-er jahren besichtigen. kommunisten haben versucht, das land zu entwickeln. nichts blieb davon in afghanistan. die muslimische stammeskultur mit ihrem clanwesen ist festgefügt wie die berge am hindukusch. dabei bekommt kaum ein land soviel hilfe. 80 % des staatshaushalts kommen aus dem ausland. die sicherheitslage ist trotz allem schlecht. die korruption bleibt. der opiumanbau steigt. es wird zeit der realität ins auge zu blicken und den versuch, afghanistan nach westlichem verständnis zum demokratischen land zu machen, zu beenden. jetzt sollte es sache der afghanen sein, ihr land von innen heraus, zum positiven zu verändern. dazu braucht es natürlich die unzufriedenen jungen männer. die sitzen jedoch lieber bei und in den unterkünften.

  14. 74.

    Über Kunzt lässt sich's streiten. Nur muss nicht jedesmal ein Politikum daraus gemacht werden.

  15. 72.

    Meinen Sie? An gleicher Stelle wird von d.Schreiberin ein hochgeachteter Künstler wie Ben Wagin ( mehrfach geehrt u.a.mit dem Bundesverdienstkreuz )unentwegt als schlichtweg schlecht zitiert.Obwohl seine Kunst als solche endlich den Schutz erhalten hat,den es auch braucht.Letztere Ausführung Ihres Kommentars stimme i.sogar zu.Es ist eben eine"Kunstaktion",die nicht für immer bleibt.

  16. 71.

    @66, 67: Hr Zignani, Hr o Fr Reinike - Was sind Ihre eigentlichen Aussagen?? Mit wohlformulierten Saetzen und scheinbaren Belegen deuten Sie an, dass Halbouni nur aufgrund seiner Nationalitaet Beachtung faende und islamistische Fantasien habe. Das grenzt nun eng mindestens an ueble Nachrede. Der genannte General ist eine Figur, mit der Halbouni die Idee durchspielt, wie die Welt sich ab 1900 entwickelt haette, wenn die arabische Welt damals maechtiger gewesen waere. Aber Hauptsache, man kann jemanden in die Islamistenecke stellen und Aengste schueren, gell?
    Und wie der anstaendige Buerger wissen Sie beide natuerlich ganz genau, was Kunst ist und was nicht. Schreiben aber nicht "Dit is doch Schrott, ey", sondern verstecken diese Aussage hinter vielen hochgestochenen Worten.

  17. 70.

    Oh Mann...

    Eine Kunstaktion, ein Kriegsmahnmal noch dazu und der rechte Pöbel schäumt.

    Widerlich und beschämend.

  18. 69.

    Hallo,
    einer meiner Kommentare bei dem ich darauf eingegangen bin wurde nicht freigeschaltet.
    Wir unterscheiden
    Design,Kunst und PR incl. Marketing.
    Also
    > ansprechende Gestaltung,
    > Aufklärung,Bildung,Unterhaltung mit Ansprache der filigranen menschl. kognitiven und empfindungsmäßigen Funktionen,
    > Steuerung d.menschl.Empfindungswelt und des menschl.Verhaltens.
    Es gibt bei den Bussen
    einen geistigen Anstoßer und Wegbereiter (spiritus rector)
    alles andere jedoch
    ist mit deutlichem Hauptanteil
    handwerklich-ingenieurmäßige Leistung.
    Obwohl Kunst immer intensive geistige oder / und handwerkliche Geschicklichkeit einschließt,
    spricht man nicht bei allem was mit geistigem oder handwerklichem Geschick erzeugt wurde von Kunst.

  19. 68.

    Entschuldigen Sie - sind Sie ein Naturtalent in Rabulistik, oder ist das "Schulung"? Ich habe geschrieben und tue es noch einmal auch für Sie deutlich: Ich masse mir nicht an zu beurteilen, ob Syrien aktuell ein sicheres Rückkehrland ist. Mein Alltagsverstand sagt mir allerdings: Wahrscheinlich eher nicht. An diesem Punkt, in einem anderen Fall -Afghanistan- schon regierungsamtlich belogen, um Leuten wie Ihnen zu gefallen. Afghanistan ist selbstverständlich kein sicheres Land, in das ich jemand schickte, um nachher zu sagen ich hätte es persönlich ja nicht zu verantworten. Doch. Auch. Habe ich. Haben Sie. Aber Sie fordern von der Regierung derartige Lügen. Im vorbeigehen. Und munitionieren sich mit einer höchst selektiven Wahrnehmung der medialen Berichterstattung, deren Seriosität Sie ansonsten sicherlich bezweifeln. Für Ihr schlechtes Gewissen kann ich nichts. Das ist halt der Rest von Anständigkeit der sich meldet. Weiss man sich eigentlich "unmoralisch" Macht strukturell aggressiv.

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