Irène Bluche; Foto: gb
Audio: rbb-Kulturradio | 15.11.2017 | Gespräch mit Irène Bluche

Journalistenpreis für rbb-Mitarbeiterin - Irène Bluche für Reportage über 14-jährige Mutter ausgezeichnet

Mit 13 schwanger, mit 14 Mutter: Für ihre Langzeitreportage über eine junge Frau aus Berlin-Hellersdorf hat Irène Bluche vom rbb-Kulturradio den Journalistenpreis "Der lange Atem" gewonnen.

Die Journalistin Irène Bluche vom rbb-Kulturradio hat den Journalistenpreis "Der lange Atem" gewonnen. Sie wurde am Dienstagabend in der Akademie der Künste für ihre Langzeit-Reportage über eine Teenagermutter aus Berlin-Hellersdorf mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Bluche hatte die junge Mutter Mandy acht Jahre begleitet. Diese war mit 13 Jahren schwanger geworden und hatte mit 14 einen Sohn bekommen. Als sie 15 war, zog sie von zu Hause aus.

"Zum einen ist es ja wirklich das Klischee von der Teenagermutter Mandy aus Hellersdorf. Da müssen Leute manchmal schmunzeln - das wollte ich aber auf keinen Fall so stehen lassen", erklärte Bluche am Dienstagabend die Motivation für ihre Reportage. "Es gibt in dieser Geschichte viel mehr als Klischees. Mit dieser Geschichte kann man zeigen: In Berlin und Brandenburg leben Menschen in großer Armut und sehr schwierigen Verhältnissen, aber in Würde und mit einer großen Liebe zu ihrer Familie. Und die versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen." Sie könne sich auch vorstellen, Mutter und Sohn weiterzubegleiten, kündigte Bluche an.

Lob für "Mut, Neugier und Distanzwahrung"

Dagmar Rosenfeld, Jurymitglied und stellvertretende Chefredakteurin von "Welt/N24", lobte, Bluche habe anspruchsvolle Produktionen erstellt, die journalistisches Fingerspitzengefühl beweisen. Neben der Ausdauer bei der Recherche seien auch Bluches "Mut, Neugier und Distanzwahrung" Grund für die Auszeichnung. Jenseits von Klischees und Schablonen vermittle die Autorin Einblicke in eine Welt, von der sonst nur Statistiken und Schlagzeilen kursieren.

Ausgestrahlt werden die Features im rbb-Kulturradio.

Preise für Reportagen über NSU-Ausschuss und NS-Verbrecher

Der Preis wurde vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) im DJV vergeben. Mit dem Preis werden in Berlin und Brandenburg lebende und arbeitende Journalisten ausgezeichnet, die sich mit "Mut, Sorgfalt und Beharrlichkeit" einem gesellschaftlich relevanten Thema über einen längeren Zeitraum widmen und es engagiert in die Öffentlichkeit tragen. Dotiert ist der erste Preis mit 3.000, zweiter und dritter Platz mit 2.000 und 1.000 Euro.

Der zweite Preis ging an Kai Biermann von "Zeit Online" für das Thema NSA-Untersuchungsausschuss. Mit dem dritten Preis würdigte die Jury die Arbeit von Klaus Hillenbrand (taz), der seit langem späte Ermittlungen und Prozesse gegen NS-Verbrecher begleitet. Insgesamt neun Journalisten waren nominiert.

Mit Informationen von Annette Miersch

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1 Kommentar

  1. 1.

    Herzlichen Glückwunsch! Gerne mehr Reportagen. Berichtet doch bitte auch über die erwähnten nominierten Kolleg*innen mit links ;)

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