Bild der Ausstellung "Andere Heimaten" in Friedrichshain-Kreuzberg (Quelle: Heimatmuseum)
Video: rbb aktuell | 21.11.2017 | Marcel Trocoli Castro | Bild: Heimatmuseum

Clara Herrmann verteidigt Künstler Holmquist - Kulturstadträtin steht hinter der Drogendealer-Ausstellung

Die Bezirksstadträtin für Kultur in Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Bündnis 90/Grüne), hat die umstrittene Ausstellung über Drogendealer in Berlin verteidigt. Es sei nicht Aufgabe einer Kunstausstellung, per se allen zu gefallen, sagte Herrmann am Mittwoch dem rbb. Kunst dürfe auch provozieren und irritieren, so die Politikerin im Interview mit der Hörfunkwelle RadioBerlin 88,8. Die Debatte über die Ausstellung zeige allein schon, dass die behandelten Themen auch über die Bezirksgrenze hinaus sehr aktuell sind.

Schwarze werden als Drogenverkäufer wahrgenommen

Herrmann stellte klar, dass die Ausstellung nicht Drogen glorifiziere. Die Ausstellung thematisiere unter anderem, dass Menschen, die keine weiße Hautfarbe haben, im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg als Drogendealer bezeichnet werden. Das seien rassistische Zuschreibungen.

Nach Ansicht von Herrmann ist der Diskurs über die Ausstellung durch die Aussagen des Künstlers Scott Holmquist zustande gekommen. Dies seien aber nicht die Aussagen der Bezirksstadträtin für Kultur und auch nicht die des Bezirks.

Ankündigungstext sorgte für Debatte

In der Ankündigung der Ausstellung "Andere Heimaten - Herkunft und Migrationsrouten von Drogenverkäufern in Berliner Parks" hieß es, man wolle sich dem Thema "Drogendealer" aus einer anderen Perspektive nähern. "Schwarze Menschen sind zum Sinnbild der Drogenverkäufer im öffentlichen Raum geworden", so die Macher der Schau.

Für besondere Aufregung sorgte der Satz: "Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Widerstände arbeiten Drogenverkäufer unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum." Inzwischen ist dieser Wortlaut in der Ankündigung für die Ausstellung auf der Homepage verschwunden.  

Künstler ist überrascht von der Wirkung

Entworfen wurde die Ausstellung von dem Konzeptkünstler Scott Holmquist. Er sagte dem rbb, es sei für ihn völlig überraschend, was diese Ausstellung für Reaktionen hervorgerufen habe. "Das war kein Trick", so Holmquist wörtlich.

Zu sehen ist sie im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, das Teil des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg ist. Es befindet sich nahe des Kottbusser Tors befindet, wo Drogenhandel und Taschendiebe für Probleme sorgen.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mit "Freiheit der Kunst" kann man alles rechtfertigen... wenn das Thema ins eigene politische Konzept passt!
    "Will zur Diskussion anregen..." - die Frage ist doch, wie und auf welchem künstlerischen Niveau!?
    "People of Colour" statt Afrikaner zu sagen... wieder ein Beispiel für den Neusprech 2.0 aus vermeintlichen political correctness - Gründen... Ich habe eine helle Haut, ist das denn keine Farbe???

  2. 1.

    Zur Ausstellung nur soviel: Menschen, die sich aufmachen, von ihrem Heimatdorf aus, nach Europa zu kommen, mit Hilfe von Schleppern, die sie dann mit Drogengeldern bezahlen, ein Forum zu bieten, finde ich fragwürdig und buhlt nur um eine Entschuldigung für ihr widerwertig-kriminelles Handeln. 
    Außerdem finde ich es immer spannend, wie hier einer, der mit ein paar Bilder und aufgestellten Pappen, zum "Künstler" gemacht wird. 
    Aber, solcherlei Beschreibungen findet man ja in Berlin schnell. Ben Wadim oder dieser Chinese Ai Weiwei sind ja auch "Künstler". 
    Das die Grüne Kulturstadträtin ihrer Grünen Bezirkschefin Beifall klatscht .... eine Kräne hacke der Anderen kein Auge aus.

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