Schauspielerin Paula Beer bei der Berlinale 2014 (Quelle: Tim Brakemeier)
Bild: dpa / Tim Brakemeier

Chancen auf Europäischen Filmpreis - Paula Beer könnte Europas beste Schauspielerin werden

Sie ist schauspielerisch höchst talentiert, eine zierliche Schönheit, hat bei den Filmfestspielen in Venedig schon den Nachwuchspreis bekommen und könnte am Samstag zu Europas bester Schauspielerin gekürt werden: Paula Beer, 22 Jahre alt, aus Berlin.

Ihr Verlobter stirbt im Ersten Weltkrieg. Anna ist gebrochen vor Trauer um ihren Geliebten und ebenso fasziniert von einem Unbekannten, der immer wieder am Grab des Toten auftaucht. Für die Rolle der Anna in François Ozons Melodram "Frantz" hat Paula Beer vergangenes Jahr in Venedig den Nachwuchspreis bekommen. Am Samstag könnte sie beim 30. Europäischen Filmpreis "Beste Schauspielerin" werden.

Paula Beer mit Filmpartner bei der Deutschlandpremiere ihres Films "Frantz" in Berlin 2016 (Quelle: dpa / Ralf Mueller).
Für ihre Rolle in "Frantz" hat Beer 2016 schon den Nachwuchspreis in Venedig bekommen. | Bild: dpa / Ralf Mueller

Die in Berlin lebende 22-jährige Schauspielerin konkurriert unter anderem mit Juliette Binoche ("Meine schöne innere Sonne - Isabelle und ihre Liebhaber") und Isabelle Huppert ("Happy End"). Die Rolle in Ozons Drama brachte Beer Vergleiche mit Romy Schneider ein.

Beer kommt ursprünglich aus Mainz. Mit 14 Jahren engagierte Regisseur Chris Kraus ("Vier Minuten") sie vom Schulhof weg für "Poll", ebenfalls ein Stoff in historischer Kulisse. Mit dem in Estland gedrehten Film beginnt Beers Karriere. Toronto, Rom, Tallin - mit Kraus reist sie um die halbe Welt. Ein bisschen Bühnenerfahrung hatte sie davor im Jugendensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes gesammelt. Später lernte sie die Schauspielerei auch handwerklich mit Stimmtraining, Coaching und einem Schauspielkurs in London.

Der Cast von "Autor ohne Werk". Unter anderem Paula Beer und Tom Schilling (Quelle: ARD Degeto / Nadja Klier)
ARD Kino-Koproduktion "Werk ohne Autor": Sebastian Koch, Paula Beer, Tom Schilling, Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck. | Bild: ARD Degeto / Nadja Klier

Mittlerweile hat Beer mit einigen namhaften Regisseuren gearbeitet, darunter Florian Henckel von Donnersmarck für "Werk ohne Autor", eine ARD Kino-Koproduktion mit Tom Schilling und Sebastian Koch, die voraussichtlich 2018 auf die Leinwand kommen soll. Einen Berlinale-Auftritt brachte ihr Andreas Prochaskas Alpen-Drama "Das finstere Tal". Beer wird auch in "Bad Banks" zu sehen sein, einer Miniserie von Christian Schwochow (1. Teil NSU-Dreiteiler "Die Täter – Heute ist nicht alle Tage"). Darin spielt sie eine Investmentbankerin.

Ihre Vorbilder sind Tilda Swinton und Sängerin Björk, wie sie in einem Interview mit der Zeit sagte: "Menschen, bei denen ich spüre, dass sie sich gefunden und in ihrem Anderssein akzeptiert haben und daraus schöpfen können. Das ist eine Stärke, die ich sehr bewundere, die mir auch Inspiration und Kraft gibt." Eines eint die drei auch noch: eine anmutige kühle Art mit Charme.

Sendung: Abendschau, 09.12.2017

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