Orangefarbene Papiertüten vom Eulenspiegel Verlag mit den Zeichentrickfiguren Lolek und Bolek (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Berliner Verleger in finanziellen Schwierigkeiten - Eulenspiegel-Verlagsgruppe meldet Insolvenz an

Sachbücher, Kinderbücher und Politisches: Die Eulenspiegel-Verlagsgruppe hat mehrere Standbeine. Trotzdem ist sie jetzt ins Straucheln gekommen: Alte Geldforderungen sollen dazu geführt haben, dass die Gruppe jetzt Insolvenz anmeldet.

Die Berliner Eulenspiegel-Verlagsgruppe hat wegen Zahlungsschwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Bereits Ende November sei vom Amtsgericht Charlottenburg die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Euverge GmbH angeordnet worden, erklärte die Verlagsgruppe am Donnerstag in Berlin.

Grund für die derzeitige Krise sei die Geltendmachung von Altforderungen, hieß es von der Verlagsgruppe. Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" geht es um eine unerwartete Rechnung der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort).

"Der Betrieb geht weiter"

Wie die Verlagsgruppe weiter mitteilte, habe sich die Altforderung zunächst nur gegen eine Vorgängergesellschaft gerichtet, sei nunmehr aber auch gegen die Euverge GmbH geltend gemacht worden. Damit sei es nicht mehr möglich gewesen, sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Der Geschäftsbetrieb werde aber in vollem Umfang fortgeführt, auch neue Bücher des Verlages kämen aktuell heraus. Mit Hochdruck werde an Sanierungslösungen und dem Erhalt der zwölf Stellen gearbeitet, hieß es.

"Der Betrieb geht aber weiter, die Leute bekommen ihr Geld", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Torsten Martini am Donnerstag. Der Anwalt zeigte sich zuversichtlich, einen Investor zu finden. Der Verlag agiere nicht nur in Ostdeutschland. "Er ist breiter aufgestellt, als man denkt."

Zusammenschluss kleinerer Verlage

"Wir geben alles", sagte eine Verlagssprecherin. In diesem Jahr seien rund 60 Bücher herausgegeben worden. Rund 1.000 Lesungen jährlich würden organisiert. Die Lage kleiner Verlage werde aber immer schwieriger.

Nach eigener Darstellung haben sich in der Eulenspiegel-Gruppe mehrere kleinere Verlage zumeist mit linken oder DDR-Wurzeln zusammengefunden, die Belletristik und Sachbücher anbieten. Der Eulenspiegel-Verlag und die Verlage Neues Leben und Das Neue Berlin hatten sich nach 1990 zusammengeschlossen. Fortgeführt wurden sie 1993 durch eine neue Verlagsgesellschaft. Hinzu seien weitere Gründungen, Kooperationen und Zukäufe gekommen. Zu der Gruppe gehören auch der Eulenspiegel-Kinderbuchverlag, Aurora, Edition Ost und der Militärverlag.

Das bekannte Satiremagazin "Eulenspiegel" wird nicht von dieser Gruppe, sondern von der wirtschaftlich getrennten Eulenspiegel GmbH herausgegeben.

Sendung: rbb aktuell, 14.12.2017, 16 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wie bitte kommst du auf so absurde Behauptungen? Wie viel hast du gelesen? Wie viel hast du bei "Eule" veröffentlicht? Und was war daran stalinistisch? Oder bist du einer derjenigen, die nach fast dreißg Jahren Mauerfall noch immer denken, hier sei alles beim Alten? Ich habe dort zwei Bücher verlegen lassen, fast 15 Jahre eng mit dem Verlag kooperiert, über 50 Lesungen mit Eulenspiegel-Autoren gestaltet, ich habe in keiner Sekunde was von Stalinismus gespürt und lese auch die gegenwärtig erscheinenden Bücher gern...

  2. 2.

    Die Dinosaurier werden immer trauriger.
    Die Dinosaurier, sie sterben aus.
    Hoffentlich ist nun bald endgültig Schluss mit Stalinistisch--Lustig!
    Dieser Verlag ist eine Zumutung für den gesamten deutsch-sprachigen Literatur-Raum.
    Hat kein Mitleid verdient.

  3. 1.

    Ups, das dieser Verlag jetzt auch noch unter Insolvenzverwaltung steht und weiter machen darf ist wirklich ein Berliner Phänomen das zum Himmel stinkt.

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