ARCHIV - Zwei Frauen betrachten im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Sachsen-Anhalt) die Himmelscheibe von Nebra. (Quelle: dpa/Hendrick Schmidt)
Bild: dpa/Hendrik Schmidt

Berühmter Fund aus der Bronzezeit - Himmelsscheibe von Nebra kommt nach Berlin

Sie ist die älteste bekannte Darstellung des Kosmos: Die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra fasziniert die Menschen seit ihrer Entdeckung. Im kommenden Herbst wird sie erstmals seit mehr als 10 Jahren Sachsen-Anhalt verlassen - und in Berlin zu bewundern sein.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist im kommenden Jahr im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Vom 21. September bis Anfang November 2018 wird die Scheibe für sechs Wochen in der Archäologieschau "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland" ausgestellt.

Das sagte der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin, Matthias Wemhoff, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Schau in Berlin soll insgesamt bis zum 6. Januar 2019 laufen. Gezeigt werden mit insgesamt 3000 Fundobjekten die spektakulärsten Stücke aus allen 16 Bundesländern.

Damit geht die Himmelsscheibe erstmals seit zehn Jahren wieder auf Reisen. Zuletzt war sie außerhalb Sachsen-Anhalts 2007 in Basel in der Schweiz zu sehen. Davor war sie in Österreich und Dänemark ausgestellt worden. Die Himmelsscheibe von Nebra gehört seit 2008 zur Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt).

Bewegte Fundgeschichte

Die aus der frühen Bronzezeit stammende Himmelsscheibe von Nebra stellt Forschern zufolge die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene dar, die bislang bekannt ist. Auf der rund zwei Kilogramm schweren Bronzeplatte sind Sonne - je nach Deutung auch der Vollmond -, eine Mondsichel und 32 goldene Sterne abgebildet. Ihr Alter wird auf etwa 3.600 Jahre geschätzt.

Die Himmelsscheibe wurde 1999 im Burgenlandkreis bei Nebra entdeckt. Allerdings gaben die beiden Finder ihren Fund nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, ab, sondern verkauften ihn an einen Hehler. Anschließend ging die Scheibe durch die Hände verschiedener Händler und Hehler. Erst 2002 konnte die Polizei die Bronzescheibe in Basel sicherstellen. Die zwei Raubgräber, die die Himmelsscheibe bei ihrer Ausgrabung teilweise beschädigt hatten, wurden gefasst und zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Sendung: Abendschau, 23.12.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ohne respektlos sein zu wollen und in Demut vor diesem einzigartigen bronzezeitlichem Artefakt: Aber das zerlöcherte Dingens ist so grottenhässlich, dass sich das sicher niemand übern Kamin hängen würde, ausserdem ist diese Scheibe auch zu bekannt um beim Hehler so ohne weiteres durchgereicht werden zu können. Und eingeschmolzen gäbs beim Metallhöker wahrscheinlich 2 € für den Klumpen Bronze. Hängt also sicher da ab Herbst im Gropius-Bau. Wird wohl nur kein Renner als merchandizing-Artikel im Museumsshop... Als Anstecker sieht das Ding aus wie ein "high on crack"-emoji.

  2. 2.

    Na dann mal Daumendrücken, dass das gute Stück nicht gemoppst wird. Als Museumsdirektor würde ich es nicht freiwillig nach Berlin geben.

  3. 1.

    Da wäre ich vorsichtig. In Berlin gibts es zu Hauf EInbrecher, Diebe und Räuber (wenn auch nur auf der Durchreise). Erinnert sich jemand an diese gestohlene Golmünze?

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