Tatort ARD/rbb: Die Kommissare Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) verfolgen Harbinger in der Berliner Unterwelt. (Quelle: ARD/Tatort)
Audio: radioBERLIN 88.8 | 09.12.17 | Silke Mehring | Bild: ARD/Tatort

rbb-Tatort "Dein Name sei Harbinger" - Blut unter Berlin

Eine verkohlte Leiche gleich zu Anfang und ein Kollege von der Spurensicherung, der die konfliktgeladene Stimmung im Team auf den Punkt bringt - im Tatort am Sonntag aus Berlin ist alles drin: Tod und Verderben, die Untergründe der Stadt und kleine Geheimnisse. Von Silke Mehring

Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) wurde vom eigenen Sohn geschlagen und Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) lässt mal wieder den Macho raushängen. Die Eigensinnigkeit der Berliner Ermittler ist ihr Markenzeichen. Und Schauspieler Mark Waschke ist auch im sechsten Fall ein Ermittler, dem jeder Selbstzweifel fremd ist.

Karow-Darsteller Waschke ist sogar ziemlich begeistert von den Eigenheiten seiner Figur: "Ich mag sehr seine Direktheit, seine Schnörkellosigkeit: nicht lange rummachen, sondern auf den Punkt kommen und gucken, was wesentlich ist."

Kommissar Karow sei eben jemand, der vielleicht ein paar Dinge eher begreift oder bestimmte Zusammenhänge eher sieht als Leute in seiner Umgebung, sagt Waschke. "Daraus entsteht eine gewisse Schroffheit", sagt er. Und diese Schroffheit komme dann "halt so mit", wie Waschke meint. "Das ist doch auch das, warum wir solchen Figuren gerne zuschauen, weil die vielleicht noch einen Schritt weit konsequenter das ausleben, was wir aufgrund zivilisatorischer Standards uns nicht immer erlauben."

Ab in die Unterwelt

Einer allerdings gehorcht in diesem Tatort nur nach außen diesen "zivilisatorischen Standards": Harbinger. Der ist ein paranoider Einzelgänger mit einer Mission, ein getriebener, verschrobener Mann, womöglich sogar ein Serienkiller. Die Rolle des Werner L. Harbinger spielt Christoph Bach – sein Gesicht kennen wir aus vielen Krimis. Auch dieses Mal ist seine Rolle komplex und undurchschaubar. "Es ist einerseits eine gefährliche Figur, auf der anderen Seite ist er auch gefährdet", sagt Bach über Harbinger. "Harbinger bringt irgendwie beides mit und ich sah ihn einfach so ambivalent, dass man sich vor ihm fürchtet, aber sich auch um ihn sorgt." Man merke auch, dass Harbinger auf einem Gleis unterwegs sei, wo er sehr, sehr unsicher sei.

Dafür ist Harbinger auf anderen Gleisen sehr sicher, auf den Bahngleisen der Berliner U-Bahn. "Das ist seine Welt", erklärt Bach. Und in diesen Katakomben der nächtlichen Unterwelt spielen die meisten Szenen dieses Tatorts. Düster, labyrinthartig und manchmal surreal, spiegeln die unterirdischen Gänge die weitverzweigten Hirnwindungen des Hauptverdächtigen.

Von den Dreharbeiten im Berliner Untergrund war Schauspieler Mark Waschke fasziniert, vor allem von dessen "großartigem Geruch", wie er sagt. "Die Ästhetik der alten Zeiten, wie die der 50er, 60er, 70er Jahre da reinknallt - damals gab es diesen Film für mich von Luc Besson, 'Subway'. Seitdem habe ich auch unabhängig von Berlin einfach eine Faszination für die Unterwelten, die einfach immer da sind."

Beitrag von Silke Mehring

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