Die drei Fragezeichen, die drei ??? und die schwarze Katze - Vollplaybacktheater am 05.12.2011 in Hamburg, Grosse Freiheit 36 (Quelle:dpa/Jazz Archiv/Markus Lubitz)
Audio: Inforadio, 19.12.2017, Susanne Bruha | Bild: dpa/Jazz Archiv/Markus Lubitz

Theaterkritik | "Die drei ???" - Riesenspaß für Hörspielfans und Seriennerds

Die Hörspiele der "Drei ???" sind die meistverkauften Tonträger der Bundesrepublik. Zum Kult geworden ist auch das Vollplaybacktheater aus Wuppertal, das die Hörspiele nachspielt -  so auch in ihrer Jubiläumsshow im Huxleys in Berlin. Von Susanne Bruha

 

Auf der Bühne eine trashige Provinztheaterkulisse: Aufgefaltete Klappwände mit aufgemalter Burgoptik, davor eine weitere aufgeklappte Sperrholzwand, angemalt wie das Innere eines Wohnwagens. Davor sitzen in der Drei-Fragezeichen-Zentrale zwei Schauspieler Ü40, in blauen und orangefarbenen 1970er Jahre Pullundern zu kurzen Hosen auf einer Bank. Sie bewegen ihre Lippen zu dem eingespielten "Die drei ??? und das Gespensterschloss", sprechen also vermeintlich mit Stimmen von 14-Jährigen.

Eine verschwurbelte Aussprache und altbacken-altkluge Formulierungen sind die Markenzeichen der frühen Hörspiele. In der Vollplayback-Interpretation spielen die Darsteller mit den Quatschelementen aus dem Hörspiel, die ja nie für die Augen gedacht waren, vom Vollplaybacktheater aber gebaut wurden. Wie zum Beispiel der Verstärker, über den alle drei Detektive mithören können - ein aufklappbarer Riesenapparat aus dem sich am Ende Peter und Bob zwei Dosen am Strick ans Ohr halten.

Gastauftritte von Hanni und Nanni, TKKG und Else Kling

Es gibt eine Geschichte, auch wenn die eigentlich nicht wichtig ist. Zum einen erteilt Hitchcock den Detektiven den Auftrag, ein Spukschloss für einen Filmdreh für ihn zu suchen. Dann gibt es noch eine parallele Story über eine Crystal-Meth-Küche. Und es gibt in dieser Jubiläumsshow der sieben Wuppertaler jede Menge Gäste aus anderen 1980er- und 1990er-Jahre-Kult-Hörspielen oder Fernsehserien. Hanni und Nanni, TKKG , Knight Rider oder Scully und Mulder aus Akte X treffen auf Else Kling -  und die wiederum auf Donald Trump.

Und wenn mal das Licht nicht gleich angeht im Spukschloss wird auch mal Alexa gebeten. Die Musik in den Umbauten stammt von Netflix-Serien und Peter, Bob und Justus Redeanteile sind zusammengeschnippelt aus fast 40 Jahren Europa-Hörspielen, manchmal altert die Stimme in einem Satz um Jahrzehnte.

Bestens geeignet für Fans von Audioschnipseleien

Die Show des Vollplaybacktheaters ist ein Toberaum von und für Hörspielfans und Seriennerds, für alle die Audioschnipseleien lieben und auch vor absurdem Dadaquatsch ihren Hut ziehen. Ein Riesenspaß! Und der wird wiederholt. Die Zusatzshow gibt es 3. April im Huxleys.

Beitrag von Susanne Bruha

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