Charles Kreische (Mitte) als Vampir Herbert im Musical "Tanz der Vampire" im Ronacher, Wien (Quelle: VBW/Deen van Meer)
Bild: VBW/Deen van Meer

Erstes Engagement in Wien - Cottbuser wird Musical-Star

Der Cottbuser Charles Kreische macht seinen Traum wahr. Er steht jeden Abend als Herbert in "Tanz der Vampire" auf der Bühne. Da, wo das Musical vor 20 Jahren zum ersten Mal aufgeführt wurde: in Wien. Von Elisabeth Mattner

Charles Kreische ist gerade einmal zwei Jahre alt – da wird das Kultmusical "Tanz der Vampire" zum ersten Mal in Wien gezeigt. Heute spielt er selbst dort, im Ronacher, eine der bekanntesten Rollen der Filmgeschichte. Der berühmte Regisseur Roman Polanski hat sie erschaffen: die Rolle des schwulen Vampirs Herbert. Eine Bessere gäbe es für ihn gar nicht, sagt Kreische: "Herbert ist arrogant, aber auf eine gewisse Art und Weise auch niedlich und gierig: nach Blut!" Dieser Mix sei das Besondere an dieser Rolle. Es ist sein erstes Engagement als Musical-Darsteller.

Der Musical-Darsteller Charles Kreische (Quelle: Privat)
Charles Kreische zog es schon früh zum Musical | Bild: Privat

Erstes Casting – erster Job

Sein Leben gleicht der perfekten Anleitung zum Weg auf die Bühne. Schon zeitig weiß Charles Kreische, dass er einmal dort oben stehen will. Mit sechs Jahren beginnt er im Kinderchor des Cottbuser Staatstheaters zu singen. Dort habe er schon gemerkt, dass das einfach seine Welt sei, erklärt er. Der Traum soll Wirklichkeit werden. Er nimmt professionellen Gesangsunterricht, lernt tanzen – und zieht sofort nach dem Abitur nach Hamburg.

Dort beginnt er an der inzwischen geschlossenen Joop-van-Ende-Musicalschule die Ausbildung. Noch währenddessen geht Kreische zu seinem ersten Casting – es ist das für "Tanz der Vampire". Noch nicht mal den Abschluss hält er in den Händen, als er bereits seine erste Rolle hat. "Ich musste lachen und weinen gleichzeitig", beschreibt der 22-Jährige den Moment, als er die Zusage bekommt.

Die großen Emotionen – Abend für Abend

Jetzt steht Charles Kreische jeden Abend auf der Bühne. Ein Leben, an das er sich erstmal gewöhnen musste. Nach der Show ist er oft noch so aufgedreht, dass er erst spät nachts ins Bett kommt. "Am Anfang ist man noch sehr fokussiert auf die Abläufe. Man geht immer wieder die Szenen im Kopf durch", erinnert er sich.

Jetzt, nach drei Monaten Spielzeit, kann er der Rolle auch immer wieder neues Leben einhauchen. Oft werde er gefragt, ob es nicht langweilig sei, jeden Abend dasselbe zu spielen. "Es ist jeden Tag anders, obwohl es das gleiche ist. Mit der Routine kann man seine Rolle auch immer wieder mal neu gestalten", antwortet er dann immer. 

Ruhm zum Preis der Unsicherheit

Bis Juni 2018 wird er noch den Vampir spielen. Was dann kommt? Er weiß es noch nicht. Das Leben als Musical-Darsteller sei unsicher, sagt er. Man müsse immer wieder die Augen offen halten und zu Castings gehen. Dass er alle paar Monate woanders lebt, ist er mit diesem Job eingegangen. Gerne, wie er bekräftigt. Denn sein Reiz, diesen Job zu machen, sei der Applaus: "Das Haus ist jeden Abend voll besetzt. Und wenn dann alle Augen auf dich gerichtet sind, alle klatschen, und es gibt Standing Ovations: Das gibt mir so viel. Es bestärkt mich jeden Abend, dass es genau das ist, was ich will und was mich glücklich macht."

Beitrag von Elisabeth Mattner

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