Dawid Tomaszewski präsentiert seine neue Kollektion beim Pre-Opening der Fashion Week in Berlin. (Quelle: imago/Simone Kuhlmey)
Audio: Inforadio | 16.01.2018 | Anna Pataczek | Bild: imago/Simone Kuhlmey

Pre-Opening der Berliner Fashion Week - Wo die Modeblogger in Echtzeit posten

Samt, Brokat und Federboa: Mit einem reizvollen Material-Mix überzeugt der Berliner Designer Dawid Tomaszewski am Montagabend bei der Auftakt-Show zur Fashion Week. Anna Pataczek war im E-Werk in Mitte dabei und hat mit Modemachern und Bloggern gesprochen.

Fashion Week im Winter: Es gibt schönere Momente, um sich rauszuputzen. Die weiblichen Gäste bahnen sich bibbernd ihren Weg nach drinnen, in kurzen Röcken und zarten Schühchen. Nur schnell rein! Es ist ganz schön zugig vor dem E-Werk in Mitte.

Zwar gibt es zum ersten Mal eine riesige Video-Leinwand vor der Tür - für alle, die draußen bleiben müssen oder wollen - zum Public Viewing. Da steht zum Auftakt der Veranstaltung aber erst einmal niemand. Wahrscheinlich zu kalt. Außerdem geht's auch bequemer: Alle Shows werden gestreamt, man kann sie zu Hause online schauen.

Junge Blogger - ein Muss!

Ohne Internet geht eh nichts mehr. Drinnen, im Warmen, da nippen nicht nur die Designer, Einkäufer, Journalisten und Sponsoren am Sekt. "Wir sind Bloggerinnen" - so stellt sich eine Gruppe junger Frauen vor. "Ich wurde über Instagram eingeladen, weil ich dort blogge." Der androgyne Blogger Jack Strify betont, wie wichtig ihm die Berliner Modewoche ist: "Ich singe und ich habe viel mit Mode zu tun. Deshalb ist die Fashion Week für mich ein Muss."

"Es wird geil"

Und für die Fashion Week sind offensichtlich all diese jungen Blogger auch ein Muss. Sie posten, texten, verlinken über die Social-Media-Kanäle quasi in Echtzeit - wenn gleich die Show losgeht von Dawid Tomaszewski, einem deutsch-polnischen Designer aus Berlin.

Und während sich die Besucher immer dichter in der Halle drängen, macht eine befreundete Designerin für den hauseigenen Videokanal der Fashion Week schon mal Werbung für ihren Kollegen und seine Kollektion. Von wegen Konkurrenz! "Es wird geil! Mit Federn - ganz klassisch Dawid", sagt die österreichische Designerin Marina Hoermanseder. "Man wird auch was funkeln sehen." Besonders freue sie sich auf "die wunderschönen Mäntel".

Neues Konzept - oder nur neue Namen?

Und über was wird sonst so geredet auf der Fashion Week? Immerhin hat die Modewoche ein neues Konzept: weniger Schauen, dafür konzentrierteres Programm, mehr Nachwuchsplattformen zur Förderung von Talenten aus Deutschland.

Eine Modemarketing-Studentin betont, dass die Fashion Week an jeder Location ein anderes Gesicht zeige: "Auf den Messen werden ganz andere Themen besprochen als bei den Modeschauen. Bei der Konferenz #Fashiontech geht es zum Beispiel darum, wie sich moderne Technologien mit Kleidung verbinden lassen." Alle Sektionen und Events der Fashion Week hätten neue Namen bekommen, erklärt sie. "Jetzt muss sich zeigen, ob es nur neue Namen sind oder wirklich ein anderes Konzept dahintersteht."

Pelzpuschel und düstere Beats

Einen neuen Standort gibt es schon mal: Nach dem Zelt am Brandenburger Tor und dem ehemaligen Kaufhaus Jandorf ist nun das E-Werk dran. Einst Umspannwerk ist es heute eine Eventlocation in edler Fabrikatmosphäre.

In den Neunzigern war das E-Werk mal ein Club mit legendären Techno-Partys. Vielleicht will der Designer Dawid Tomaszewski daran erinnern, als er zu düsteren Beats seine Models über den Laufsteg schickt. Er zeigt einen reizvollen Material Mix: Schweres wie Samt, Brokat und Tweet in Beeren- und Rottönen zu fließenden Materialien. Dazu Schuhe mit Pelzpuscheln und Federboa - echt überzeugend.

Das war nur die Ouvertüre

Der Applaus für Tomaszewskis neue Kollektion ist groß. Die wirklich Wichtigen springen danach sofort als Erste auf und rauschen davon. Der Abend war ja auch erst die Ouvertüre zur Fashion Week. Am Dienstag geht es richtig los.

Beitrag von Anna Pataczek

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Berliner Rapper Capital Bra (Quelle: rbb/ Abendshow)
rbb/ Abendshow

Berliner Rapper in Spotify-Charts - Wer dieser Capital Bra ist

In den Spotify-Charts Deutschland hat es Capital Bra aus Hohenschönhausen bis an die Spitze geschafft. Über 28 Millionen Klicks hat einer seiner Songs auf Youtube. Dabei war sein Start alles andere als unkompliziert - und er selbst ist es bis heute nicht. Von Tom Garus

Künstlerkolonie Berlin (Quelle: rbb)
rbb

Video | Künstlerkolonie Berlin - Das war mal "roter Block"

Nirgendwo in Berlin haben so viele Künstler und Intellektuelle an einem Ort gewohnt: Vor 90 Jahren sind die ersten Mieter in die sogenannte Künstlerkolonie Berlin gezogen. Künstler, wie Ernst Bloch, Alfred Kantorivicz, Erich Weinert, Steffi Spira oder Ernst Busch.